SAP S/4HANA Simplification List

Über die Simplification List bekommen Sie einen Überblick über die Änderungen und Neuerungen, welche sich durch die Umstellung von SAP ERP auf S/4HANA ergeben. Damit ist es eines der wichtigsten Dokumente zur Vorbereitung der S/4HANA-Umstellung. Man kann sie als eine Art Nachschlagewerk verstehen, um zu prüfen ob Transaktionen, Modifikationen, Custom Code usw. noch (genauso) funktionieren. Sie bietet Input für die Projektplanung, Aufwandsschätzung, aber eben auch einen Überblick für die S/4HANA-Anwenderunternehmen, was für Sie mit dem neuen Update einhergeht.   

Struktur und Aufbau der Liste

Die Simplification List wurde in Module, Stammdaten, Übergreifendes, länderspezifische Informationen und Industrielösungen derart untergliedert, dass sich die Speziallisten auf ihren Zuständigkeitsbereich beschränken können. Betrachtet man wiederum einen dieser Teilbereiche, wie z.B. das Modul Procurement oder die Branche Automotive, so wird dieser erneut in Abschnitte untergliedert:

  • neue Funktionen, Fiori Apps, Workflows, Templates etc.
  • weggefallene Transaktionen, Funktionen usw. oder
  • Änderungen hinsichtlich Funktionen, Rollen usw.

Die Abschnitte sind vielfach ähnlich aufgebaut; unterscheiden sich allerdings natürlich auch je nach Anforderung. Vielfach findet man dort folgende Informationen:

  • Beschreibung der neuen Funktion, der Änderungen bzw. was genau obsolet geworden ist.
  • Technische Details bietet einen Überblick ob es sich um eine neue bzw. geänderte Funktion handelt, für welche Länder diese verfügbar ist, zu welchem Modul und welcher Komponente dieser Änderung gehört usw.
  • Symptome: Mal steht einfach eine neue Funktion zur Verfügung, die z.B. einen weiteren Einblick (Cockpit, KPI, Fact Sheet etc.) gewährt oder bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen hilft. Mal finden Sie hier aber auch eine lange Auflistung von Transaktionen, die zukünftig obsolet sind. So wurde z.B. die Modullösung aus MM und SD zum Außenhandelt auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, weshalb viele Transaktionen wegfallen. Auch viele der ME-Transaktionen, wie ME21, ME53, ME43 usw., welche teilweise bereits unter ERP durch neue Transaktionen (ME21N, ME53N usw.) bzw. jetzt durch Fiori-Apps ersetzt wurden, findet man in solch einer Liste. Und natürlich ebenso die vielen Transaktionen zum Lieferanten und Kunden, welche alle nun auf die Transaktion BP (Business Partner) umleiten. Ein anderes Mal finden Sie eine Auflistung von Berechtigungsobjekten usw.
  • Gründe: Manchmal begründet SAP auch warum, diese Vereinfachung nötig war.
  • Vorbedingungen und Lösungen: Mal sind z. B. Customizing- oder Stammdateneinstellungen erforderlich, dann findet man wieder SAP Notes für Conversion Pre-Checks, erforderliche Rollenänderungen oder Hinweise auf die Lösungen, welche eine obsolete Lösung ablöst. Oft sind es auch Erweiterungen; so z.B. die Erweiterung von OData APIs für die Integration externer Anwendungen. Eine detaillierte Bescheibung, wie die Konfigurationen etc. vorgenommen werden müssen, finden Sie hier allerdings nicht.
  • Weiterführende Informationen: Um das ohnehin sehr umfangreiche Dokument nicht noch weiter aufzublähen, finden Sie oftmals Links z.B. zu SAP Help, SAP Notes usw. um sich tiefer in das jeweilige Thema einarbeiten zu können.

Umfang

Die Simplification List 1909 (also vom September 2019) umfasst z.B. 1032 Seiten. Als MM-Berater sollte man sich einen Überblick über die Einführung, anwendungsübergreifenden Themen und Stammdaten verschaffen (ca. 124 Seiten), danach kann man sich z.B. auf die Bestandsführung (MM-IM 43 Seiten), den Einkauf (MM-PUR 33 Seiten) und seine Branche (Automotive 24 Seiten) beschränken. Damit wird es übersichtlicher. Mit jedem Update, dass Ihr Kunde im Lauf der Projekteinführung ebenso übernehmen möchte, müssen Sie auf eine aktuellere Liste zurückgreifen und sich ggf. erneut einen Überblick verschaffen. Wie gesagt, man kann diese Listen als Nachschlagewerk auffassen und relativ gut „überfliegen“.  Der Aufbau und Umfang variiert etwas und es werden übrigens nicht grundsätzlich Englischkenntnisse vorausgesetzt, da es ebenso deutsche Versionen gibt. Manchmal ist auch ein Blick in die Vorgängerversionen der Simplification List interessant.  Die aktuelle Liste können Sie über das Stichwort „Simplification“ (SNote 2313884) direkt bei SAP abrufen:

