Üblicherweise dauern, im dynamischen Mittelstand mit kurzen Entscheidungswegen, Neueinführungen 6 bis 15 Monate und Systemkonvertierungen 4 bis 12 Monate. Großunternehmen müssen teilweise mehrere Jahre einplanen. Einflussfaktoren sind neben der Unternehmenskomplexität auch die Einführungsstrategie, das SAP-Team, verwendete Werkzeuge und ob der Kunde bereits SAP im Einsatz hatte. SAP-Neukunden aus dem Mittelstand haben z.B. oftmals weniger spezifische Anforderungen und diskutieren daher weniger. Man bleibt also üblicherweise näher an den SAP Best Practice-Prozessen (SAP Standard), das Template und Blueprint (Anforderungszusammenstellung) bleiben insgesamt übersichtlicher. Wenn die Backlog-Liste mit Delta-Anforderungen (nicht im Standard abbildbare Anforderungen) übersichtlich bleibt, kann dies einer kurzen Einführungszeit sehr zuträglich sein (Paretoprinzip). Viele Entscheidungsträger und kundenindividuelle Wünsche, lassen dagegen Projekte komplexer werden. Bei Neueinführungen ist die Datenaufbereitung sowie das Change-Management inkl. Mitarbeiterschulung aufwändiger. Handelt es sich bereits um einen SAP-Kunden, so verursachen die vorhandenen kundenindividuellen Entwicklungen (RICEFW) Aufwand. Change-Management bedeutet dann unter anderem auch dem Kunden SAP-Standardlösungen näher zu bringen.
Lieferpläne können auf Kontrakten oder anderen Einkaufsbelegen basieren und werden über die Transaktion ME31L angelegt (Fiori-App Lieferplan anlegen). Später kann innerhalb der Lieferpläne, über die Transaktion ME33L oder die Fiori-App „Lieferplan anzeigen“, die Abrufdokumentation eingesehen werden. Dies setzt die Wahl einer passenden Vertragsart (Belegtypen siehe SM30 VV_T161_VL) voraus, die die Abrufdokumentation vorsieht. So können dann z.B. aktuelle Lieferplanabrufe mit vergangenen verglichen werden, um z.B. Mengenabweichungen zu analysieren. Neben den in Einkaufsbelegen üblichen Einträgen (Gültigkeit, Incoterms, Zahlungsbedingungen, Konditionen usw.), finden Sie auch Fixierungshorizonte. Mit deren Hilfe können Sie Verbindlichkeitsgrade pflegen sowie die automatischen Änderungen im Bedarfsplanungslauf aussteuern. Da es bei kurzfristigen Änderungen ggf. zu Produktions- und Materialerstattungsansprüchen seitens der Lieferanten kommen kann, werden automatische Änderungen von MRP im kurzfristigen Horizont bevorzugt ausgeschlossen.
Die Grafik veranschaulicht inwiefern der Disponent in den Prozess eingreifen muss bzw. kann (blau). Später kann fast alles im Hintergrund laufen (grau) und der Disponent muss sich nur noch um Ausnahmen kümmern. Die vier orangen Prozessschritte werden im Folgenden näher erläutert:
Einerseits können via ME38 manuell Einteilungen angelegt oder automatisch über die Fiori-App „MRP Live“ bzw. Transaktion MD01N angelegt werden. Der Bedarfsplanungslauf kann später via Job erfolgen, sodass Einteilungen automatisch erzeugt werden. Die Transaktion MD04 wurde in S/4HANA um eine Fiori-App „Bedarfs-/Bestandsliste überwachen“ ergänzt. Mit dessen Hilfe die Einteilungen nicht nur überwachst, sondern auch direkt geändert werden können.
Die direkte Übermittlung der Einteilungen an den Lieferanten ist eher unüblich, aber möglich. Es werden meist zusätzlich Lieferplanabrufe angelegt; manuell z.B. via ME84 oder via Fiori-App „Lieferplanabruf anlegen“. Die Ergänzung um stundengenaue Feinabrufe wäre auch noch möglich, soll hier aber nicht weiter betrachtet werden. Die automatische Erzeugung von Lieferplanabrufen kann später über einen Job (RM06EFLB) eingeplant werden. Die Einteilungen bleiben im vorgestellten Szenario also interne Belege und zur externen Kommunikation werden Lieferabrufe eingesetzt.
Für diese Lieferabrufe kann dann zusätzlich ein „Stopping“ implementiert werden (SM30: V_T163P). So kann bei großen Mengenabweichungen zu anderen Lieferplanabrufen, bei geändertem Revisionsstand des Materials oder gültig werden eines Nachfolgematerials ein sogenanntes „Stopping“ ausgelöst werden. Der Disponent muss dann über die Transaktion ME89 explizit eine Entscheidung (Freigabe) treffen. Dies ist der einzige Schritt, welcher später zwingend manuell durchgeführt werden muss.
Denn auch das Versenden des Lieferabrufs, kann über einen Job (RM06ENDR_ALV) erfolgen. Manuell kann dies aber auch über die Fiori-App „Lieferplanabrufe drucken“ oder Transaktion ME9E veranlasst werden.
SAP Testmanagement via Focused Build Add-On im SAP Solution Manager
Der Solution Manager bietet Fiori-Apps zur Testplanung, -durchführung, -überwachung und -dokumentation sowie zur automatischen Durchführung von Regressionstests, Einbindung von weiteren Testsystemen, für das Testdatenmanagement, Analysen, Auswertungen etc. Focused Build ergänzt diesen Funktionsumfang dahingehend, dass aus den Anforderungen bzw. Arbeitspaketen Testpläne abgeleitet werden können und die Apps „My Test Execution“ und das erweiterte „Test Suite Dashboard“ zur Verfügung stehen.
SAP Fiori-Apps zum Testmanagement
Change & Release Management
Solution Administration
Test Plan Management
Test Suite Dashboard
Test Step Designer
My Text Execution
Administration
Assign Testers
Check Report
My Defects
Test Suite
SAP Testmanagementabwicklung im Solution Manager
In Focused Build können Projekte mit Ihren Anforderungen angelegt und dokumentiert (App Solution Documentation) sowie in Arbeitspaketen zusammengeführt werden. Den Prozessschritten und damit auch Arbeitspaketen ordnet man Testfälle zu. Üblicherweise bildet man pro Arbeitspaket ein Testpaket. Aus Arbeitspaketen, die bereit für Tests sind (gem. Statussetzung), können dann wiederum die Testpläne abgeleitet werden. Mit der Zuordnung der Tester kann die Testplanung schließlich abgeschlossen werden. Aufgrund dieser Zuordnung findet jeder Tester seine Testfälle im Arbeitsvorrat (App My Test Execution), führt die Tests manuell oder automatisch aus, dokumentiert die Ergebnisse (inkl. Statussetzung) und erfasst ggf. Fehler (App My Defects). Im Rahmen von Korrekturen und Nachtests findet eine Weiterbearbeitung so lange statt, bis ein positiver Teststatus für den Testfall gesetzt werden kann. Die Solution Manager Fiori-Apps zur Testplanauswertung und -analyse, wurden um das übersichtliche Test Suite Dashboard ergänzt. Dort sieht man insbesondere den Testfortschritt/Status des Testplans, der Testpakete, Testfälle und erfassten Fehler.
Einordnung der Testarten in den agilen Kontext von SAP Activate
Einzeltests bzgl. der Work Items (Unit Test) erfolgen bereits während einzelner Sprints, während zum Sprintende Funktionstests bzgl. der Work Packages eingeplant werden. Mehrere Sprints werden wiederum zu Waves zusammengefasst und diese werden mit einem (User) Acceptance Test (AT) mit Bezug zu den Anforderungen und optional zusätzlich einem Integrationstest abgeschlossen. Während vorgelagerte Tests ggf. ohne Vorbereitung und Planung durchgeführt werden, ist der AT von besonderer Bedeutung und wird daher vorbereitet und geplant. Hier werden nämlich die Endanwender einbezogen und via Statussetzung eine Entscheidung getroffen, welche Anforderungen (Transporte) später produktiv gesetzt werden. Mehrere Waves können wiederum zu einem Release zusammengefasst werden. Dies ist ein Projektumfang der produktiv gesetzt werden soll. In größeren Projekten kann die Produktivsetzung des Zielsystems nämlich in mehrere Einzelschritte unterteilt werden. Während zuvor die Testumgebung üblicherweise ein Q-System ist, werden im Sinne von SAP Activate die Integrations- und Regressionstests auf einem vorproduktiven System durchgeführt. Im Integrationstest werden komplette Wertschöpfungsketten (E2E) getestet und im Rahmen von Regressionstests erneut bereits produktive Prozesse und Funktionen überprüft. So kann man Seiteneffekte (Fehler), durch die neu hinzugekommenen Umfänge, ausschließen. Beim Go-live kann ein kurzer Test in der produktiven Umgebung zusätzlich eingeplant werden. Dieser dient als Entscheidungsgrundlage, um ggf. eine Fallbackstrategie einleiten zu können. Im Cutoverplan bereitet man bei einer System-Conversion (Brownfield-Ansatz) eine Rückkehr zu einer Systemkopie vor und berücksichtigt die Zeit, die dafür benötigt wird (Point-of-no-Return).
Zugriff auf den SAP Solution Manager inkl. Focused Build
Auf dieser Seite können Sie sich einen User inkl. Passwort aussuchen, um auf dem kostenlosen Testsystem Erfahrungen sammeln zu können. Oder Sie nutzen die Simulation, um sich von einem digitalen Guide durch die verschiedenen Aktivitäten leiten zu lassen:
Geschäftspartnerstämme gab es bereits im ERP-System. Diese wurden für spezifische Anwendungen (z.B. FSCM) und Industrien verwendet. Für die Brownfield-Einführung des S/4HANA-Systems müssen in SAP ERP alle Kunden und Lieferanten mit Geschäftspartnerstammsätzen verbunden werden. Im Rahmen des SAP Readiness Checks wird geprüft, wie viele Kunden und Lieferanten noch nicht synchronisiert wurden. Dies ist eine der Voraussetzungen, bevor man ERP zum S/4HANA-System konvertieren kann.
