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So funktioniert der SAP S/4HANA Szenarioaufbau zur Produktions- und Feinplanung (PP/DS)!

SAP S/4HANA beinhaltet mittlerweile die aus SAP SCM APO bekannte PP/DS-Komponente für die Produktions- und Feinplanung. Wer sich neu in das Thema einarbeiten möchte, stößt auf viele neue Begrifflichkeiten und Transaktionen. Während in vorherigen Artikeln bereits ein Überblick über die Lösung ansich, dessen Vorteile, Stammdaten, Schnittstelle zwischen S/4HANA und PP/DS-Add-on, Modelle und Planversionen geboten wurde, soll hier eine Übersicht über einen möglichen Szenarioaufbau geboten werden. D2D MFG bzw. PP-Kenntnisse werden vorausgesetzt, um die Beschreibung übersichtich zu halten.

  • Das CIF-Integrationsmodell ist für die Übertragung der Lokationsstammdaten (Werke, Kunden, Lieferanten etc.) und Fremdbeschaffungsbeziehungen (Infosätze, Kontrakte, Lieferplaneinteilungen usw.) erforderlich. Außerdem werden über CIF die Transportbeziehungen angelegt; z.B. für den Produktaustauch zwischen zwei Werken. Mit Hilfe der Transaktion CFM1 erzeugen Sie ein Integrationsmodell und mit Hilfe der Transaktion CFM2 können Sie dieses freigeben.
  • Zunächst muss für einige Fertigerzeugnisse in der Materialstammsicht „Erweiterte Planung“ das gleichnamige KZ gesetzt werden. Öffnen Sie anschließend die Produktsicht /N/SAPAPO/RRP3, um das Ergebnis zu prüfen.
  • Schauen Sie sich danach deren Arbeitspläne an und entscheiden Sie welche Arbeitsplätze als Engpassressourcen innerhalb der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden sollen. In den Arbeitsplatzstammdaten müssen Sie dazu das Kennzeichen zur „erweiterten Planung“ setzen.
  • Prüfen Sie die Fertigungsversionen und übertragen Sie diese mit Hilfe der Transaktion CURTOADV_Create an PP/DS. Bei der Planverion ist 000 einzutragen und die absolute Übertragung auszuwählen; ansonsten gibt man logischerweise Werk, Materialien und Fertigungsversionen an. Später können Sie die erzeugten Produktionsdatenstrukturen (PDS) via /n/SAPAPO/CURTO_SIMU anzeigen lassen.
  • Um die in S/4HANA vorhandenen Transaktionsdaten an PP/DS zu übertragen führen Sie das Programm /SAPAPO/PPDS_DELTA_ORD_TRANS aus. Ggf. muss vorab ein entsprechendes Szenario aufgebaut werden.
  • Die interaktive Produktionsplanung kann über die Produktsicht N/SAPAPO/RRP3 angestoßen werden. Als Propagierungsbereich SAPALL und Planversion 000 wählen sowie natürlich auch Materialien und das Werk eintragen. Das Anlegen neuer Planaufträge erfolgt via Produktheuristik, sodass Sie zum Beispiel mehrere Planaufträge gleichzeitig einplanen können. Über den Auftragskontext können Sie in die Feinplantafel navigieren und sich deren Ressourcenüberlastung anzeigen lassen. Kehren Sie zurück in die Produktsicht und sichern Sie diesen Plan.
  • In die Feinplantafel gelangt man via/N/SAPAPO/CDPS0. Dort können Sie die kritischen Ressourcen im Arbeitsbereich aufrufen, die DS-Planungsstrategie [F7] ändern und die Vorgänge neu einplanen [F5]. Änderungen die für S/4HANA eine Rolle spielen sollen, müssen danach in der Planversion 000 gesichert werden [F6].
  • Den PP/DS-Lauf können Sie via /N/SAPAPO/RRP3 kontrollieren.

Das Supply-Chain Modell der erweiterten Produktions- und Feinplanung (PP/DS)

Dieses Modell stellt die Stammdaten von den Lieferanten, über die Produktion, bis zu den Kunden dar. Die Stammdaten aus dem S/4HANA-System werden automatisch dem aktiven Modell zugeordnet, welches die aktuell verwendeten Logistikketten darstellt. Daneben gibt es ggf. noch andere Simulationsmodelle mit eigenen Planversionen.  In PP/DS manuell angelegte Daten müssen daher immer einem Modell zugeordnet werden. Die Planversionen zu den Modellen verwalten die Bewegungsdaten zu den Stammdaten des Modells. Allerdings kann nur die Planversion zum aktiven Modell die Bewegungsdaten mit dem ausführenden System austauchen. In den Planversionen eines nicht aktiven Modells kann man zum Beispiel Planprimärbedarfe erhöhen und dann in dieser simulierten Umgebung eine Produktionsplanung durchführen.

SAP S/4HANA Manufacturing & SAP ERP PP Produktionslogistik

Wie funktioniert der Stamm- und Bewegungsdatenaustausch der Produktions- und Feinplanungslösung PP/DS mit dem S/4HANA-System?

Anhand der Stammdaten merkt man immer noch, dass PP/DS früher nicht im ERP-System integriert war. Die S/4HANA-Stammdatenobjekte werden auf PP/DS-Planungsstammdatenobjekte abgebildet.

