Wie lange dauert die S/4HANA-Einführung?

Üblicherweise dauern, im dynamischen Mittelstand mit kurzen Entscheidungswegen, Neueinführungen 6 bis 15 Monate und Systemkonvertierungen 4 bis 12 Monate. Großunternehmen müssen teilweise mehrere Jahre einplanen. Einflussfaktoren sind neben der Unternehmenskomplexität auch die Einführungsstrategie, das SAP-Team, verwendete Werkzeuge und ob der Kunde bereits SAP im Einsatz hatte. SAP-Neukunden aus dem Mittelstand haben z.B. oftmals weniger spezifische Anforderungen und diskutieren daher weniger. Man bleibt also üblicherweise näher an den SAP Best Practice-Prozessen (SAP Standard), das Template und Blueprint (Anforderungszusammenstellung) bleiben insgesamt übersichtlicher. Wenn die Backlog-Liste mit Delta-Anforderungen (nicht im Standard abbildbare Anforderungen) übersichtlich bleibt, kann dies einer kurzen Einführungszeit sehr zuträglich sein (Paretoprinzip). Viele Entscheidungsträger und kundenindividuelle Wünsche, lassen dagegen Projekte komplexer werden. Bei Neueinführungen ist die Datenaufbereitung sowie das Change-Management inkl. Mitarbeiterschulung aufwändiger. Handelt es sich bereits um einen SAP-Kunden, so verursachen die vorhandenen kundenindividuellen Entwicklungen (RICEFW) Aufwand. Change-Management bedeutet dann unter anderem auch dem Kunden SAP-Standardlösungen näher zu bringen.

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SAP S/4HANA Lieferplanabwicklung mit Lieferplanabrufen

Lieferpläne können auf Kontrakten oder anderen Einkaufsbelegen basieren und werden über die Transaktion ME31L angelegt (Fiori-App Lieferplan anlegen). Später kann innerhalb der Lieferpläne, über die Transaktion ME33L oder die Fiori-App „Lieferplan anzeigen“, die Abrufdokumentation eingesehen werden. Dies setzt die Wahl einer passenden Vertragsart (Belegtypen siehe SM30 VV_T161_VL) voraus, die die Abrufdokumentation vorsieht. So können dann z.B. aktuelle Lieferplanabrufe mit vergangenen verglichen werden, um z.B. Mengenabweichungen zu analysieren. Neben den in Einkaufsbelegen üblichen Einträgen (Gültigkeit, Incoterms, Zahlungsbedingungen, Konditionen usw.), finden Sie auch Fixierungshorizonte. Mit deren Hilfe können Sie Verbindlichkeitsgrade pflegen sowie die automatischen Änderungen im Bedarfsplanungslauf aussteuern. Da es bei kurzfristigen Änderungen ggf. zu Produktions- und Materialerstattungsansprüchen seitens der Lieferanten kommen kann, werden automatische Änderungen von MRP im kurzfristigen Horizont bevorzugt ausgeschlossen.

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Die Grafik veranschaulicht inwiefern der Disponent in den Prozess eingreifen muss bzw. kann (blau). Später kann fast alles im Hintergrund laufen (grau) und der Disponent muss sich nur noch um Ausnahmen kümmern. Die vier orangen Prozessschritte werden im Folgenden näher erläutert:

Einerseits können via ME38 manuell Einteilungen angelegt oder automatisch über die Fiori-App „MRP Live“ bzw. Transaktion MD01N angelegt werden. Der Bedarfsplanungslauf kann später via Job erfolgen, sodass Einteilungen automatisch erzeugt werden. Die Transaktion MD04 wurde in S/4HANA um eine Fiori-App „Bedarfs-/Bestandsliste überwachen“ ergänzt. Mit dessen Hilfe die Einteilungen nicht nur überwachst, sondern auch direkt geändert werden können.

Die direkte Übermittlung der Einteilungen an den Lieferanten ist eher unüblich, aber möglich. Es werden meist zusätzlich Lieferplanabrufe angelegt; manuell z.B. via ME84 oder via Fiori-App „Lieferplanabruf anlegen“. Die Ergänzung um stundengenaue Feinabrufe wäre auch noch möglich, soll hier aber nicht weiter betrachtet werden.  Die automatische Erzeugung von Lieferplanabrufen kann später über einen Job (RM06EFLB) eingeplant werden. Die Einteilungen bleiben im vorgestellten Szenario also interne Belege und zur externen Kommunikation werden Lieferabrufe eingesetzt.

Für diese Lieferabrufe kann dann zusätzlich ein „Stopping“ implementiert werden (SM30: V_T163P). So kann bei großen Mengenabweichungen zu anderen Lieferplanabrufen, bei geändertem Revisionsstand des Materials oder gültig werden eines Nachfolgematerials ein sogenanntes „Stopping“ ausgelöst werden. Der Disponent muss dann über die Transaktion ME89 explizit eine Entscheidung (Freigabe) treffen. Dies ist der einzige Schritt, welcher später zwingend manuell durchgeführt werden muss.

Denn auch das Versenden des Lieferabrufs, kann über einen Job (RM06ENDR_ALV) erfolgen. Manuell kann dies aber auch über die Fiori-App „Lieferplanabrufe drucken“ oder Transaktion ME9E veranlasst werden.