Zusammenstellung der wichtigsten SAP Notes via SAP TCI-Note 2820678
Vollständigkeitsprüfung (CVI_COMPL_CHK)
Überprüfung der CVI-Links und des Customizings insb. nach der Massenpflege oder kurz vor der Konvertierung (CVI_UPGRADE_CHECK_RESOLVE bzw. PB_CVI_IMG_CHK)
CVI Massensynchronisation (MDS_LOAD_COCKPIT)
Die Vorprüfungen wurden von SAP im Cockpit zusammengeführt (CVI_Cockpit)
Die grafische Benutzeroberfläche nennt man in SAP Terminologie auch Graphical User Interface (GUI) und dessen Oberflächengestaltung (Theme). Die Theme-Auswahl wird an einem Beispiel veranschaulicht.
Wenn Sie das SAP Logon öffnen, können Sie über Optionen das SAP-Theme im „Visuelles Design“-Abschnitt ändern. Von der klassischen Darstellung bis hin zu Themes, die den Fiori-Apps etwas ähnlicher sehen, stehen verschiedene Alternativen zur Auswahl. Daneben können Sie auch Ton-, Schrift- und Farbeinstellungen und vieles mehr konfigurieren. Diese acht Themes stehen im Standard zur Verfügung:
SAP Signature Theme High Contrast Black
Belize High Contrast White
Belize High Contrast Black
SAP Signature Theme
Blue Crystal Theme
Classic Theme
Belize Theme
Corbu Theme
Wählen Sie das Belize Theme, so finden Sie zum Beispiel innerhalb der Transaktion ML33 zur Konditionspflege ein paar neue Schaltflächen. Diese standen in SAP ERP noch nicht zur Verfügung. Außerdem ist die grafische Darstellung den Fiori-Apps ähnlicher.
Apropos: Sie können in S/4HANA via [Betrag ändern] eine prozentuale Änderung von 3% eingeben und es wird der Betrag der markierten Leistung entsprechend angepasst. Es können sogar mehrere Leistungen gleichzeitig markiert und bearbeitet werden. Die direkte Eingabe im Feld ist natürlich weiterhin ebenso möglich. Sie können via [Währung ändern] die Währung ändern und dazu direkt den Kurstyp auswählen (zum Beispiel zum Stichtagskurs oder einem Durchschnittskurs). Oder S/4HANA via [Gültigkeit prüfen] Ihre Einträge auf ungültige Überlappungen prüfen lassen.
Anhand einer Fiori-App soll SAP´s User Experience veranschaulicht werden. Die Fiori-App zur Beschaffungsübersicht bietet einen High-Level-Überblick zu allen Einkaufs-KPIs. Sie bekommen sowohl analytische, als auch operative Informationen. S/4HANA hilft dem Einkäufer den Blick auf das aktuell Relevante zu lenken und gleichzeitig einen Überblick zu bewahren. Im Beispiel beschränken wir uns auf die Warengruppe „Dienstleistungen“. Der Filter kann natürlich individuell via „Filter anpassen“ angepasst werden und man kann so ganz andere Betrachtungswinkel selektieren.
Nach dem Sie die Auswahl getroffen haben, bekommen Sie folgenden Überblick.
So erkennen Sie z.B. auf einen Blick:
Kritische Dienstleistungskontrakte (Gültigkeit oder Zielwert/-menge)
Laufende Ausschreibungsprozesse (Anfragen und Angebote)
Offene Bestellanforderungs- und Bestellpositionen
Eingegangene Lieferantenbestätigungen
Lieferantenbewertungen/-leistungen
Offene Aktivitäten
Bestellausgaben
Via Klick auf eine Kachel, gelangen sie jeweils in die Detailansicht. Teilweise können Sie sogar die Gesamtübersicht (oranges Feld 1) oder Einzelübersicht (oranges Feld 2) wählen.
Klicken Sie z.B. in das Feld 1, so bekommen Sie diese Übersicht angezeigt:
Via Drilldown (Lieferant, Werk usw.) und Anzeigeeinstellungen (Kategorien, Achse 1 und Achse 2), können Sie die Anzeige und betrachteten Details ändern. Zudem kann die Sortierung und grafische Ausgabe (z.B. Balken-, Säulen- oder Kreisdiagramm) konfiguriert werden. Auch der Export in Excel oder das Öffnen einer Tabellenansicht innerhalb der Fiori-App ist möglich. Sie können sogar Benachrichtigungen abbonieren, Mini-Diagramme einblenden, auf die Säulen klicken und so in Detailansichten navigieren usw.
Wechseln Sie wieder zurück in die Cockpitübersicht, so können Sie via Klick auf das Feld 2 in die Einzelansicht zum Lieferanten (hier S4-Experts) navigieren.
Klicken Sie z.B. auf „Ausgaben außerhalb des Kontrakts“, so können Sie die aktuelle Auswahl ändern:
Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr umfangreich, aber dank dieser intuitiven Konfigurationsmöglichkeiten dennoch einfach zu verstehen und anzuwenden. In einer anderen Kachel werden Ihnen z.B. Bestellanforderungspositionen ohne Bezugsquellenzuordnung angezeigt. Via Klick auf diese, können Sie in die Bestellanforderungsverwaltung navigieren und zum Beispiel einen Lieferanten zuordnen. In der Kontraktübersicht wird Ihnen zum Beispiel angezeigt, inwiefern ein Rahmenvertrag aufgebucht wurde (Wert-/Mengengrenze). So können Sie bereits vor Erreichung einer Wert- oder Mengengrenze die Nachverhandlung mit dem Lieferanten einleiten. Um solch ein Meeting mit einem Lieferanten vorzubereiten, reicht es diesen oben einzugeben:
Damit bekommen Sie alle Informationen zum Lieferanten auf einen Blick. Kontrakte, Ausgaben, offene Belege (hier unbeantwortete Anfragen) etc. Wäre zum Beispiel eine Lieferantenbewertung vorhanden, könnte man Erkenntnisse daraus auch in die Verhandlungen mit einbeziehen. So könnte man zum Beispiel zusätzlich die zuverlässigere Einhaltung von Lieferterminzusagen via Service Level Agreements anstreben. Für den betrachteten Lieferanten gibt es noch keine Lieferantenbewertung. Eine mögliche Übersicht bzgl. Preis, Menge, Termintreue und Qualität würde zum Beispiel folgendermaßen aussehen. Auch hier kann man die Darstellung konfigurieren.
SAPs „User Experience“ ist also kein leeres Versprechen geblieben. Hier hat sich das System weiterentwickelt und ist benutzerfreundlicher geworden. Dies App ist gleichzeitig ein sehr umfassendes Werkzeug und dennoch gut zu beherrschen.
KANBAN ist ein Planungssystem das sich am Materialfluss orientiert und so die Produktions- und Nachschubsteuerung übernimmt. Wird am Bereitstellungs- und Verbrauchsort (PSA) Material verbraucht, so kann dies zum Beispiel bei Unterschreitung einer bestimmen Menge den Nachschubprozess auslösen. Dies ist eine einfache und dennoch flexible Lösung den Nachschub zu organisieren und gleichzeitig Bestände und Kosten zu reduzieren. Eine Vorplanung durch eine zentrale Stelle ist nicht erforderlich und zusätzlich reagiert die Lösung direkt auf geänderte Bedarfssituationen.
KANBAN-Karten enthalten alle relevanten Daten für den Transport und die Produktion oder den Einkauf. Alternativ können auch KANBAN-Behälter diese Rolle übernehmen und alle Infos direkt enthalten. KANBAN-Regelkreise verbinden die Produktionsversorgungsbereiche (PSAs) mit den Materialquellen (Produktion, Lager, Lieferant oder Verantwortlicher).
Voraussetzungen für SAP KANBAN
Voraussetzungen für KANBAN sind kleine Losgrößen und dennoch geringe Rüstzeiten & -kosten für einen regelmäßigen Nachschub. Eine Großserienproduktion mit optimierter Losgröße, sollte dadurch also nicht gerade angestoßen werden. Eine glatte/kontinuierliche Produktion und geringere Schwankungen beim Materialverbrauch sollten ebenso gegeben sein. Schwankungen in einem angemessenen Rahmen, können durch eine schnellere Zirkulation der Behälter ausgeglichen werden. Auch ist hinreichend Platz und ein relativ hoher Standardisierungsgrad der Materialien erforderlich. Sehr viele Varianten, wovon jede nur gelegentlich zum Einsatz kommt, sind also nicht gut geeignet. Den Nachschub von Schrauben, die immer verbaut werden (konstanter Verbrauch und geringer Platzbedarf), könnte man beispielsweise via KANBAN steuern.
Übliche Kanbanverfahren in SAP
Klassisches KANBAN: Menge pro Kanban und Kanbananzahl sind fest. Der Mengenpuffer ist am PVB.
Ereignisgesteuertes KANBAN: Kanbananzahl und Menge pro Kanban orientieren sich am tatsächlichen Bedarf. Keine Bereitstellung am PVB, sondern explizit auf Anforderung. Es soll einfach nur der vereinfachte Ablauf genutzt werden. Leersetzen des Kanbans bewirkt dessen Löschung.
Kanban mit Mengenimpuls: Entnommene Mengen werden manuell oder automatisch via BDE erfasst und der Statuswechsel „Leer“ erfolgt sobald die Kanbanmenge (Unterschwelle) erreicht ist.
SAP Kanban Stammdaten
Produktionsversorgungsbereiche (PK05/PK05S)
Produktionsverantwortliche (Disponenten), die für mehrere PVBs zuständig sind (SM30 V_T024D)
Regelkreise (PKMC); bestimmen die Nachschubstrategie (Umlagerung, Eigenfertigung oder Fremdbeschaffung), automatische/manuelle Bestimmung der Kanbananzahl und die Menge pro Behälter.
Kanbahntafeln bzgl. Verbrauchersicht (PK13N), Quellensicht (PK12N) und Status (PK10)
Integrated Business Planning ist der “Sales and Operation Planning”-Nachfolger (S&OP) aus der Cloud. Die HANA-basierte Lösung kombiniert klassische Planungs- und Prognosefunktionen mit modernen Machine-Learning-Heuristiken. Bei der integrierten Businessplanung (IBP) werden operative und taktische mit den strategischen und finanziellen Absatz- und Produktionsplanungsprozessen verbunden. Modernste Methoden und Prozesse für die Nachfrage-, Distributions-, Produktions- und Beschaffungsplanung sind Schlüsselfaktoren für profitables Wachstum und eine robuste Wertschöpfungskette. IBP soll dabei helfen eine faktenbasierte Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Finanzkennzahlen zu ermöglichen. Mittlerweile ist es weit mehr als ein einfaches Supply-Chain-Planungstool.