S/4HANAPP/DS
Werke, Kunden und LieferantenLokationen
MaterialienProdukte
Arbeitsplätze mit KapazitätsartenRessourcen
FertigungsversionenProduktionsdatenstrukturen
Transportbeziehungen

Das Core Interface (CIF) ermöglicht den Datenaustauch. Das CIF-Integrationsmodell ist für die Übertragung der Lokationsstammdaten (Werke, Kunden, Lieferanten etc.) und Fremdbeshaffungsbeziehungen (Infosätze, Kontrakte, Lieferplaneinteilungen usw.) erforderlich. Außerdem werden über CIF die Transportbeziehungen angelegt; zum Beispiel für den Produktaustauch zwischen zwei Werken. Das Anlegen der Produkte und Ressourcen wird über Flagsetzung „erweiterte Planung“ in den entsprechenden ERP-Stammdaten ausgesteuert. Im Materialstamm gibt es sogar einen gleichnamigen Reiter mit vielen Feldern. Ist die erweiterte Planung aktiviert, führt MRP Live automatisch die gepflegte Heuristik in PP/DS aus. In PP/DS wird übrigens aus jeder Arbeitsplatzkapazität eine Ressource, das heißt ein Arbeitsplatz mit den Kapazitätsarten Maschinen und Personen, wird in zwei Ressourcen aufgeteilt. Die Produktionsdatenstrukturen (PDS), das heißt die Stücklisten und Arbeitspläne inkl. Arbeitsplätze, Fertigungshilfsmittel und Komponentenallokation, werden über die Transaktion CURTOADV_Create an das PP/DS-Add-on übertragen.

Die Bewegungsdaten werden nur zum aktiven Modell und dessen aktiver Planversion mit dem ausführenden S/4HANA-System ausgetauscht. PP/DS-Planaufträge werden ohne Vorgangstermine an S/4HANA übertragen. Stattdessen enthalten sie die grundlegenden Daten für die Produktion inkl. der Sekundärbedarfe für die PP/DS- und NON-PP/DS-Komponenten. Die Auftragsumsetzung kann auch in SAP PP/DS erfolgen. Dazu setzt man die Planaufträge in Fertigungsaufträge um (Umsetzungskennzeichen) und erhält damit S/4HANA Fertigungsaufträgen (inkl. Fertigungstermine).

SAP S/4HANA Manufacturing & SAP ERP PP Produktionslogistik

Was ist eigentlich die erweiterte Produktions- und Feinplanung (PP/DS) in S/4HANA?

Die Produktions- und Feinplanung (PP/DS) wurde von SCM APO übernommen und in das S/4HANA-System integriert, erfordert aber nach wie vor eine Aktivierung und Lizenzierung. Üblicherweise plant man über PP/DS die Produkte auf Engpassressourcen; während zum Beispiel verbrauchsgesteuerte Einkaufsmaterialien mit der infiniten Beschaffungsplanung „MRP Live“ bestens abgedeckt sind. Vorab bestimmt man die Engpassressourcen und lässt dann alle Produkte dazu über PP/DS planen. Man stellt also sicher, dass alle Produkte die über diese Arbeitsplätze laufen, in der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden.

Argumente für PP/DS

PP/DS plant minutengenau und zwar auch für Sekundärbedarfe, wodurch eine Bestandsreduzierung bei gleichzeitig besserer Liefertreue erreicht werden kann. Die Optimierung der Auftragsreihenfolge verkürzt Durchlaufzeiten und weitere Optimierungsverfahren helfen Rüstzeiten/-kosten zu optimieren. Zudem ist eine mehrstufige Sicht der Material- und Kapazitätsplanung (Pegging) verfügbar. Es gibt verschiedene Planungsheuristiken und dynamische Ausnahmemeldungen (Alerts).  Bei der bidirektionalen Planung in PP/DS können z.B. Abhängigkeiten berücksichtigt werden. So wird im Rahmen der Bottom-up-Heuristik sichergestellt, dass der Planauftrag für das Enderzeugnis nicht vor der Komponentenfertigstellung beginnt. Über die Wahl der Planungsstrategie kann festgelegt werden, ob eine finite oder infinite Planung durchgeführt wird. Bei der finiten Planung (Kapazität gilt als begrenzt), wird eine simultane Mengen- und Kapazitätsplanung auf Planauftragsebene durchgeführt. MRP geht hingegen immer von unbeschränkten (infiniten) Kapazitäten aus und erst im Nachgang erfolgt ggf. die Kapazitätsplanung.

Außerdem gibt es den Alert-Monitor; eine Überwachungskomponente in PP/DS. Jede Situation, die in der Planung angepasst werden muss, wird als Alert ausgegeben (optional sogar via E-Mail). Es gibt unterschiedliche Prioritätsstufen (Information, Warnung und Fehler) und man kann über die Standard-Alert-Typen hinaus auch eigene definieren. Das schafft Transparenz und eine zentrale Anlaufstelle, um schnell zu identifizieren was wichtig ist.

Weitere Informationen

  • SAP-Hinweis: 2372590
SAP S/4HANA Sourcing and Procurement & SAP ERP MM