Wie konfiguriert man die klassische SAP Verfügbarkeitsprüfung?

In diesem Artikel wird zunächst die klassische Verfügbarkeitsprüfung vorgestellt, um dann später die Neuerungen innerhalb von S/4HANA vorstellen zu können. Die Verfügbarkeitsprüfung kann innerhalb verschiedener Geschäftsbereiche ausgeführt werden. Innerhalb der Produktion dient Sie z.B. dazu sicherzustellen, dass alle für die Produktion benötigten Komponenten verfügbar sind. Anhand der Stückliste wird die Verfügbarkeit der Komponenten geprüft und ggf. eine Fehlteilliste für den Disponenten ausgegeben. Dieser kann geeignete Maßnahmen, wie die interne Produktion der Komponente oder der Baugruppe bzw. deren externe Beschaffung, wählen. Nachdem die Materialverfügbarkeitsprüfung für einen Produktionsauftrag durchgeführt wurde, ändert sich dessen Status von NMVP auf MABS (Material bestätigt) oder FMAT (fehlendes Material).

Auswertung der Fehlteilsituation

Beim Status FMAT, kann man sich einen Überblick über das Verfügbarkeitsprotokoll (Warnungen bzgl. Fehlteile), die Fehlteilliste (fehlende Materialien inkl. Fehlmenge und ggf. verspäteten Bestätigungstermin), die Fehlteilübersicht und das Fehlteilinfosystem verschaffen. Letzteres wird via CO24 aufgerufen, wenn die Verfügbarkeitsprüfung im Hintergrund erfolgte bzw. z.B. eine Sammelverfügbarkeitsprüfung (COMAC) für viele Fertigungsaufträge durchgeführt wurde. Ansonsten bekommt man beim Ausführen der Verfügbarkeitsprüfung ein Popup-Fenster und kann zwischen den anderen drei genannten Auswertungsmöglichkeiten wählen. Die Fehlteilübersicht bietet dabei zusätzlich zur Fehlteilliste die Möglichkeit, detaillierte Informationen zum Produktionsauftrag, zur Verfügbarkeitssituation der Materialien und dessen Bedarfsmengen zu erlangen.  

Konfiguration der Materialverfügbarkeitsprüfung

Materialverfügbarkeitsprüfung ERP ATP

Bis auf die Einstellungen innerhalb des Materialstamms, erfolgt die Konfiguration im Customizing-Leitfaden:  

  • Auftragsart: So z.B. die Fertigungsauftragsart PP01
  • Verfügbarkeitsvorgang: Eröffnung oder Freigabe von Fertigungsaufträgen
  • Prüfungssteuerung (OPJK): Die Auftragsart und der Verfügbarkeitsvorgang bestimmten pro Werk die Prüfungssteuerung. Diese bestimmt, ob und wie die Verfügbarkeitsprüfung erfolgt und zwar jeweils für die Verfügbarkeitsprüfung von Material (z.B. Prüfregel PP und Sammelumsetzung 2), Fertigungshilfsmitteln (z.B. Prüfregel 01 und Sammelumsetzung 2) und Kapazitäten (z.B. Gesamtprofil SAPSFCG013 und Sammelumsetzung 2).  Die Sammelumsetzung definiert, ob bei nicht Verfügbarkeit dennoch eine Eröffnung erfolgt, keine Eröffnung erfolgt oder dies jeweils vom Anwender entschieden werden kann. Wählt man bei der Prüfungssteuerung den Vorgang „Prüfung für freigegebenen Auftrag“, so gibt es zusätzlich das Feld Statusprüfung. Setzt man dort einen Flag, so wird zunächst geprüft ob vorher bereits eine erfolgreiche Prüfung durchgeführt wurde und daher nicht erneu geprüft werden muss.  
  • Prüfregel: Legt (ggf. gemeinsam mit der Art der Komponentenprüfung) fest, wie die Materialverfügbarkeitsprüfung erfolgt. Die sogenannte ATP-Prüfung kann gegen Bestände (ggf. inkl. Zu-/Abgänge) oder gegen die Vorplanung erfolgen. Details siehe ATP-Prüfung. Da die Verfügbarkeitsprüfung nicht nur in Fertigungsaufträgen, sondern auch im Vertrieb oder der Materialwirtschaft erfolgt, können über Prüfregeln unterschiedliche Umfänge definiert werden.
  • Materialstamm (MM02): Hier hinterlegt man im Reiter MRP3 und Feld Verfügbarkeitsprüfung eine Prüfgruppe.
  • Prüfgruppe (OVZ2): Legt fest ob Einzel- oder Sammelbedarfe geprüft werden, ob während der Prüfung das Material gesperrt ist, ob keine Materialverfügbarkeitsprüfung erfolgt und ob gegen die Vorplanung geprüft wird. Diese wird in MM02 MRP3 Feld Verfügbarkeitsprüfung zugeordnet.
  • Prüfumfang (OPJJ): Der Prüfumfang ergibt sich aus der Prüfgruppen, die im Materialstamm eingetragen ist, und der Prüfregel, welche in der Prüfungssteuerung eingetragen ist. Hier wird definiert, welche Bestandsarten und Zugänge bzw. Abgänge einbezogen werden. So kann man z.B. festlegen, ob bereits die Termine und Zugangsmengen einer Bestellanforderung als hinreichend zuverlässig angesehen werden oder nicht. Oder ob der Sicherheitsbestand, Qualitätsprüfbestand usw. als Bestände berücksichtigt werden sollen oder nicht.  