IBP bietet Unterstützung strategische Ziele der Unternehmensplanung zu managen, verbessert die Transparenz für langfristige Geschäftsaussichten (Chancen nutzen) und Risiken und bietet Überwachungsfunktionen für definierte Kennzahlen.Vorteile der IBP-Nutzung sind zum Beispiel eine genauere Verkaufsplanung, zuverlässigere Prognosen, eine höhere Produktprofabilität und ein optimierter Produktmix.
IBP Komponenten
Supply Chain Tower: Wertschöpfungskettenüberwachung und -analyse
Demand Planning: Nachfragetransparenz mit kurz-, mittel- und langfristigen Prognosen dank „Machine Learning“
Inventory Optimiziation: Optimierte Bestände bzgl. Gewinnmaximierung, Nachfrageabdeckung und Kostenreduzierung
Response and Supply Planning: Ressourceneinsatzoptimierung durch Bedarfspriorisierung und Kontingentierung. So können diese Informationen bei kurzfristigen Änderungen in der Wertschöpfungskette (zum Beispiel neue Kundenaufträge) oder bei Was-wäre-wenn-Analysen einfließen.
Sales & Operations Planning (S&OP): Vertriebs- und Produktionsplan, der Bestand, Service Level und Rentabilität berücksichtigt (Unternehmensstrategie: Wachstum in den profitablen Feldern).
SAP S/4HANA beinhaltet mittlerweile die aus SAP SCM APO bekannte PP/DS-Komponente für die Produktions- und Feinplanung. Wer sich neu in das Thema einarbeiten möchte, stößt auf viele neue Begrifflichkeiten und Transaktionen. Während in vorherigen Artikeln bereits ein Überblick über die Lösung selbst, dessen Vorteile, Stammdaten, Schnittstelle zwischen S/4HANA und PP/DS-Add-on, Modelle und Planversionen geboten wurde, soll jetzt eine Übersicht über einen möglichen Szenarioaufbau gegeben werden. D2D MFG bzw. PP-Kenntnisse werden vorausgesetzt, um die Beschreibung übersichtlich zu halten.
Das CIF-Integrationsmodell ist für die Übertragung der Lokationsstammdaten (Werke, Kunden, Lieferanten etc.) und Fremdbeschaffungsbeziehungen (Infosätze, Kontrakte, Lieferplaneinteilungen usw.) erforderlich. Außerdem werden über CIF die Transportbeziehungen angelegt; z.B. für den Produktaustauch zwischen zwei Werken. Mit Hilfe der Transaktion CFM1 erzeugen Sie ein Integrationsmodell und mit Hilfe der Transaktion CFM2 können Sie dieses freigeben.
Zunächst muss für einige Fertigerzeugnisse in der Materialstammsicht „Erweiterte Planung“ das gleichnamige KZ gesetzt werden. Öffnen Sie anschließend die Produktsicht /N/SAPAPO/RRP3, um das Ergebnis zu prüfen.
Schauen Sie sich danach deren Arbeitspläne an und entscheiden Sie welche Arbeitsplätze als Engpassressourcen innerhalb der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden sollen. In den Arbeitsplatzstammdaten müssen Sie dazu das Kennzeichen zur „erweiterten Planung“ setzen.
Prüfen Sie die Fertigungsversionen und übertragen Sie diese mit Hilfe der Transaktion CURTOADV_Create an PP/DS. Bei der Planversion ist 000 einzutragen und die absolute Übertragung auszuwählen; ansonsten gibt man logischerweise Werk, Materialien und Fertigungsversionen an. Später können Sie die erzeugten Produktionsdatenstrukturen (PDS) via /n/SAPAPO/CURTO_SIMU anzeigen lassen.
Um die in S/4HANA vorhandenen Transaktionsdaten an PP/DS zu übertragen führen Sie das Programm /SAPAPO/PPDS_DELTA_ORD_TRANS aus. Ggf. muss vorab ein entsprechendes Szenario aufgebaut werden.
Die interaktive Produktionsplanung kann über die Produktsicht N/SAPAPO/RRP3 angestoßen werden. Als Propagierungsbereich SAPALL und Planversion 000 wählen sowie natürlich auch Produkte und das Werk eintragen. Das Anlegen neuer Planaufträge erfolgt via Produktheuristik, sodass Sie zum Beispiel mehrere Planaufträge gleichzeitig einplanen können. Über den Auftragskontext können Sie in die Feinplantafel navigieren und sich deren Ressourcenüberlastung anzeigen lassen. Kehren Sie zurück in die Produktsicht und sichern Sie diesen Plan.
In die Feinplantafel gelangt man via/N/SAPAPO/CDPS0. Dort können Sie die kritischen Ressourcen im Arbeitsbereich aufrufen, die DS-Planungsstrategie [F7] ändern und die Vorgänge neu einplanen [F5]. Änderungen die für S/4HANA eine Rolle spielen sollen, müssen danach in der Planversion 000 gesichert werden [F6].
Den PP/DS-Lauf können Sie via /N/SAPAPO/RRP3 kontrollieren.
SAP Production Planning and Detailed Scheduling (PP/DS)
Dieses Modell stellt die Stammdaten von den Lieferanten, über die Produktion, bis zu den Kunden dar. Die Stammdaten aus dem S/4HANA-System werden automatisch dem aktiven Modell zugeordnet, welches die aktuell verwendeten Logistikketten darstellt. Daneben gibt es ggf. noch andere Simulationsmodelle mit eigenen Planversionen. In PP/DS manuell angelegte Daten müssen daher immer einem Modell zugeordnet werden. Die Planversionen zu den Modellen verwalten die Bewegungsdaten zu den Stammdaten des Modells. Allerdings kann nur die Planversion zum aktiven Modell die Bewegungsdaten mit dem ausführenden System austauchen. In den Planversionen eines nicht aktiven Modells kann man zum Beispiel Planprimärbedarfe erhöhen und dann in dieser simulierten Umgebung eine Produktionsplanung durchführen.
SAP Production Planning and Detailed Scheduling (PP/DS)
Anhand der Stammdaten merkt man immer noch, dass PP/DS früher nicht im ERP-System integriert war. Die S/4HANA-Stammdatenobjekte werden auf PP/DS-Planungsstammdatenobjekte abgebildet.
SAP S/4HANA Stammdaten und SCM APO PP/DS Stammdaten
S/4HANA
PP/DS
Werke, Kunden und Lieferanten
Lokationen
Materialien
Produkte
Arbeitsplätze mit Kapazitätsarten
Ressourcen
Fertigungsversionen
Produktionsdatenstrukturen
Transportbeziehungen
Core Interface (CIF)
Das ermöglicht den Datenaustauch. Das CIF-Integrationsmodell ist für die Übertragung der Lokationsstammdaten (Werke, Kunden, Lieferanten etc.) und Fremdbeshaffungsbeziehungen (Infosätze, Kontrakte, Lieferplaneinteilungen usw.) erforderlich. Außerdem werden über CIF die Transportbeziehungen angelegt; zum Beispiel für den Produktaustauch zwischen zwei Werken. Das Anlegen der Produkte und Ressourcen wird über Flagsetzung „erweiterte Planung“ in den entsprechenden ERP-Stammdaten ausgesteuert. Im Materialstamm gibt es sogar einen gleichnamigen Reiter mit vielen Feldern. Ist die erweiterte Planung aktiviert, führt MRP Live automatisch die gepflegte Heuristik in PP/DS aus. In PP/DS wird übrigens aus jeder Arbeitsplatzkapazität eine Ressource, das heißt ein Arbeitsplatz mit den Kapazitätsarten Maschinen und Personen, wird in zwei Ressourcen aufgeteilt. Die Produktionsdatenstrukturen (PDS), das heißt die Stücklisten und Arbeitspläne inkl. Arbeitsplätze, Fertigungshilfsmittel und Komponentenallokation, werden über die Transaktion CURTOADV_Create an das PP/DS-Add-on übertragen.
Die Bewegungsdaten werden nur zum aktiven Modell und dessen aktiver Planversion mit dem ausführenden S/4HANA-System ausgetauscht. PP/DS-Planaufträge werden ohne Vorgangstermine an S/4HANA übertragen. Stattdessen enthalten sie die grundlegenden Daten für die Produktion inkl. der Sekundärbedarfe für die PP/DS- und NON-PP/DS-Komponenten. Die Auftragsumsetzung kann auch in SAP PP/DS erfolgen. Dazu setzt man die Planaufträge in Fertigungsaufträge um (Umsetzungskennzeichen) und erhält damit S/4HANA Fertigungsaufträgen (inkl. Fertigungstermine).
SAP Production Planning and Detailed Scheduling (PP/DS)
Die Produktions- und Feinplanung (PP/DS) wurde von SCM APO übernommen und in das S/4HANA-System integriert, erfordert aber nach wie vor eine Aktivierung und Lizenzierung. Üblicherweise plant man über PP/DS die Produkte auf Engpassressourcen; während zum Beispiel verbrauchsgesteuerte Einkaufsmaterialien mit der infiniten Beschaffungsplanung „MRP Live“ bestens abgedeckt sind. Vorab bestimmt man die Engpassressourcen und lässt dann alle Produkte dazu über PP/DS planen. Man stellt also sicher, dass alle Produkte die über diese Arbeitsplätze laufen, in der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden.
