Retail-Stammdatenpflege mit Effizienz und Datenqualität!

Vorlagemechanismen dienen mit Ihren Vorschlagswerten nicht nur der effizienten Stammdatenpflege, sondern vermeiden zudem Fehler und Datenmängel. Für die verschiedenen Stammsätze gibt es daher eine Reihe von Datenquellen, dank deren Einsatz weniger individuelle Eingaben erforderlich sind. Dies spart Zeit, vermeidet Eingabefehler und sorgt für umfassend gepflegte Stammdatensätze. Eine systemseitig festgelegte Priorisierung dieser Datenquellen sorgt zudem dafür, dass bei mehrfach vorhandenen Daten die (höchstwahrscheinlich) beste Auswahl getroffen wird. Da es sich fast immer um Vorschlagswerte handelt, können diese Angaben jedoch auch individuell angepasst werden. Dank der Vorlagemechanismen ist zudem teilweise sogar eine nachträgliche Massenpflege mit geringem Aufwand möglich. Bei einigen Felder werden Änderung innerhalb der Vorlage weitergeben. Das System berücksichtigt dabei Ihre individuellen Änderungen als höherwertig und überschreibt diese daher nicht. Ein gut geplanter Einsatz der Vorlagemechanismen garantiert eine hohe Datenqualität und reduziert gleichzeitig die individuelle Arbeit, welche aufwändiger und fehleranfälliger ist.

Optimierung der Retail-Stammdatenpflege

Auf der folgenden Seite bekommen Sie einen Überblick über die

  • Artikelstämme
  • Betriebsstämme
  • Debitorenstämme
  • Kreditorenstämme

mit Ihren Vorlagedatenquellen, mit welcher Priorität diese vom System abgefragt werden und welche Felder dort vorbelegt werden können. Falls Sie eine noch detailliertere Darstellung wünschen, empfiehlt der Autor das Buch „SAP Retail – Prozesse, Funktionen, Customizing von Michael Anderer (Rheinwerk)“.

Artikelstammsätze

Die Daten der Artikelstammsätze können aus vielen verschiedenen Quellen vorgeschlagen werden. Via Customizing lassen sich sowohl die Priorität, als auch die zur Verfügung stehenden Quellen (OMSR) konfigurieren. Im Standard gelten die folgenden Prioritäten, die der Reihe nach aufgeführt werden. Insofern es also mehrere Quellen für ein Feld bei der Datenübernahme gibt, wird die in dieser Aufzählung zuerst aufgeführte Datenquelle bevorzugt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden jeweils nur ein paar Beispielvorlagedaten aufgeführt und ggf. auf ein paar interessante Zusatzinformationen eingegangen.