ATP-Prüfung

Die aktuellen Bestände und geplanten Zugänge bilden die ATP-Menge, welche bei hinreichender Verfügbarkeit um die jeweilige Menge reduziert wird. So ist bei der nächsten ATP-Prüfung nur noch die verringerte Menge verfügbar. Etwas einfacher ist die Prüfung gegen die Vorplanung. Hier wird die benötigte Menge nicht mit dem aktuellen Bestand und Zugängen abgeglichen, sondern nur mit den in der Vorplanung ermittelten Planprimärbedarfsmengen. Diese schnelle Variante bietet sich an, wenn die Vorplanung fast immer genauso realisiert wird. Auch hier ist bei der nächsten Prüfung nur noch die verringerte Menge verfügbar.

Was hat sich in S/4HANA Sourcing and Procurement gegenüber ERP MM geändert?

Der Autor Herr Götte beschäftigt sich seit ca. 2 Jahren mit den Neuerungen des S/4HANA Moduls „Sourcing and Procurement“. Neben der praktischen Arbeit im S/4HANA-System, hat er die entsprechenden Abschnitte der Simplification List, diverse Bücher und Artikel gelesen. Außerdem nahm er an einer Ausbildung und Zertifizierung zum S/4HANA-Berater teil, war auf verschiedenen Fachmessen, Kongressen usw. und ist Autor diverser Veröffentlichungen. Mittlerweile kennt er das „neue“ Modul also bestens und möchte Ihnen daher einen Überblick über die wesentlichen Neuerungen bieten. Ziel ist dabei keine Auflistung neuer Fiori-Apps, sondern vielmehr der wesentlichen Änderungen im Sourcing and Procurement.  