Argumente für SAP PP/DS
PP/DS plant minutengenau und zwar auch für Sekundärbedarfe, wodurch eine Bestandsreduzierung bei gleichzeitig besserer Liefertreue erreicht werden kann. Die Optimierung der Auftragsreihenfolge verkürzt Durchlaufzeiten und weitere Optimierungsverfahren helfen Rüstzeiten/-kosten zu optimieren. Zudem ist eine mehrstufige Sicht der Material- und Kapazitätsplanung (Pegging) verfügbar. Es gibt verschiedene Planungsheuristiken und dynamische Ausnahmemeldungen (Alerts). Bei der bidirektionalen Planung in PP/DS können z.B. Abhängigkeiten berücksichtigt werden. So wird im Rahmen der Bottom-up-Heuristik sichergestellt, dass der Planauftrag für das Enderzeugnis nicht vor der Komponentenfertigstellung beginnt. Über die Wahl der Planungsstrategie kann festgelegt werden, ob eine finite oder infinite Planung durchgeführt wird. Bei der finiten Planung (Kapazität gilt als begrenzt), wird eine simultane Mengen- und Kapazitätsplanung auf Planauftragsebene durchgeführt. MRP geht hingegen immer von unbeschränkten (infiniten) Kapazitäten aus und erst im Nachgang erfolgt ggf. die Kapazitätsplanung.
Außerdem gibt es den Alert-Monitor; eine Überwachungskomponente in PP/DS. Jede Situation, die in der Planung angepasst werden muss, wird als Alert ausgegeben (optional sogar via E-Mail). Es gibt unterschiedliche Prioritätsstufen (Information, Warnung und Fehler) und man kann über die Standard-Alert-Typen hinaus auch eigene definieren. Das schafft Transparenz und eine zentrale Anlaufstelle, um schnell zu identifizieren was wichtig ist.
SAP Production Planning and Detailed Scheduling (PP/DS)
Diverse Funktionen aus den klassischen Satellitensystemen, wie den SAP-Systemen Supplier Relationship Management (SRM) und Supply Chain Management (SCM), wurden in das SAP S/4HANA-System überführt. In diesem Artikel soll die Integration des Extended Warehouse Managements (EWM) aus dem SCM-System vorgestellt werden. Diese Lagerverwaltungssoftware dient der Steuerung komplexer Lager und gilt als Nachfolger des ERP WM-Moduls. Ziel von EWM war es Prozesse steuerbar zu machen. So ist es z.B. möglich Prozesse und Bewegungen in ihren Einzelschritten dem Lagerlayout und genutzten Ressourcen anzupassen. Im Artikel soll ein Überblick für versierte WM bzw. EWM-Berater geboten werden. Es wird das nötige Fachwissen vorausgesetzt und der Fokus liegt auf den Besonderheiten.
SAP Stamm- und Bewegungsdaten
Für das in S/4HANA integrierte EWM (Embedded EWM), ist eine Bewegungsdaten- und Stammdatenübertragung über das Core Interface (CIF) nicht erforderlich. Materialstammdaten findet man nun nicht nur in den Tabellen MARA, MARC und MARD, sondern auch bereits in der Tabelle für den Produktstamm /SAPAPO/MATKEY. Produkte sind in EWM das Äquivalent zu den Materialien. Über die Fiori Apps „Produkt pflegen“ und „Produkte pflegen Lagerdaten“ können Sie die vom Materialstamm übernommenen Daten, um Lagerdaten ergänzen. In diese Fiori Gruppe gehören z.B. auch Stammdatenpflege Apps hinsichtlich Packspezifikationen, Lagerplätze, Fixlagerplätze, Ressourcen etc.
SAP EWM Wareneingang mit Anlieferung
Beim „Embedded EWM“ ist der Datenaustausch schlanker. Es wird nicht mehr eine Anlieferungsbenachrichtigung erzeugt und die Replication der Anlieferung erfolgt automatisch über die qRFC-Schnittstelle (queue Remote Function Call). Weniger Belege und mehr Transparenz sind die Folge. Zudem stehen für die LKW-Entladung, Wareneingangsbuchung und Einlagerung sogenannte „Radio Frequency Framework Funktionen“ zur Verfügung (kurz RF). RF ermöglicht den Einsatz mobiler Scanner und die Verwendung von Barcodes (EAN 128).
App „Anlieferung anlegen“; mit Bezug zum erhaltenen Lieferavis und über die Zeile Handling Unit (HU) anlegen erstellen Sie selbiges. Nach der Dateneingabe (Menge, Packmittel, HU Typ und Anzahl) markieren Sie die Zeile und wählen Lieferung anlegen. Neuerdings wird jetzt sofort eine ERP und eine EWM-Anlieferung erzeugt.
App „Anlieferung pflegen“; nacheinander Anlieferungsnummer eingeben, Belegzeile markieren und jeweils den Button [Entladen + Sichern], [Wareneingang + Sichern], [Lageraufgabe anlegen] und [Lageraufgabe quittieren] wählen. Nun befindet sich die Waren in der Bereitstellungszone.
Inspektionsergebnisse erfassen. Insofern die Qualitätssicherung vorgesehen war, wurde im Hintergrund automatisch zusätzlich ein Prüflos erzeugt. Sie können dann über die Transaktion QA35 die Prüfergebnisse erfassen und eine Verwendungsentscheidung treffen. Dies bewirkt eine Änderung der Bestandsart z.B. in den frei-verwendbaren Bestand, gesperrten Bestand usw. Abschließend muss diese Lageraufgabe quittiert werden.
App „Lageraufgabe anlegen Handling-Units“. Nach Eingabe der Lagerprozessart und dem Nachlagerplatz (insofern keine automatische Einlagerungsstrategie implementiert wurde) zzgl. [Anlegen + Sichern], erfolgt die Einlagerung auf den finalen Lagerplatz. Die physische Einlagerung muss danach über die App „Lageraufgabe bestätigen“ noch quittiert werden [Anlegen + Sichern].
In der Bestellübersicht (ME23N) finden Sie jetzt einen Materialbeleg zum Wareneingang, in der Bestandsübersicht (MMBE) sehen Sie die Bestandsänderung und in der App Warehouse Management Monitor können Sie die Bestandsänderung auf Lagerplatzebene nachvollziehen.
SAP EWMWarenausgang mit Auslieferung
Ausgehend von einem Kundenauftrag durchläuft man z.B. die folgenden Prozessschritte.
App „Kundenauftrag anlegen“ (VA01)
App „Auslieferung anlegen“ (VL01N); alternativ auch „Auslieferung anlegen ohne Auftragsbezug“.
Via App „Lagermonitor“ kann die Auslieferung in EWM geöffnet und es können dazu die Lageraufträge und Lageraufgaben erzeugt werden. Dazu gehören die Kommissionierung sowie die Verpackung zu Handling Units. Danach können die Verladung der HUs in Transporteinheiten (LKW, Trailer etc.) sowie der Warenausgang durchgeführt werden.
Folgeprozesse, wie die Faktura, schließlich den Prozess ab.
SAP EWM Lagerinterne Prozesse
Über einen Lagerungsprozess können verschiedene Prozessschritte abgebildet werden. So z.B. Entladung, Qualitätsprüfung, Zählung, Dekonsolidierung, Kitting, logistische Zusatzleistungen usw.
Retouren
Einerseits gibt es die Lieferantenretoure, bei z.B. einem negativen Ergebnis in der Qualitätsprüfung, bei der die erhaltene Ware via Retourenumlagerung oder Retourenbestellung an den Lieferanten zurückgeführt wird. Und andererseits die Kundenretoure, bei der die Ware vom Kunden zurückgeliefert wurde und diese ggf. zunächst in die Qualitätssicherung und Nacharbeit muss. Im Online-Handel sind Retouren übliches Tagesgeschäft, weshalb Retouren zu den Kernprozessen gehören. Start der Kundenretoure ist ein Retourenauftrag, welcher für den Kunden mit der Gutschrift abgeschlossen werden muss.
Inventur
Mindestens einmal jährlich muss in Deutschland eine Inventur durchgeführt werden, um Abweichungen im tatsächlichen Bestand gegenüber den systemseitig verfügbaren Informationen auszugleichen. Es kann zwischen der lagerplatzbezogenen (Erhebung aller Produkte bzw. HUs für den Lagerplatzinventurbeleg) und der produktbezogenen Inventur (Inventurbeleg für bestimmtes Produkt, welches lagerplatzübergreifend gezählt wird) unterschieden werden. SAP S/4HANA EWM unterstützt z.B. die folgenden Inventurverfahren: Ad-hoc-Inventur, Cycle-Counting, Einlagerungsinventur, Nullkontrolle, Stichtagsinventur, Lagerplatzprüfung und Niederbestandsinventur. Es können unterschiedliche Inventurbereiche definiert sowie diesen jeweils sogar mehrere Inventurverfahren zugeordnet werden.
Inventurdurchführung
App „Inventur anlegen“, um einen Inventurbeleg zu generieren, diesen (ggf. nach Deselektion von Produkten bzw. Lagerplätzen) zu aktiveren und ein Inventurverfahren auszuwählen.
App „Zählung Inventur“ zur Erfassung der Zählergebnisse.
App „Differenzen Analysieren“ und ggf. Buchung der Inventurdifferenzen, wodurch der Materialbeleg mit dem Buchhaltungs- und Kostenrechnungsbeleg erzeugt wird. Vorab können aber auch Nachzählungen veranlasst werden.
Werkzeuge für das operative Reporting
App „Lagermonitor“ (/SCWM/MON); z.B. Überblick über Eingänge, Ausgänge, Inventur, Belege, Bestand, Lagerplätze, Ressourcen, Produkte usw.
App „Lagercockpit“; Lagerkennzeichen z.B. zum Füllgrad, offenen Lageraufgaben usw. grafisch aufbereitete anzeigen lassen.
App „grafisches Lagerlayout“; stellt Lager inkl. Bestand, Lagerplätzen, Ressourcen usw. als zweidimensionale Grafik dar.
Diese beiden Module sind sich im Grundsatz sehr ähnlich. Beide ermöglichen eine detaillierte Erfassung der Bestände. Allerdings bietet „Extended Warehouse Management“ einige Funktionen, die über die Möglichkeiten des ERP WM hinaus gehen.
Mehr Flexibilität
Während WM meist einem statischen Prozess folgt, kann in EWM flexibel in Abläufe eingegriffen werden. So können Aufgaben verbunden, geteilt oder gleichzeitig durchgeführt werden.
Implementierung
Die Implementierungsmethodik SAP Activate ermöglicht eine strukturierte EWM Implementierung basierend auf einem bereits vorkonfigurierten System, welches i.d.R. einen überschaubaren Anpassungsaufwand erfordert.