SAP S4HANA Simplification List

SAP Certified S/4Hana Consultant

Am Freitag (11.10.2019) hatte ich die Prüfung seitens der SAP SE in Hamburg. Ab sofort stehe ich zur Verfügung und S/4HANA-Projektangebote wären ideal. Mein PDF-Profil finden Sie übrigens hier. Mittlerweile habe ich einerseits den nötigen Gesamtüberblick über S/4HANA und die zusätzlichen SAP Produkte, welchen man als Manager und auch als guter Berater benötigt. Und andererseits eine Spezialisierung auf S/4HANA Sourcing und Manufacturing. Vorzeigbare Ergebnisse sind unter Anderem das SAP Beraterzertifikat (modulübergreifender Gesamtüberblick), Publikationen und dieses S/4HANA-Magazin. Zudem kommt mir entgegen, dass ich viele Lösungen bereits vorab kannte. So kenne ich z.B. seit mehr als 10 Jahren PP/DS (Zertifikat) und gATP, welche beide von APO in S/4HANA überführt wurden (gATP nur teilweise als aATP). 2013 hatte ich mich bereits mit der HANA-Datenbank auseinandergesetzt (Zertifikat) und 2018-2019 zudem diverse SAP Kurse zur Migration und dem Einkauf belegt. Parallel arbeite ich an einem S/4HANA-Buch mit dem Schwerpunkt „Sourcing and Procurement“.

Implementierungserfahrungen: Aufbau aller Module, Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten, um deren Neuerungen und Integration zu verstehen. S/4HANA Enterprise Management inkl. Fiori bzgl. Sourcing and Procurement, Manufacturing, Sales and Distribution, Financial Accounting, Management Accounting, Inventory Management, EWM, Project System, Enterprise Asset Management und HCM. Als Senior SAP Berater, wollte ich nicht noch eine Fachberaterzertifizierung absolvieren. Daher fiel meine Wahl auf den Lehrgang TS410, welcher nicht nur praktische S/4HANA-Erfahrungen ermöglicht, sondern auch den Aufbau des modulübergreifenden Systemverständnisses. Das S/4HANA IDES-System von SAP war/ist dafür ideal, da man immer genau dort ansetzen kann, wo der größte Lerneffekt eintritt. Parallel dazu verfüge ich über Zugänge zur Ariba-Cloud und Fieldglass.

S/4HANA-Beraterausbildung auch als SAP Senior Consultant?!

Diesmal wähle ich den Blog-Stil und möchte mit Euch/Ihnen einen Erfahrungsbericht zu meiner aktuell laufenden S/4HANA-Ausbildung und meinen Beweggründen teilen. Man fühlt sich etwas an die alten Zeiten als Schüler und Student zurückversetzt. Ich lerne neue Leute kennen und es bildet sich über die Zeit hinweg eine richtig gute Gemeinschaft. Ich erinnere mich noch an meine erste SAP Beraterzertifizierung im Jahr 2008. Mit Einigen hatte ich auch Jahre später noch gelegentlich Kontakt. Andere traf ich erneut auf weiteren SAP Schulungen usw. Die SAP Welt ist klein und daher sind SAP Schulungen immer auch Networking-Veranstaltungen. Gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, macht einfach Spaß und verbindet. Neben den Übungsaufgaben am S/4HANA-System, setzen wir sogar ein eigenständiges Projekt um.

So eine S/4HANA-Ausbildung ist einfach perfekt, um schnell Wissen aufzubauen. SAP stellt dafür ein S/4HANA-System namens IDES zur Verfügung. Dort sind die Konfigurationen, Stammdaten und Prozesse immer genauso vorbereitet, dass man dort loslegen kann, wo der größte Lerneffekt erzielt wird. So lerne ich im September und Oktober vermutlich mehr, als während eines einjährigen S/4HANA-Projekts. Die Kombination aus Praxiserfahrung und Schulungen, hat sich für mich bewährt. Die Praxis benötige ich, um zu wissen welches Wissen besonders wertvoll ist und die Theorie hilft dabei Wissen abzurunden. Im Arbeitsalltag muss man Anforderungen effizient umsetzen. Dabei kommt dann der Blick über den Tellerrand auch mal zu kurz. Genau dieser ist aber erforderlich, um ein erstklassiger Berater zu werden.