  • Funktionen aus dem Supplier Relationship Management System (SRM) wurden und werden teilweise in das S/4HANA-System überführt.
  • Funktionen aus dem Supplier Lifecycle Management (SLC) werden und wurden unter dem Namen Lieferanten- und Kategoriemanagement in das S/4HANA-System überführt. Statt der bekannten SLC-Hauptkategorien, werden Warengruppen in Einkaufskategorien bereitgestellt. 
  • Die Außenhandelslösung aus dem MM- und SD-Modul wird auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, sodass es nur noch eine und zwar die bessere Lösung gibt. Die Intrastat-Funktionen gibt es aber immer noch im S/4HANA-System.
  • Tabellenanzahlreduzierung und das neue Datenmodell in der Bestandsführung. Die Tabelle MATDOC ersetzt nun viele Aggregation, Indizetabllen, enthält all Kopf- und Positionsdaten (statt MKPF & MSEG) sowie weitere Attribute. Damit ermöglicht sie ad-hoc Bestandsauswertungen (Aggregtionstabellen daher unnötig), verringert Sperrkonflikte und ermöglicht eine einfache Berichterstattung, da in Ihr fast alle Informationen gespeichert sind. Für die Abwärtskompatibilität gibt´s übrigens Views (Core Data Services-Views), welche eine ad-hoc Aggregation ermöglichen und von Kundeneigenentwicklungen, wie die alten Tabellen aufgerufen werden können. Weitere Details zum IM-Datenmodell finden Sie im Artikel inkl. Video. und falls Sie tiefer in die Thematik SAP HANA Datenbank und das neue Datenmodell einsteigen möchten, finden Sie dazu ebenso ein Whitepaper von Herrn Götte.
  • Das jetzt obligatorische Material-Ledger ermöglicht als Nebenbuch die Materialbewertung in mehreren Währungen sowie die parallele Rechnungslegung. Außerdem ist es die grundlegende Voraussetzung für die optionale Istkalkulation, mit jener die Materialbestände, Ware in Arbeit und Selbstkosten mit gewichteten durchschnittlichen Kosten bewertet werden. Die empfohlene Deaktivierung des statistischen gleitenden Durchschnittspreises, trägt ebenso erheblich dazu bei, den Durchsatz an Transaktionsdaten bei Warenbewegungen zu optimieren (Sperrkonflikte zu verringern). Nebeneffekt ist eine bessere Skalierbarkeit der Geschäftsprozesse sowie eine geringere Nutzung der Systemressourcen.
  • Wegfall von Transaktionen: Die MIGO-Transaktion ersetzt die vielen obsoleten MB-Transaktionen (MB01, MB1Am MBST usw.). Auch die vielen Vorgängertransaktionen (ME21-ME27, ME53-ME54, ME59, MR01, MR1M) die bereits im ERP-System Nachfolgertransaktionen hatten (ME22N, ME52N etc.), wurden aus dem Support genommen. Eine lange Liste mit Transaktionen für den MM Außenhandel wurde ebenso obsolet; bis auf ein paar Ausnahmen. Neben den Nachfolgertransaktionen wurden und werden zudem Fiori-Apps und virtuelle Datenmodelle (VDM) bereitgestellt. Details via SAP Notes: Veraltete TCs zur Bestandsführung (2210569), 144081 veraltete Rechnungsprüfungstransaktion MR1M ersetzt MR01; 1803189 Support-Ende für ME21, ME51 usw.
  • Wegfalls von BAPIs: Genauso wie die Transaktionen (ME22, ME49, ME52 etc.), wurden nun auch die zugehörigen BAPIs für die Business-Objekte Bestellanforderung, Bestellung und Lieferantenrechnung obsolet. Details via SAP Note: 1803189
  • Weitere Bewertungen z.B. zum Auftragsbestand, Projekteinzelbestand, Lieferantensonderbestand usw. wurden bereitgestellt.
  • Weniger Datenbanksperren: Zum Beispiel, weil es weniger Bestandsführungstabellen gibt, Tabellenänderungen nur noch als neuer Eintrag vorgenommen werden (Datensätze werden nicht mehr gelöscht oder geändert), man den statistischen gleitenden Durchschnittspreis deaktivieren kann usw. Bei Warenbewegungen (z.B. morgens, wenn viele Lieferungen eintrafen) gab es z.B. bei Kunden zuvor regelmäßig Sperrkonflikte und Verzögerungen.
  • Materialpreise in mehreren Währungen: Dank des obligatorischen Material-Ledgers wird die Materialbewertung in mehreren Währungen ermöglicht; d.h. in MM02 und MR21 können daher in mehreren Währungen Materialpreise eingegeben werden. Da in S/4HANA Finance die Salden der Bestandskonten für jede Währung einzeln berechnet werden, wird eine konsistente Bewertung sichergestellt.
  • Stammdaten: Geschäftspartnerstammsätze statt Lieferanten- und Kundenstammsätze, Materialnummern können von 18 auf 40 Stellen via SPRO erweitert werden, Fiori-Apps zur Massenpflege/Monitoring von Kontrakten, Infosätzen usw. 
  • Ariba-Integration: Zugriff auf viele Lieferanten/Kataloge, Ausschreibungsprozesse, Guided Buying usw. Der große Funktionsumfang kann hier nur angedeutet werden. Was S/4HANA auszeichnet ist die einfache Integration dieser und ähnlicher Cloud-Lösungen sowie die nahtlose grafische Bereitstellung, über die der Anwender überhaupt nicht mehr merkt auf welchem System er gerade arbeitet.
  • Die neue Benutzeroberfläche Fiori bietet mit vielen KPIs, Analysen und rollenbasierten, auf jedes Gerät anpassbaren Oberflächen einen systemübergreifenden und attraktiven Zugang für die Anwender.
  • Ausgabemanagement und Nachrichtensteuerung: Statt der aus MM und SD bekannten Nachrichtenfindung NAST, setzt SAP zukünftig auf das Business Rule Framework (BRF+).  Details zur BRF+-Konfiguration finden Sie im SAP Note 2228611. Als Drucktechnologien werden Smart Forms und Adobe Forms (m/o Fragmenten) unterstützt. Im SAP Script Repository (SO10 und SE78) können Kunden auch weiterhin Texte und Logos zentral pflegen.  
  • Central Procurement, zentralisierter Bestellanforderungs-Hub, Kontraktverwaltungs-Hub usw.
  • Predictive Contracts mit Hilfe von Machine Learning bzgl. Kontraktinanspruchnahme
  • Workflows z.B. für den Genehmigungsprozess und viele weitere Prozesse, helfen dabei Prozesse zu beschleunigen und zu automatisieren.
  • Preisfindung und Konditionstechnik: Nur die Tabelle KONV wurde durch PRCD_Elements ersetzt, um Preisinfos persistent zu speichern. Bzgl. Eigenentwicklungen können die SAP Notes 2220005 und 2189301 weiterhelfen; ansonsten ändert sich nicht viel.
  • Sehr viele Auswertungsmöglichkeiten, vorbereitete Fact Sheets, KPIs, grafische Übersichten sowie leicht zu erstellende Auswertungen. So bekommt man z.B. einen Überblick, was noch freizugeben ist, welche Bestellanforderungen zu bearbeiten sind oder inwiefern ein Mengenkontrakt bereits ausgeschöpft wurde.