Unterschiedliche Bereitstellung des EWM-Systems
Große und komplexe Lager können auch weiterhin in einem eigenständigen S/4HANA EWM-System mit hoher Performance betrieben werden. Ein dezentrales Warehouse Management-System kann den Ansprüchen lückenloser Verfügbarkeit und einem niedrigen Ausfallrisiko besser gerecht werden. Nur das dezentrale System benötigt das Core Interface (CIF). Die embedded EWM-Lösung im S/4HANA-System ermöglicht dieses gemeinsam mit den anderen Modulen zu betreiben, was sich gerade für kleine und weniger komplexe Lager anbietet. Hier werden Eingangs- und Ausgangslieferungen direkt im EWM-System erzeugt; die Erzeugung von Kopien wie beim dezentralen System ist also nicht erforderlich. Auch die Erfassung und das Monitoring von Seriennummern, erweiterte Suchvorgänge (> Lagertypen, Abteilen und Lagereinheiten) oder die erweiterte Lagerplatzzuordnung (z.B. mehrere Fächer pro Produkt), gehören zu den erweiterten Funktionalitäten des embedded EWM.
Benutzerfreundlichkeit
Intuitive Benutzeroberflächen, transparente Prozesse und ein Echtzeit-Überblick via KPI Cockpits zeichnen SAP EWM aus. Die Zusammenarbeit verteilter Abteilungen wird u. a. durch die prozessorientierte Lagersteuerung erleichtert. Kommissionierer sehen z.B. Anweisungen des Vertriebsmitarbeiters auf dem Scanner; die umständliche Kommunikation über das Telefon kann damit entfallen.
Einhaltung von Compliance, Regularien und Gesetzen
EWM ist transparent und ermöglicht die Einhaltung interner, regionaler, europäischer und nationaler Anforderungen. So z.B. beim Umgang mit Gefahrstoffen oder der Einhaltung von Regularien der Food and Drug Administration (FDA).
Integration externer Prozesse
So könne z.B. die Verpackung oder Bereitstellung zum Transport ausgelagert sein (Lohnverpackung), was in EWM besser abgebildet wird. Auch die Einbindung in ein Materialflusssystem (MFS) wird besser unterstützt.
Gute Integration von EWM in S/4HANA
Umbuchungs- und Lieferanforderungen, sind nicht mehr nötig. Genauso ist der erwartete Wareneingang nicht mehr vorgeschrieben, sondern es können direkt die Bestellungen, Fertigungsaufträge usw. verwendet werden. Es ist nur noch ein einziger Prüflosbeleg erforderlich und der Auslieferbeleg wird automatisch zum EWM-Auslieferauftrag angelegt. Die Replizierung ist nicht mehr nötig, sondern die Belege können direkt in EWM verwendet werden. Auch das Mapping der Stammdaten erfolgt unkompliziert (Material -> Produkt, Werk/Kunde/Lieferant/Versandstelle –> Ort/Geschäftspartner usw.).
Vergleich der EWM und WM-Funktionen
Während alle aufgeführten Funktionen von EWM vollständig abgedeckt werden, bietet WM maximal eine Abdeckung in Teilbereichen.
Via Klick auf den Button gelangen Sie auf eine Übersicht mit verschiedenen Fragenkatalogen zur Vorbereitung auf SAP Zertifikatsprüfungen. Derzeit sind die ERP Module aufgeführt, aber SAP S/4HANA, Ariba, Fieldglass und Co. folgen später ebenso. Falls Ihnen andere Fragekataloge bzw. ein weiteres SAP Quiz bekannt ist, wären wir über einen Hinweis dankbar. So können wir die besten Angebote zusammenführen.
In diesem Artikel wird zunächst die klassische Verfügbarkeitsprüfung vorgestellt, um dann später die Neuerungen innerhalb von S/4HANA vorstellen zu können. Die Verfügbarkeitsprüfung kann innerhalb verschiedener Geschäftsbereiche ausgeführt werden. Innerhalb der Produktion dient Sie z.B. dazu sicherzustellen, dass alle für die Produktion benötigten Komponenten verfügbar sind. Anhand der Stückliste wird die Verfügbarkeit der Komponenten geprüft und ggf. eine Fehlteilliste für den Disponenten ausgegeben. Dieser kann geeignete Maßnahmen, wie die interne Produktion der Komponente oder der Baugruppe bzw. deren externe Beschaffung, wählen. Nachdem die Materialverfügbarkeitsprüfung für einen Produktionsauftrag durchgeführt wurde, ändert sich dessen Status von NMVP auf MABS (Material bestätigt) oder FMAT (fehlendes Material).
SAP Auswertung der Fehlteilsituation
Beim Status FMAT, kann man sich einen Überblick über das Verfügbarkeitsprotokoll (Warnungen bzgl. Fehlteile), die Fehlteilliste (fehlende Materialien inkl. Fehlmenge und ggf. verspäteten Bestätigungstermin), die Fehlteilübersicht und das Fehlteilinfosystem verschaffen. Letzteres wird via CO24 aufgerufen, wenn die Verfügbarkeitsprüfung im Hintergrund erfolgte bzw. z.B. eine Sammelverfügbarkeitsprüfung (COMAC) für viele Fertigungsaufträge durchgeführt wurde. Ansonsten bekommt man beim Ausführen der Verfügbarkeitsprüfung ein Popup-Fenster und kann zwischen den anderen drei genannten Auswertungsmöglichkeiten wählen. Die Fehlteilübersicht bietet dabei zusätzlich zur Fehlteilliste die Möglichkeit, detaillierte Informationen zum Produktionsauftrag, zur Verfügbarkeitssituation der Materialien und dessen Bedarfsmengen zu erlangen.
Konfiguration der SAP Materialverfügbarkeitsprüfung
Bis auf die Einstellungen innerhalb des Materialstamms, erfolgt die Konfiguration im Customizing-Leitfaden:
Auftragsart: So z.B. die Fertigungsauftragsart
PP01
Verfügbarkeitsvorgang: Eröffnung oder
Freigabe von Fertigungsaufträgen
Prüfungssteuerung (OPJK): Die Auftragsart
und der Verfügbarkeitsvorgang bestimmten pro Werk die Prüfungssteuerung. Diese
bestimmt, ob und wie die Verfügbarkeitsprüfung erfolgt und zwar jeweils für die
Verfügbarkeitsprüfung von Material (z.B. Prüfregel PP und Sammelumsetzung 2), Fertigungshilfsmitteln
(z.B. Prüfregel 01 und Sammelumsetzung 2) und Kapazitäten (z.B. Gesamtprofil
SAPSFCG013 und Sammelumsetzung 2). Die Sammelumsetzung
definiert, ob bei nicht Verfügbarkeit dennoch eine Eröffnung erfolgt, keine Eröffnung
erfolgt oder dies jeweils vom Anwender entschieden werden kann. Wählt man bei
der Prüfungssteuerung den Vorgang „Prüfung für freigegebenen Auftrag“, so gibt
es zusätzlich das Feld Statusprüfung. Setzt man dort einen Flag, so wird zunächst
geprüft ob vorher bereits eine erfolgreiche Prüfung durchgeführt wurde und
daher nicht erneu geprüft werden muss.
Prüfregel: Legt (ggf. gemeinsam mit der
Art der Komponentenprüfung) fest, wie die Materialverfügbarkeitsprüfung erfolgt.
Die sogenannte ATP-Prüfung kann gegen Bestände (ggf. inkl. Zu-/Abgänge) oder gegen
die Vorplanung erfolgen. Details siehe ATP-Prüfung. Da die Verfügbarkeitsprüfung
nicht nur in Fertigungsaufträgen, sondern auch im Vertrieb oder der
Materialwirtschaft erfolgt, können über Prüfregeln unterschiedliche Umfänge
definiert werden.
Materialstamm (MM02): Hier hinterlegt man
im Reiter MRP3 und Feld Verfügbarkeitsprüfung eine Prüfgruppe.
Prüfgruppe (OVZ2): Legt fest ob Einzel-
oder Sammelbedarfe geprüft werden, ob während der Prüfung das Material gesperrt
ist, ob keine Materialverfügbarkeitsprüfung erfolgt und ob gegen die Vorplanung
geprüft wird. Diese wird in MM02 MRP3 Feld Verfügbarkeitsprüfung zugeordnet.
Prüfumfang (OPJJ): Der Prüfumfang ergibt
sich aus der Prüfgruppen, die im Materialstamm eingetragen ist, und der Prüfregel,
welche in der Prüfungssteuerung eingetragen ist. Hier wird definiert, welche
Bestandsarten und Zugänge bzw. Abgänge einbezogen werden. So kann man z.B. festlegen,
ob bereits die Termine und Zugangsmengen einer Bestellanforderung als
hinreichend zuverlässig angesehen werden oder nicht. Oder ob der
Sicherheitsbestand, Qualitätsprüfbestand usw. als Bestände berücksichtigt werden
sollen oder nicht.
SAP ATP-Prüfung
Die aktuellen Bestände und geplanten Zugänge bilden die ATP-Menge, welche bei hinreichender Verfügbarkeit um die jeweilige Menge reduziert wird. So ist bei der nächsten ATP-Prüfung nur noch die verringerte Menge verfügbar. Etwas einfacher ist die Prüfung gegen die Vorplanung. Hier wird die benötigte Menge nicht mit dem aktuellen Bestand und Zugängen abgeglichen, sondern nur mit den in der Vorplanung ermittelten Planprimärbedarfsmengen. Diese schnelle Variante bietet sich an, wenn die Vorplanung fast immer genauso realisiert wird. Auch hier ist bei der nächsten Prüfung nur noch die verringerte Menge verfügbar.
Die wesentlichen Änderungen im Sourcing and Procurement.
Funktionen aus dem Supplier Relationship Management System (SRM) wurden und werden teilweise in das S/4HANA-System überführt.
Funktionen aus dem Supplier Lifecycle Management (SLC) werden und wurden unter dem Namen Lieferanten- und Kategoriemanagement in das S/4HANA-System überführt. Statt der bekannten SLC-Hauptkategorien, werden Warengruppen in Einkaufskategorien bereitgestellt.