Gute Berater kennen nicht nur einen Weg, sondern das von SAP bereitgestellte „Lösungsportfolio“. Sie wissen nicht nur wie etwas funktioniert, sondern auch warum. Sie kennen sehr individuell entwickelte SAP-Systeme von Großkonzernen, genauso wie den SAP Standard und Best Practices. Gerade mit den S/4-HANA-Projekten geht in vielen Unternehmen auch ein Überdenken der Geschäftsprozesse und Systemkonfigurationen einher. Was früher nur über Eigenentwicklungen realisiert werden konnte, ist ggf. mittlerweile im Standard verfügbar. Man muss allerdings wissen, dass SAP dafür im Standard eine Lösung bereitstellt! Das Produktportfolio von SAP ist in den letzten Jahren sehr groß geworden. Und es gibt sehr viele Zusatzprodukte, wie z.B. Ariba, Fieldglass, Leonardo usw. Die Annährung an den Standard kann also einerseits über die neuen Möglichkeiten des S/4HANA-Systems, aber andererseits auch durch standardisierte SAP Zusatzprodukte erreicht werden. Ich verschaffe mir mittlerweile seit fast zwei Jahren mit Begeisterung einen Überblick. Vermutlich werden all die neuen SAP-Produkte mich nahezu bis zur Rente begleiten. Die Einführung des Nachfolgesystems von S/4HANA, verfolge ich vermutlich nur noch aus einer Managementposition ohne dort konkrete Erfahrungen zu sammeln. S/4HANA ist also das System, welches ganz wesentlich mein Berufsleben begleiten wird.  

Meine erste Beraterzertifizierung lag übrigens bei fast 15.000 Euro; für die SAP Akademie, Hotels, Reisen usw. Glücklicherweise wurde damals noch Siemens zur Kasse gebeten. Mittlerweile bekomme ich aber kein reguläres Gehalt mehr und muss daher die entgangenen Einnahmen und erforderlichen Ausgaben im Blick behalten. Wem es ähnlich geht, dem kann ich gute Ratschläge geben. Die Kosten für solch einen Lehrgang lassen sich nämlich auf verschiedene Art und Weise erheblich reduzieren.

Zum aktuellen Ausbildung: In S/4HANA wurde und wird ein Überblick für z.B. Berater, Manager und Architekten vermittelt. Aufgabe war/ist es alle Module, Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten im System aufzubauen, um deren Neuerungen & Integration zu verstehen. Inhalt waren S/4HANA Enterprise Management inkl. Fiori bzgl. Sourcing and Procurement, Manufacturing, Sales and Distribution, Financial Accounting, Management Accounting, Inventory Management, Warehouse Management, Project System, Enterprise Asset Management und Human Capital Management. Die praktische Umsetzung am System wurde durch ein Zertifikat belegt und um eine S/4HANA Beraterzertifizierung seitens der SAP SE ergänzt. Vorab und im Anschluss erfolgte/erfolgt die Vertiefung im S/4HANA Procurement und Manufacturing.

Übrigens stehe ich nach dieser Schulung zur Verfügung und freue mich über S/4HANA-Projektangebote aus der Region Hannover (100km). Da es sich um eine Präsenzschulung handelt, bin ich allerdings derzeit nur abends und via E-Mail erreichbar. PDF-Profil von Timo Götte.

ISTQB-Zertifizierung als SAP Testmanager

Als Testmanager wird der Autor Herr Götte regelmäßig nach einer ISTQB-Zertifizierung gefragt. Dieser Artikel soll dem Leser daher einen ersten Einblick gewähren, warum diese Zertifikate so anerkannt und begehrt sind. Das Information Systems Examination Board (ISEB) entwarf bereits 1998 eine erste Version der Tester-Zertifizierung. Deren standardisierte Ausbildung, kann mit einem international anerkannten ISTQB-Zertifikat „International Software Testing Qualification Board“ abgeschlossen werden. Mittlerweile gibt es 307.000 Zertifizierungen, eine Verbreitung in 70 Ländern und eine Wachstumsrate i. H. v. 48.000 Zertifikaten pro Jahr (Stand 2013 und Quelle Wikipedia). In Deutschland vertritt das deutschsprachige „German Testing Board“ (GTB) die Zertifizierungsstellen. Letztlich handelt es sich z.B. bei der ISTQB-Foundation-Level-Zertifizierung, um einen 3 Tage dauernden Kurs, der mit einem Multiple-Choice-Test abgeschlossen werden kann. Auch wenn Softwareentwicklungstests ursprünglich im Fokus standen, wurden die Lehrpläne und Bücher auf viele Bereiche ausgebaut. Mittlerweile bekommt man einen praxisorientierten Überblick über die technischen, organisatorischen, prozessoralen und auch menschlichen Aspekte des Testens. Sowie auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Lehrgänge und Zertifizierungen. In themenspezifischen Arbeitsgruppen werden Lehrpläne entwickelt und ggf. später anerkannt und veröffentlicht. So z.B. auch zu aktuellen Themen wie Internet of Thinks (IoT), Usability usw. Der ISTQB-Lehrinhalt ist übrigens frei zugänglich. So findet Sie hier den Lehrinhalt „Tester“, Testmanager und die Gesamtübersicht aller Lehrpläne. Wer als externer Tester oder sogar Testmanager beim Kunden tätig wird, sollte die Investition einer offiziellen ISTQB-Zertifizierung nicht scheuen.