Die Liste ist bereits lang und übersteigt langsam den Umfang eines Artikels. In einem weiteren Artikel werden noch einmal die wesentlichen Änderungen, die in der Simplification List beschrieben werden, zusammengefasst. Alles kann man leider nicht in einem Artikel aufgreifen. Ganz allgemein gilt, dass sich die ERP-Prozesse nicht wesentlich geändert haben. Aber es gibt neue Markttrends, wie die Benutzererfahrung, mobile Geräte, mehr Daten als Auswertungsgrundlage (BigData, IoT, Sensoren etc.), eine Verlagerung der Aufgaben, Individualisierung via Standardlösungen usw., denen SAP mit all den neuen Produkten (S/4HANA, SCP, Leonardo, Ariba, Fieldglass usw.) Rechnung trägt.  

Wie lässt sich der Schulungsbedarf in S/4HANA-Projekten konkretisieren?

Ein nicht zu unterschätzendes Thema im Rahmen der digitalen Transformation und im Speziellen der Einführung der neuen S/4HANA-Systemgeneration, sind die erforderlichen Schulungen und Trainings. Als Teil der Projektplanung und im Speziellen des Change-Managements, sollte auch dies hinreichende Berücksichtigung finden. Dabei besteht mitunter ein hoher individueller Bedarf, damit die Mitarbeiter gezielt in die für Sie relevanten Inhalte eingewiesen werden können. Reine S/4HANA Anwenderschulungen von Bildungsträgern, können eine Ergänzung, aber nicht die einzige Lösung sein. Eine Mischung aus verschiedenen Schulungsmaßnahmen und Medien, gewährleistet erfahrungsgemäß das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Bei Ihrer individuellen Erstellung des Schulungskonzepts, kann die folgende Vorgehensweise gewählt werden.