Die Außenhandelslösung aus dem MM- und SD-Modul wird auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, sodass es nur noch eine und zwar die bessere Lösung gibt. Die Intrastat-Funktionen gibt es aber immer noch im S/4HANA-System.
Tabellenanzahlreduzierung und das neue Datenmodell in der Bestandsführung. Die Tabelle MATDOC ersetzt nun viele Aggregation, Indizetabllen, enthält all Kopf- und Positionsdaten (statt MKPF & MSEG) sowie weitere Attribute. Damit ermöglicht sie ad-hoc Bestandsauswertungen (Aggregtionstabellen daher unnötig), verringert Sperrkonflikte und ermöglicht eine einfache Berichterstattung, da in Ihr fast alle Informationen gespeichert sind. Für die Abwärtskompatibilität gibt´s übrigens Views (Core Data Services-Views), welche eine ad-hoc Aggregation ermöglichen und von Kundeneigenentwicklungen, wie die alten Tabellen aufgerufen werden können. Weitere Details zum IM-Datenmodell finden Sie im Artikel inkl. Video. und falls Sie tiefer in die Thematik SAP HANA Datenbank und das neue Datenmodell einsteigen möchten, finden Sie dazu ebenso ein Whitepaper von Herrn Götte.
Das jetzt obligatorische Material-Ledger ermöglicht als Nebenbuch die Materialbewertung in mehreren Währungen sowie die parallele Rechnungslegung. Außerdem ist es die grundlegende Voraussetzung für die optionale Istkalkulation, mit jener die Materialbestände, Ware in Arbeit und Selbstkosten mit gewichteten durchschnittlichen Kosten bewertet werden. Die empfohlene Deaktivierung des statistischen gleitenden Durchschnittspreises, trägt ebenso erheblich dazu bei, den Durchsatz an Transaktionsdaten bei Warenbewegungen zu optimieren (Sperrkonflikte zu verringern). Nebeneffekt ist eine bessere Skalierbarkeit der Geschäftsprozesse sowie eine geringere Nutzung der Systemressourcen.
Wegfall von Transaktionen: Die MIGO-Transaktion ersetzt die vielen obsoleten MB-Transaktionen (MB01, MB1Am MBST usw.). Auch die vielen Vorgängertransaktionen (ME21-ME27, ME53-ME54, ME59, MR01, MR1M) die bereits im ERP-System Nachfolgertransaktionen hatten (ME22N, ME52N etc.), wurden aus dem Support genommen. Eine lange Liste mit Transaktionen für den MM Außenhandel wurde ebenso obsolet; bis auf ein paar Ausnahmen. Neben den Nachfolgertransaktionen wurden und werden zudem Fiori-Apps und virtuelle Datenmodelle (VDM) bereitgestellt. Details via SAP Notes: Veraltete TCs zur Bestandsführung (2210569), 144081 veraltete Rechnungsprüfungstransaktion MR1M ersetzt MR01; 1803189 Support-Ende für ME21, ME51 usw.
Wegfalls von BAPIs: Genauso wie die Transaktionen (ME22, ME49, ME52 etc.), wurden nun auch die zugehörigen BAPIs für die Business-Objekte Bestellanforderung, Bestellung und Lieferantenrechnung obsolet. Details via SAP Note: 1803189
Weitere Bewertungen z.B. zum Auftragsbestand, Projekteinzelbestand, Lieferantensonderbestand usw. wurden bereitgestellt.
Weniger Datenbanksperren: Zum Beispiel, weil es weniger Bestandsführungstabellen gibt, Tabellenänderungen nur noch als neuer Eintrag vorgenommen werden (Datensätze werden nicht mehr gelöscht oder geändert), man den statistischen gleitenden Durchschnittspreis deaktivieren kann usw. Bei Warenbewegungen (z.B. morgens, wenn viele Lieferungen eintrafen) gab es z.B. bei Kunden zuvor regelmäßig Sperrkonflikte und Verzögerungen.
Materialpreise in mehreren Währungen: Dank des obligatorischen Material-Ledgers wird die Materialbewertung in mehreren Währungen ermöglicht; d.h. in MM02 und MR21 können daher in mehreren Währungen Materialpreise eingegeben werden. Da in S/4HANA Finance die Salden der Bestandskonten für jede Währung einzeln berechnet werden, wird eine konsistente Bewertung sichergestellt.
Stammdaten: Geschäftspartnerstammsätze statt Lieferanten- und Kundenstammsätze, Materialnummern können von 18 auf 40 Stellen via SPRO erweitert werden, Fiori-Apps zur Massenpflege/Monitoring von Kontrakten, Infosätzen usw.
Ariba-Integration: Zugriff auf viele Lieferanten/Kataloge, Ausschreibungsprozesse, Guided Buying usw. Der große Funktionsumfang kann hier nur angedeutet werden. Was S/4HANA auszeichnet ist die einfache Integration dieser und ähnlicher Cloud-Lösungen sowie die nahtlose grafische Bereitstellung, über die der Anwender überhaupt nicht mehr merkt auf welchem System er gerade arbeitet.
Die neue Benutzeroberfläche Fiori bietet mit vielen KPIs, Analysen und rollenbasierten, auf jedes Gerät anpassbaren Oberflächen einen systemübergreifenden und attraktiven Zugang für die Anwender.
Ausgabemanagement und Nachrichtensteuerung: Statt der aus MM und SD bekannten Nachrichtenfindung NAST, setzt SAP zukünftig auf das Business Rule Framework (BRF+). Details zur BRF+-Konfiguration finden Sie im SAP Note 2228611. Als Drucktechnologien werden Smart Forms und Adobe Forms (m/o Fragmenten) unterstützt. Im SAP Script Repository (SO10 und SE78) können Kunden auch weiterhin Texte und Logos zentral pflegen.
Central Procurement, zentralisierter Bestellanforderungs-Hub, Kontraktverwaltungs-Hub usw.
Predictive Contracts mit Hilfe von Machine Learning bzgl. Kontraktinanspruchnahme
Workflows z.B. für den Genehmigungsprozess und viele weitere Prozesse, helfen dabei Prozesse zu beschleunigen und zu automatisieren.
Preisfindung und Konditionstechnik: Nur die Tabelle KONV wurde durch PRCD_Elements ersetzt, um Preisinfos persistent zu speichern. Bzgl. Eigenentwicklungen können die SAP Notes 2220005 und 2189301 weiterhelfen; ansonsten ändert sich nicht viel.
Sehr viele Auswertungsmöglichkeiten, vorbereitete Fact Sheets, KPIs, grafische Übersichten sowie leicht zu erstellende Auswertungen. So bekommt man z.B. einen Überblick, was noch freizugeben ist, welche Bestellanforderungen zu bearbeiten sind oder inwiefern ein Mengenkontrakt bereits ausgeschöpft wurde.
Die Liste ist bereits lang und übersteigt langsam den Umfang eines Artikels. In einem weiteren Artikel werden noch einmal die wesentlichen Änderungen, die in der Simplification List beschrieben werden, zusammengefasst. Ganz allgemein gilt, dass sich die ERP-Prozesse nicht wesentlich geändert haben. Aber es gibt neue Markttrends, wie die Benutzererfahrung, mobile Geräte, mehr Daten als Auswertungsgrundlage (BigData, IoT, Sensoren etc.), eine Verlagerung der Aufgaben, Individualisierung via Standardlösungen usw., denen SAP mit all den neuen Produkten (S/4HANA, SCP, Leonardo, Ariba, Fieldglass usw.) Rechnung trägt.
Ein nicht zu unterschätzendes Thema im Rahmen der digitalen Transformation und im Speziellen der Einführung der neuen S/4HANA-Systemgeneration, sind die erforderlichen Schulungen und Trainings. Als Teil der Projektplanung und im Speziellen des Change-Managements, sollte auch dies hinreichende Berücksichtigung finden. Dabei besteht mitunter ein hoher individueller Bedarf, damit die Mitarbeiter gezielt in die für Sie relevanten Inhalte eingewiesen werden können. Reine S/4HANA Anwenderschulungen von Bildungsträgern, können eine Ergänzung, aber nicht die einzige Lösung sein. Eine Mischung aus verschiedenen Schulungsmaßnahmen und Medien, gewährleistet erfahrungsgemäß das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Bei Ihrer individuellen Erstellung des Schulungskonzepts, kann die folgende Vorgehensweise gewählt werden.
Bedarfsermittlung: In welchen Themen, Modulen bzw. Geschäftsbereichen besteht der Schulungsbedarf? Inwiefern können Mitarbeiter dazu gemeinsam ausgebildet werden?
Zielgruppeanalysen: Insofern Gruppen von Mitarbeitern mit ähnlichem Schulungsbedarf gebildet wurden, muss deren Vorbildung und Vorerfahrung berücksichtigt werden.
Lernziele definieren: Ein übergeordnetes, konkretes Entwicklungsziel definieren und weitere Teilziele ableiten. So muss z.B. der Lagermitarbeiter die neuen Bestandsführungsprozesse mit Hilfe der mobilen Geräte sowie direkt am S/4HANA-System selbständig durchführen und überwachen können. Daraus ergeben sich Teilziele, wie z.B. die Materialbeistellliste oder eine Kommissionierliste drucken können, den Wareneingang am Scanner und S/4HANA-System bestätigen können usw.
Qualifizierungskonzept entwickeln: Stehen die übergeordneten Ziele fest, kann darauf basierend ein Feinkonzept entwickelt werden. Es ist darauf zu achten, sich auf das wesentliche zu beschränken und insbesondere die Zielgruppe im Blick zu behalten. Der Lagermitarbeiter benötigt nicht viel mehr als eine Einweisung zu den vorzunehmenden „Klicks“ sowie ein Handout, dass er auch im Lager dabeihaben kann. Andere Mitarbeiter wiederum benötigen viel mehr ein Training, welches Ihnen die nötigen Grundlagen vermittelt eigenständig tiefer in bestimmte Teilbereiche einzusteigen. Die Wahl der Medien ist dabei nicht nur abhängig von der jeweiligen Zielgruppe, sondern auch von der Anzahl der zu schulenden Mitarbeiter sowie dem verfügbaren Budget.