  • Saison: Listungs- und Verkaufszeiträume untergliedert nach Filiale und VZ.
  • Lieferantenstammsatz: Bestätigungssteuerungsschlüssel, Ursprungsland, Währung, Planlieferzeit usw.
  • Vorlagebetrieb: Dieser liefert Daten für die Sichten Logistik VZ und Filiale entsprechend der Einstellung innerhalb der Transaktion WSS1. Spätere Änderungen werden sogar teilweise an die Artikelstämme weitergeben; insofern deren Felder nicht zwischenzeitlich manuell geändert wurden bzw. diese zu den Ausnahmen gehören. So werden der Höchstbestand, die Planlieferzeit oder Einkäufergruppe z.B. nur bei der initialen Erzeugung übernommen und spätere Änderungen nicht überschrieben.
  • Dispositions-/Prognoseprofile: Daten aus den Dispositionsprofilen (MMD1/2/3) und Prognoseprofilen (MP80/1/2/3) werden nur übernommen, insofern diese im Vorlageartikel hinterlegt wurden. Es kann zudem festgelegt werden, ob es ein Festwert oder Vorschlagswert ist. Bspw. Disponenten, Dispositionsmerkmale, Sicherheitsbestände usw. – Grunddatensicht desselben Artikels: Die Daten aus der „MARA-Mandatenebene“ werden vorgeschlagen und insofern keine manuellen Änderungen, werden spätere Änderungen meist weitergegeben. Beispielsweise Mengeneinheiten, Einkäufergruppen, Warengruppen usw.
  • Sammelartikel: Bis auf GTIs, Verbrauchs- und Prognosewerte werden alle Daten in die Varianten des Sammelartikels übernommen inkl. Infosätze und Preise. Insofern nicht individuelle Änderungen vorgenommen wurden, werden zukünftige Änderungen auch ebenso an die Varianten weitergereicht. Individuelle Preise der Varianten können über das Preisprofil in der Grunddatensicht des Sammelartikels ausgesteuert werden.
  • Expliziter Vorlageartikel: Dieser wird bei der MM41-Erstellung mit angegeben und ermöglicht eine Bevorzugung der Vorlagewerte, die sich an den logistischen Abläufen orientiert. Während der nachgelagerte Warengruppenvorlageartikel sich ggf. nicht an den logistischen Anforderungen, sondern am Kundenbedarf orientiert. Als Vorlageartikel können ähnliche Artikel verwendet werden oder aber explizit als Vorlageartikel definierte Artikel, die dann nicht bewirtschaftet werden.
  • Warengruppenvorlageartikel: Dienen ausschließlich als Datenquelle und sind in der Warenwirtschaft nicht physisch vorhanden. Es kann pro Basiswarengruppe ein Warengruppenvorlageartikel- über einen Absprung [WG-Vorlageartikel] aus der Warengruppentransaktionen (WG21 und WG22)- angelegt, gepflegt oder einfach nur zugeordnet werden. Insofern Sie also einen Artikel mit dieser Warengruppe anlegen, werden viele Daten aus dem zugeordneten Warengruppenvorlageartikel übernommen; insofern nicht eine der zuvor genannten Vorlagequellen bereits gezogen wurde. Sie können Daten auf unterschiedlichen Ebenen (EKO, Lieferanten, Vertriebslinien, Betrieben, Betriebsgruppen usw.) pflegen, die dann später direkt übernommen werden können.
  • Customizing: Im Customizing können diverse Vorlagedaten hinterlegt werden, die dann ebenso in den Artikelstamm übernommen werden. Nachträgliche Änderungen werden hier jedoch nicht an die bestehenden Artikelstämme weitergeben. Es gibt unterschiedliche Quellen im Customizing. Aus dem Customizing der Artikelart werden z.B. der betriebsübergreifende Artikelstatus, die Beschaffungsart und Bewertungsklasse (Grunddaten) vorgeschlagen. Aus den Buchungskreisen (OMSY) kann die laufende Buchungsperiode und das Geschäftsjahr und aus den Warengruppen die Sparte und Gewichtseinheit übernommen werden. Aus dem Customizing der getrennten Bewertung kann eine Vorschlagsbewertung, die Bewertungsklasse (Logistikebene) und das Chargenpflichtkennzeichen übernommen werden. Um nur einige Beispiele möglicher Quellen zu nennen.
  • Konstanten: Diese werden nur vorgeschlagen, wenn es keine Vorschlagswerte aus einer anderen Quelle gibt. Zu Ihnen gehören z.B. das Kennzeichen Skontofähig (x), die Losgröße der Erzeugniskalkulation (1), Gültigkeit (Tagesdatum bis 31.12.9999) und das Periodenkennzeichen (W).

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Debitorenstammsätze

Pro Kontengruppe wird im Customizing der Umfang der zu pflegenden Debitorenstammfelder definiert und als Vorlage dienen einzig anderen Debitoren. In der Transaktion XD01 zur Debitorenanlage kann daher ein Vorlagedebitor angegeben und je nach Wunsch weitere zugehörige Vorlageinformationen eingegeben werden. Wird nur der Debitor eingetragen übernimmt das System lediglich die allgemeinen Daten. Ergänzen Sie den Buchungskreis werden buchungskreisspezifische Daten ebenso übernommen und analog bedingt die Angabe der Vertriebslinie die Übernahme der vertriebsspezifischen Daten. Das System selektiert dabei die sinnvollen Daten, sodass ohnehin individuell zu pflegende Felder (Anschrift, Bankverbindungen usw.) leer bleiben.

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Kreditorenstammsätze

Analog, nur das hier die Transaktion XK01 verwendet wird und statt der betriebsspezifischen Vorlagedaten die einkaufsspezifischen Vorlagedaten via Angabe der Einkaufsorganisation übernommen werden können.

IS Retail Supplier Lieferant Supply Chain MM Lieferantenstämme Kreditorenstämme

Betriebsstammsätze

Es gibt eine optionale Vorlagedatenquelle den Vorlagebetrieb und die andere Datenquelle ist das Betriebsprofil, welches ohnehin obligatorisch ist. Das Betriebsprofil im Customizing definiert den Betriebstyp (Filiale oder Verteilzentrum), ob Debitor und Kreditor im Betriebsstamm gepflegt werden müssen, ggf. deren Kontengruppe, den Feldstatus für alle Felder (Ausgeblendetes Feld bzw. Anzeige-, Kann- oder Mussfeld) inkl. Kopierregeln für einen ggf. vorhandenen Vorlagebetrieb. Insofern die Betriebsklassen (030) oder Abteilungsklassen (034) verwenden, können Sie die Klassifizierung dort vornehmen. Einen Vorlagebetrieb können Sie im Betriebsprofil als Datenquelle pflegen, welcher bei der Betriebsanlage (via WB01) zukünftig vorgeschlagen bzw. auch manuell eingeben werden kann.

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