  1. Bedarfsermittlung: In welchen Themen, Modulen bzw. Geschäftsbereichen besteht der Schulungsbedarf? Inwiefern können Mitarbeiter dazu gemeinsam ausgebildet werden?
  2. Zielgruppeanalysen: Insofern Gruppen von Mitarbeitern mit ähnlichem Schulungsbedarf gebildet wurden, muss deren Vorbildung und Vorerfahrung berücksichtigt werden.
  3. Lernziele definieren: Ein übergeordnetes, konkretes Entwicklungsziel definieren und weitere Teilziele ableiten. So muss z.B. der Lagermitarbeiter die neuen Bestandsführungsprozesse mit Hilfe der mobilen Geräte sowie direkt am S/4HANA-System selbständig durchführen und überwachen können. Daraus ergeben sich Teilziele, wie z.B. die Materialbeistellliste oder eine Kommissionierliste drucken können, den Wareneingang am Scanner und S/4HANA-System bestätigen können usw.
  4. Qualifizierungskonzept entwickeln: Stehen die übergeordneten Ziele fest, kann darauf basierend ein Feinkonzept entwickelt werden. Es ist darauf zu achten, sich auf das wesentliche zu beschränken und insbesondere die Zielgruppe im Blick zu behalten. Der Lagermitarbeiter benötigt nicht viel mehr als eine Einweisung zu den vorzunehmenden „Klicks“ sowie ein Handout, dass er auch im Lager dabeihaben kann. Andere Mitarbeiter wiederum benötigen viel mehr ein Training, welches Ihnen die nötigen Grundlagen vermittelt eigenständig tiefer in bestimmte Teilbereiche einzusteigen. Die Wahl der Medien ist dabei nicht nur abhängig von der jeweiligen Zielgruppe, sondern auch von der Anzahl der zu schulenden Mitarbeiter sowie dem verfügbaren Budget.
  5. Lernmedien und Lernunterlagen entwickeln: Eine Mischung verschiedener Medien und Vorgehensweisen ist üblich und Herr Götte kennt z.B. die folgenden Alternativen aus seiner Berufspraxis:
    • Vorkonfigurierte Szenarien, Stamm- und Bewegungsdaten im S/4HANA-Sysem für die Durchführung von Übungen direkt am SAP System.
    • Kontextbasierte Lernmethoden, wie SAP Enable Now
    • Web Based Trainings und S/4HANA Simulationen
    • Präsenzschulungen mit Systemvorführungen
    • Klickanweisungen (Handouts)
    • Power Point-Präsentationen
    • Benutzerhandbücher
    • Videos u.v.m.
  6. Konzepte erproben: Fragebögen, persönliche Rückmeldungen bzw. bei einem größeren „Rollout“ der Schulungslösung ggf. sogar Schulungsgruppe zur Probe, können sinnvoll sein. So kann vorwährend die jeweilige Schulungsmaßnahme weiterentwickelt und verbessert werden bzw. vor der Veröffentlichung optimiert werden.
  7. Maßnahmen durchführen und Erfolg kontrollieren: Es muss dabei nicht immer eine Zertifizierungsprüfung sein, sondern oft reichen auch Befragungen, Feldbeobachtungen usw. Auch die ermöglicht ggf. die nötige Weiterentwicklung der Schulungsmaßnahme sowie Korrekturmöglichkeiten bei zukünftigen Maßnahmen.
  8. Budget schonen: Bei all den Möglichkeiten muss immer auch die Kosten-Nutzen-Analyse im Blick behalten werden. Was ist wirklich notwendig und was ist „Nice-to-have“? Welche Kosten entstehen bei der jeweiligen Maßnahme und welche bei einer günstigen Alternative? Gibt es bereits vorhandene Inhalte die man (abgewandelt) nutzen kann? Dies sind nur einige Fragen, die bei einem Schulungskonzept ebenso Berücksichtigung finden müssen.
SAP S/4 HANA Management und Beratung in Hannover

SAP S/4HANA Simplification List

Über die Simplification List bekommen Sie einen Überblick über die Änderungen und Neuerungen, welche sich durch die Umstellung von SAP ERP auf S/4HANA ergeben. Damit ist es eines der wichtigsten Dokumente zur Vorbereitung der S/4HANA-Umstellung. Man kann sie als eine Art Nachschlagewerk verstehen, um zu prüfen ob Transaktionen, Modifikationen, Custom Code usw. noch (genauso) funktionieren. Sie bietet Input für die Projektplanung, Aufwandsschätzung, aber eben auch einen Überblick für die S/4HANA-Anwenderunternehmen, was für Sie mit dem neuen Update einhergeht.   