Lernmedien und Lernunterlagen entwickeln: Eine Mischung verschiedener Medien und Vorgehensweisen ist üblich und Herr Götte kennt z.B. die folgenden Alternativen aus seiner Berufspraxis:
Vorkonfigurierte Szenarien, Stamm- und Bewegungsdaten im S/4HANA-Sysem für die Durchführung von Übungen direkt am SAP System.
Kontextbasierte Lernmethoden, wie SAP Enable Now
Web Based Trainings und S/4HANA Simulationen
Präsenzschulungen mit Systemvorführungen
Klickanweisungen (Handouts)
Power Point-Präsentationen
Benutzerhandbücher
Videos u.v.m.
Konzepte erproben: Fragebögen, persönliche Rückmeldungen bzw. bei einem größeren „Rollout“ der Schulungslösung ggf. sogar Schulungsgruppe zur Probe, können sinnvoll sein. So kann die jeweilige Schulungsmaßnahme weiterentwickelt und verbessert werden bzw. vor der Veröffentlichung optimiert werden.
Maßnahmen durchführen und Erfolg kontrollieren: Es muss dabei nicht immer eine Zertifizierungsprüfung sein, sondern oft reichen auch Befragungen, Feldbeobachtungen usw. Auch dies ermöglicht ggf. die nötige Weiterentwicklung der Schulungsmaßnahme sowie Korrekturmöglichkeiten bei zukünftigen Maßnahmen.
Budget schonen: Bei all den Möglichkeiten muss immer auch die Kosten-Nutzen-Analyse im Blick behalten werden. Was ist wirklich notwendig und was ist „Nice-to-have“? Welche Kosten entstehen bei der jeweiligen Maßnahme und welche bei einer günstigen Alternative? Gibt es bereits vorhandene Inhalte die man (abgewandelt) nutzen kann? Dies sind nur einige Fragen, die bei einem Schulungskonzept ebenso Berücksichtigung finden müssen.
Über die Simplification-Liste (Simplification List 2022) bekommen Sie einen Überblick über die Änderungen und Neuerungen, welche sich durch die Umstellung von SAP ERP auf S/4HANA ergeben. Damit ist es eines der wichtigsten Dokumente zur Vorbereitung der S/4HANA-Umstellung. Man kann sie als eine Art Nachschlagewerk verstehen, um zu prüfen ob Transaktionen, Modifikationen, Custom Code usw. noch (genauso) funktionieren. Sie bietet Input für die Projektplanung, Aufwandsschätzung und einen Überblick für die S/4HANA-Anwenderunternehmen, was für Sie mit der Systemkonvertierung einhergeht. Mit dem Tool „Readiness Check“, können die „Simplification Items“ automatisch mit dem SAP-Kundensystem abgeglichen werden, um nötige Anpassungsbedarfe direkt als Liste zu bekommen.
Struktur und Aufbau der SAP S/4HANA Simplification-Liste
Die Liste (Simplification List) wurde in Module, Stammdaten, Übergreifendes, länderspezifische Informationen und Industrielösungen derart untergliedert, dass sich die Speziallisten auf ihren Zuständigkeitsbereich beschränken können. Betrachtet man wiederum einen dieser Teilbereiche, wie z.B. das Modul Procurement oder die Branche Automotive, so wird dieser erneut in Abschnitte untergliedert:
neue Funktionen, Fiori Apps, Workflows, Templates etc.
weggefallene Transaktionen, Funktionen usw. oder
Änderungen hinsichtlich Funktionen, Rollen usw.
Die Abschnitte sind vielfach ähnlich aufgebaut; unterscheiden sich allerdings natürlich auch je nach Anforderung. Man findet dort folgende Informationen:
Beschreibung der neuen Funktion, der Änderungen bzw. was genau obsolet geworden ist.
Technische Details bieten einen Überblick, ob es sich um eine neue bzw. geänderte Funktion handelt, für welche Länder diese verfügbar ist, zu welchem Modul und welcher Komponente dieser Änderung gehört usw.
Symptome: Mal steht einfach eine neue Funktion zur Verfügung, die z.B. einen weiteren Einblick (Cockpit, KPI, Fact Sheet etc.) gewährt oder bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen hilft. Mal finden Sie hier aber auch eine lange Auflistung von Transaktionen, die zukünftig obsolet sind. So wurde z.B. die Modullösung aus MM und SD zum Außenhandelt auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, weshalb viele Transaktionen wegfallen. Auch viele der ME-Transaktionen, wie ME21, ME53, ME43 usw., welche teilweise bereits unter ERP durch neue Transaktionen (ME21N, ME53N usw.) bzw. jetzt durch Fiori-Apps ersetzt wurden, findet man in solch einer Liste. Und natürlich ebenso die vielen Transaktionen zum Lieferanten und Kunden, welche alle nun auf die Transaktion BP (Business Partner) umleiten. Ein anderes Mal finden Sie eine Auflistung von Berechtigungsobjekten usw.
Gründe: Manchmal begründet SAP auch warum, diese Vereinfachung nötig war.
Vorbedingungen und Lösungen: Mal sind z. B. Customizing- oder Stammdateneinstellungen erforderlich, dann findet man wieder SAP Notes für Conversion Pre-Checks, erforderliche Rollenänderungen oder Hinweise auf die Lösungen, welche eine obsolete Lösung ablöst. Oft sind es auch Erweiterungen; so z.B. die Erweiterung von OData APIs für die Integration externer Anwendungen. Eine detaillierte Bescheibung, wie die Konfigurationen etc. vorgenommen werden müssen, finden Sie hier allerdings nicht.
Weiterführende Informationen: Um das ohnehin sehr umfangreiche Dokument nicht noch weiter aufzublähen, finden Sie oftmals Links z.B. zu SAP Help, SAP Notes usw. um sich tiefer in das jeweilige Thema einarbeiten zu können.
Umfang der SAP S/4HANA Simplification-Liste
Die Simplification List umfasst z.B. 1482 Seiten (Simplification List 2025). Als MM-Berater sollte man sich einen Überblick über die Einführung, anwendungsübergreifenden Themen und Stammdaten verschaffen (ca. 124 Seiten), danach kann man sich z.B. auf die Bestandsführung (MM-IM 43 Seiten), den Einkauf (MM-PUR 33 Seiten) und seine Branche (Automotive 24 Seiten) beschränken. Damit wird es übersichtlicher. Mit jedem Update, dass Ihr Kunde im Lauf der Projekteinführung ebenso übernehmen möchte, müssen Sie auf eine aktuellere Liste zurückgreifen und sich ggf. erneut einen Überblick verschaffen. Wie gesagt, man kann diese Listen als Nachschlagewerk auffassen und relativ gut „überfliegen“. Der Aufbau und Umfang variiert etwas und es werden übrigens nicht grundsätzlich Englischkenntnisse vorausgesetzt, da es ebenso deutsche Versionen gibt. Manchmal ist auch ein Blick in die Vorgängerversionen der Simplification List interessant. Die aktuelle Liste können Sie über das Stichwort „Simplification“ (SNote 2313884) direkt bei SAP abrufen:
Hub und Buch zum SAP S/4HANA Projektmanagement
Als Projektleiter oder SAP Projektmanager finden Sie im Hub weitere Artikel zur SAP Projektleitung. Zusätzlich gibt es ein Buch von Timo Götte zum agilen S/4HANA-Projektmanagement. Dieses wird übrigens zusätzlich als Word-Version ausgeliefert. So können Sie direkt vorhandene Templates, SAP Software, Demos und weiterführende Literatur via Hyperlink aufrufen und sich detailliert einarbeiten. Lernen Sie die in den S/4HANA-Projekten üblichen Methoden, Tools und Inhalte kennen; Scrum, SAP Activate, SAP Solution Manager Focused Build, SAP Enable Now, SAP Migrationscockpit, die vielen kostenlosen SAP Projektbeschleuniger (S/4HANA Accelerators) und Community-Lösungen. Dank seiner langjährigen Erfahrung weiß Herr Götte genau, was für Sie wichtig ist.
Am Freitag (11.10.2019) hatte ich die Prüfung seitens der SAP SE in Hamburg. Ab sofort stehe ich zur Verfügung und S/4HANA-Projektangebote wären ideal. Mein PDF-Profil finden Sie übrigens hier. Mittlerweile habe ich einerseits den nötigen Gesamtüberblick über S/4HANA und die zusätzlichen SAP Produkte, welchen man als Manager und auch als guter Berater benötigt. Und andererseits eine Spezialisierung auf S/4HANA Sourcing und Manufacturing. Vorzeigbare Ergebnisse sind unter Anderem das SAP Beraterzertifikat (modulübergreifender Gesamtüberblick), Publikationen und dieses S/4HANA-Magazin. Zudem kommt mir entgegen, dass ich viele Lösungen bereits vorab kannte. So kenne ich z.B. seit mehr als 10 Jahren PP/DS (Zertifikat) und gATP, welche beide von APO in S/4HANA überführt wurden (gATP nur teilweise als aATP). 2013 hatte ich mich bereits mit der HANA-Datenbank auseinandergesetzt (Zertifikat) und 2018-2019 zudem diverse SAP Kurse zur Migration und dem Einkauf belegt. Parallel arbeite ich an einem S/4HANA-Buch mit dem Schwerpunkt „Sourcing and Procurement“.
Implementierungserfahrungen: Aufbau aller Module, Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten, um deren Neuerungen und Integration zu verstehen. S/4HANA Enterprise Management inkl. Fiori bzgl. Sourcing and Procurement, Manufacturing, Sales and Distribution, Financial Accounting, Management Accounting, Inventory Management, EWM, Project System, Enterprise Asset Management und HCM. Als Senior SAP Berater, wollte ich nicht noch eine Fachberaterzertifizierung absolvieren. Daher fiel meine Wahl auf den Lehrgang TS410, welcher nicht nur praktische S/4HANA-Erfahrungen ermöglicht, sondern auch den Aufbau des modulübergreifenden Systemverständnisses. Das S/4HANA IDES-System von SAP war/ist dafür ideal, da man immer genau dort ansetzen kann, wo der größte Lerneffekt eintritt. Parallel dazu verfüge ich über Zugänge zur Ariba-Cloud und Fieldglass.