Struktur und Aufbau der Liste

Die Simplification List wurde in Module, Stammdaten, Übergreifendes, länderspezifische Informationen und Industrielösungen derart untergliedert, dass sich die Speziallisten auf ihren Zuständigkeitsbereich beschränken können. Betrachtet man wiederum einen dieser Teilbereiche, wie z.B. das Modul Procurement oder die Branche Automotive, so wird dieser erneut in Abschnitte untergliedert:

  • neue Funktionen, Fiori Apps, Workflows, Templates etc.
  • weggefallene Transaktionen, Funktionen usw. oder
  • Änderungen hinsichtlich Funktionen, Rollen usw.

Die Abschnitte sind vielfach ähnlich aufgebaut; unterscheiden sich allerdings natürlich auch je nach Anforderung. Vielfach findet man dort folgende Informationen:

  • Beschreibung der neuen Funktion, der Änderungen bzw. was genau obsolet geworden ist.
  • Technische Details bietet einen Überblick ob es sich um eine neue bzw. geänderte Funktion handelt, für welche Länder diese verfügbar ist, zu welchem Modul und welcher Komponente dieser Änderung gehört usw.
  • Symptome: Mal steht einfach eine neue Funktion zur Verfügung, die z.B. einen weiteren Einblick (Cockpit, KPI, Fact Sheet etc.) gewährt oder bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen hilft. Mal finden Sie hier aber auch eine lange Auflistung von Transaktionen, die zukünftig obsolet sind. So wurde z.B. die Modullösung aus MM und SD zum Außenhandelt auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, weshalb viele Transaktionen wegfallen. Auch viele der ME-Transaktionen, wie ME21, ME53, ME43 usw., welche teilweise bereits unter ERP durch neue Transaktionen (ME21N, ME53N usw.) bzw. jetzt durch Fiori-Apps ersetzt wurden, findet man in solch einer Liste. Und natürlich ebenso die vielen Transaktionen zum Lieferanten und Kunden, welche alle nun auf die Transaktion BP (Business Partner) umleiten. Ein anderes Mal finden Sie eine Auflistung von Berechtigungsobjekten usw.
  • Gründe: Manchmal begründet SAP auch warum, diese Vereinfachung nötig war.
  • Vorbedingungen und Lösungen: Mal sind z. B. Customizing- oder Stammdateneinstellungen erforderlich, dann findet man wieder SAP Notes für Conversion Pre-Checks, erforderliche Rollenänderungen oder Hinweise auf die Lösungen, welche eine obsolete Lösung ablöst. Oft sind es auch Erweiterungen; so z.B. die Erweiterung von OData APIs für die Integration externer Anwendungen. Eine detaillierte Bescheibung, wie die Konfigurationen etc. vorgenommen werden müssen, finden Sie hier allerdings nicht.
  • Weiterführende Informationen: Um das ohnehin sehr umfangreiche Dokument nicht noch weiter aufzublähen, finden Sie oftmals Links z.B. zu SAP Help, SAP Notes usw. um sich tiefer in das jeweilige Thema einarbeiten zu können.

Umfang

Die Simplification List 1909 (also vom September 2019) umfasst z.B. 1032 Seiten. Als MM-Berater sollte man sich einen Überblick über die Einführung, anwendungsübergreifenden Themen und Stammdaten verschaffen (ca. 124 Seiten), danach kann man sich z.B. auf die Bestandsführung (MM-IM 43 Seiten), den Einkauf (MM-PUR 33 Seiten) und seine Branche (Automotive 24 Seiten) beschränken. Damit wird es übersichtlicher. Mit jedem Update, dass Ihr Kunde im Lauf der Projekteinführung ebenso übernehmen möchte, müssen Sie auf eine aktuellere Liste zurückgreifen und sich ggf. erneut einen Überblick verschaffen. Wie gesagt, man kann diese Listen als Nachschlagewerk auffassen und relativ gut „überfliegen“.  Der Aufbau und Umfang variiert etwas und es werden übrigens nicht grundsätzlich Englischkenntnisse vorausgesetzt, da es ebenso deutsche Versionen gibt. Manchmal ist auch ein Blick in die Vorgängerversionen der Simplification List interessant.  Die aktuelle Liste können Sie über das Stichwort „Simplification“ (SNote 2313884) direkt bei SAP abrufen:

SAP S4HANA Simplification List