Am besten vorbereitet bin ich im Bereich S/4HANA Sourcing and Procurement. Außerdem habe ich einen umfassenden Gesamtüberblick aufgebaut, was mich für übergreifende Themen qualifiziert. Den Bereich S/4HANA Manufacturing decke ich eigentlich auch ganz gut ab. Aber die letzten 2 Jahre war ich überwiegend im Bereich Einkauf und Bestandsführung zzgl. angrenzender Module beauftragt.
Diesmal wähle ich den Blog-Stil und möchte mit Euch/Ihnen einen
Erfahrungsbericht zu meiner aktuell laufenden S/4HANA-Ausbildung und meinen
Beweggründen teilen. Man fühlt sich etwas an die alten Zeiten als Schüler und Student
zurückversetzt. Ich lerne neue Leute kennen und es bildet sich über die Zeit
hinweg eine richtig gute Gemeinschaft. Ich erinnere mich noch an meine erste SAP
Beraterzertifizierung im Jahr 2008. Mit Einigen hatte ich auch Jahre später
noch gelegentlich Kontakt. Andere traf ich erneut auf weiteren SAP Schulungen
usw. Die SAP Welt ist klein und daher sind SAP Schulungen immer auch Networking-Veranstaltungen.
Gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, macht einfach Spaß und verbindet. Neben den
Übungsaufgaben am S/4HANA-System, setzen wir sogar ein eigenständiges Projekt
um.
So eine S/4HANA-Ausbildung ist einfach perfekt, um schnell Wissen
aufzubauen. SAP stellt dafür ein S/4HANA-System namens IDES zur Verfügung. Dort
sind die Konfigurationen, Stammdaten und Prozesse immer genauso vorbereitet,
dass man dort loslegen kann, wo der größte Lerneffekt erzielt wird. So lerne
ich im September und Oktober vermutlich mehr, als während eines einjährigen
S/4HANA-Projekts. Die Kombination aus Praxiserfahrung und Schulungen, hat sich
für mich bewährt. Die Praxis benötige ich, um zu wissen welches Wissen besonders
wertvoll ist und die Theorie hilft dabei Wissen abzurunden. Im Arbeitsalltag
muss man Anforderungen effizient umsetzen. Dabei kommt dann der Blick über den Tellerrand
auch mal zu kurz. Genau dieser ist aber erforderlich, um ein erstklassiger
Berater zu werden.
Gute Berater kennen nicht nur einen Weg, sondern das von SAP
bereitgestellte „Lösungsportfolio“. Sie wissen nicht nur wie etwas funktioniert,
sondern auch warum. Sie kennen sehr individuell entwickelte SAP-Systeme von Großkonzernen,
genauso wie den SAP Standard und Best Practices. Gerade mit den S/4-HANA-Projekten
geht in vielen Unternehmen auch ein Überdenken der Geschäftsprozesse und
Systemkonfigurationen einher. Was früher nur über Eigenentwicklungen realisiert
werden konnte, ist ggf. mittlerweile im Standard verfügbar. Man muss allerdings
wissen, dass SAP dafür im Standard eine Lösung bereitstellt! Das Produktportfolio
von SAP ist in den letzten Jahren sehr groß geworden. Und es gibt sehr viele
Zusatzprodukte, wie z.B. Ariba, Fieldglass, Leonardo usw. Die Annährung an den Standard
kann also einerseits über die neuen Möglichkeiten des S/4HANA-Systems, aber
andererseits auch durch standardisierte SAP Zusatzprodukte erreicht werden. Ich
verschaffe mir mittlerweile seit fast zwei Jahren mit Begeisterung einen
Überblick. Vermutlich werden all die neuen SAP-Produkte mich nahezu bis zur
Rente begleiten. Die Einführung des Nachfolgesystems von S/4HANA, verfolge ich
vermutlich nur noch aus einer Managementposition ohne dort konkrete Erfahrungen
zu sammeln. S/4HANA ist also das System, welches ganz wesentlich mein Berufsleben
begleiten wird.
Meine erste Beraterzertifizierung lag übrigens bei fast 15.000 Euro; für die SAP Akademie, Hotels, Reisen usw. Glücklicherweise wurde damals noch Siemens zur Kasse gebeten. Mittlerweile bekomme ich aber kein reguläres Gehalt mehr und muss daher die entgangenen Einnahmen und erforderlichen Ausgaben im Blick behalten. Wem es ähnlich geht, dem kann ich gute Ratschläge geben. Die Kosten für solch einen Lehrgang lassen sich nämlich auf verschiedene Art und Weise erheblich reduzieren.
Zum aktuellen Ausbildung: In S/4HANA wurde und wird ein Überblick für z.B. Berater, Manager und Architekten vermittelt. Aufgabe war/ist es alle Module, Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten im System aufzubauen, um deren Neuerungen & Integration zu verstehen. Inhalt waren S/4HANA Enterprise Management inkl. Fiori bzgl. Sourcing and Procurement, Manufacturing, Sales and Distribution, Financial Accounting, Management Accounting, Inventory Management, Warehouse Management, Project System, Enterprise Asset Management und Human Capital Management. Die praktische Umsetzung am System wurde durch ein Zertifikat belegt und um eine S/4HANA Beraterzertifizierung seitens der SAP SE ergänzt. Vorab und im Anschluss erfolgte/erfolgt die Vertiefung im S/4HANA Procurement und Manufacturing.
Übrigens stehe ich nach dieser Schulung zur Verfügung und freue mich über S/4HANA-Projektangebote aus der Region Hannover (100km). Da es sich um eine Präsenzschulung handelt, bin ich allerdings derzeit nur abends und via E-Mail erreichbar. PDF-Profil von Timo Götte.
Mittlerweile gibt es einen aktuelleren Artikel, der den umgekehrten Fall betrachtet (Spin-off im SAP Carve-out Projekt) und aus dessen konzeptioneller Darstellung auch gut abgeleitet werden kann, wie ein Mergerprojekt umzusetzen ist.
Mit der S/4HANA-Migration oder Neueinführung, kann eine Systemkonsolidierung einhergehen. Das schlanke und schnelle S/4HANA System bietet nicht nur die nötige Performance für eine größere Anzahl von Prozessen und Mitarbeitern, sondern die Konsolidierung ist ohnehin seit vielen Jahren Trendthema. Anlass sind z.B. die Zusammenführung zweier Unternehmen (Fusion), eine Reorganisation der IT-Landschaft (Harmonisierung) oder organisatorische Beweggründe; wie die Globalisierung. Die Zusammenführung parallellaufender SAP-Systeme (Merger), reduziert einerseits die Wartungs- und Betriebskosten. Andererseits lässt sich damit aber auch doppelte Datenpflege, Update-, Konfigurations- und Implementierungstätigkeiten vermeiden. Zudem reduzieren Sie allgemein die Komplexität Ihrer Systemlandschaft und im Speziellen die Anzahl der Schnittstellen. Die Zusammenführung von SAP Systemen, kann aber auch organisatorische Nachteile mit sich bringen. Haben nach der Zusammenführung deutlich mehr Mitarbeiter ein Mitspracherecht, kann dies Innovationen hemmen. Man muss sich ggf. auf einen (kleinsten) gemeinsamen Nenner einigen. Nicht zuletzt deshalb, gibt es auch gegenläufige Trends. Hier werden große SAP Systeme in kleinere untergliedert, damit z.B. Organisationeinheiten schneller und eigenständiger über Änderungen entscheiden können. Entscheidet man sich dennoch für ein gemeinsames System, kann die Konsolidierung auch als eigenständiges Projekt vor einer S/4HANA-Einführung durchgeführt werden.
Themenbereiche und Zielsetzungen
Systemunterschiede müssen ggf. vorab ausgeglichen werden (z.B. unterschiedliche Enhancement Packages, Release-Stände usw.). Beispielsweise läuft das eine System auf dem neuen Hauptbuch und das andere auf dem alten Hauptbuch. Dann kann ggf. ein Update des älteren Systems inkl. der Hauptbuchumstellung sinnvoll sein, um eine unkompliziertere Datenübertragung zu ermöglichen.
Customizingabgleich und Prozessharmonisierung/-standardisierung. Nach einer Systemanalyse, müssen gemeinsam mit den Key Usern aus den Geschäftsbereichen Unterschiede angeglichen werden. Die neue Systemkonfiguration muss die Kernanforderungen beider Vorgängersysteme erfüllen. Als Kernanforderungen sind diejenigen Anforderungen gemeint, auf die nicht verzichtet werden kann bzw. sollte. Zielsetzung in den dazu erforderlichen Workshops muss es sein, nahe dem Standard zu bleiben und Individuallösungen kritisch zu hinterfragen.
Datenmigration mit Umsetzungsregeln zur Datenharmonisierung und einer Redundanzvermeidung. Die Migration kann via Excel und LSMW oder aber speziellen Softwarelösungen erfolgen. So gibt es z.B. das Transformation Backbone, ETC-Migrationstool und den Consolidator.
Angleich von organisatorischen Abläufen und Namenskonventionen
Benutzermigration und Zusammenführung der Rollenkonzepte
Schnittstellenmigration mit gleichzeitiger Komplexitätsreduzierung
Change Management: Mit einer Systemzusammenlegung gehen viele Änderungen einher. Die Key User werden als Know-how-Träger bestenfalls z.B. im Rahmen von Tests, Workshops und Schulungen frühzeitig abgeholt und eingebunden.
Cutoverplan: Zur Sicherung des Geschäftsbetriebs muss ein detaillierter Cutoverplan für die Produktivsetzung ausgearbeitet werden. Dieser enthält u. A. eine detaillierte Planung der Datenübertragung, ggf. eines Systemupdates, der Umstellung der Schnittstellen, User-Berechtigungen, einen Cutovertest und eine Backupstrategie; falls einmal etwas schiefläuft. Es wird minutengenau geplant, wer was wann zu machen hat und welche Abstimmungen und Statusmeldungen z.B. via Telefon/WebEx erforderlich sind. Bei sehr komplexen Abläufen kann zudem ein Mock-Cutover sinnvoll sein. Dabei wird eine simulierte Produktivsetzung durchgespielt, um Schwachstellen im Plan zu identifizieren. So kann die Reihenfolge von Tätigkeiten, weitere Tätigkeiten/Statusmeldungen oder die geschätzte Dauer korrigiert werden.
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