Konfiguration der SAP S/4HANA Fabrikkalender

SAP S/4HANA Fabrikkalender Factory Plant Calender SCAL

Die Konfiguration der Feiertage, Feiertags- und Fabrikkalender erfolgt über die Customizing-Transaktion SCAL.

Ablauf
– Pflege der Feiertage
– Zuordnung von Feiertagen zum Feiertagskalender
– Feiertagskalenderzuordnung zu Fabrikkalendern
– Ggf. Sonderregelpflege (z. B. Kurzarbeit)
– Fabrikkalenderzuordnung zum Werk (OX10)

Die Definition der Feiertage erlaubt auch komplexere Konstellationen (z. B. bestimmte Tage vor/nach Ostern) abzubilden oder z. B. freie Tage zu garantieren (Feiertag der auf ein Wochenende fällt, wird auf den nächsten Werktage verschoben). Sonderregeln erlauben es zudem z. B. Kurzarbeit oder Werkferien abzubilden.

Customizingtabellen (SE11)
– Fabrikkalender-Definition (TFACD)
– Fabrikkalendertexte (TFACT)
– Feiertagskalender (THOC)
– Feiertagsdefinitionen (THOCD)
– Feiertage (THOL)
– Feiertagstexte (THOLT)

Wie lange dauert die SAP S/4HANA-Einführung?

Üblicherweise dauern im dynamischen Mittelstand mit kurzen Entscheidungswegen Neueinführungen 6 bis 15 Monate und Systemkonvertierungen 4 bis 12 Monate. Großunternehmen müssen teilweise mehrere Jahre einplanen. Einflussfaktoren sind neben der Unternehmenskomplexität auch die Einführungsstrategie, das SAP-Team, verwendete Werkzeuge und ob der Kunde bereits SAP im Einsatz hatte. SAP-Neukunden aus dem Mittelstand haben z. B. oftmals weniger spezifische Anforderungen und diskutieren daher weniger. Man bleibt also üblicherweise näher an den SAP Best Practice-Prozessen (SAP Standard), während Template und Blueprint (Anforderungszusammenstellung) insgesamt übersichtlicher bleiben. Wenn die Backlog-Liste mit Delta-Anforderungen (nicht im Standard abbildbare Anforderungen) übersichtlich bleibt, kann dies einer kurzen Einführungszeit sehr zuträglich sein (Paretoprinzip). Viele Entscheidungsträger und kundenindividuelle Wünsche lassen dagegen Projekte komplexer werden. Bei Neueinführungen ist die Datenaufbereitung sowie das Change-Management inkl. Mitarbeiterschulung aufwändiger. Handelt es sich bereits um einen SAP-Kunden, so verursachen die vorhandenen kundenindividuellen Entwicklungen (RICEFW) Aufwand. Change-Management bedeutet dann unter anderem auch, dem Kunden SAP-Standardlösungen näher zu bringen.

Dauer der SAP S/4HANA Einführung

SAP S/4HANA Lieferplanabwicklung mit Lieferplanabrufen

Lieferpläne können auf Kontrakten oder anderen Einkaufsbelegen basieren und werden über die Transaktion ME31L angelegt (Fiori-App Lieferplan anlegen). Später kann innerhalb der Lieferpläne über die Transaktion ME33L oder die Fiori-App „Lieferplan anzeigen“, die Abrufdokumentation eingesehen werden. Dies setzt die Wahl einer passenden Vertragsart (Belegtypen siehe SM30 VV_T161_VL) voraus, die die Abrufdokumentation vorsieht. So können dann z. B. aktuelle Lieferplanabrufe mit vergangenen verglichen werden, um z. B. Mengenabweichungen zu analysieren. Neben den in Einkaufsbelegen üblichen Einträgen (Gültigkeit, Incoterms, Zahlungsbedingungen, Konditionen usw.) finden Sie auch Fixierungshorizonte. Mit deren Hilfe können Sie Verbindlichkeitsgrade pflegen sowie die automatischen Änderungen im Bedarfsplanungslauf aussteuern. Da es bei kurzfristigen Änderungen ggf. zu Produktions- und Materialerstattungsansprüchen seitens der Lieferanten kommen kann, werden automatische Änderungen von MRP im kurzfristigen Horizont bevorzugt ausgeschlossen.

S/4HANA Lieferplanabwicklung Lieferplaneinteilungen Lieferplanabrufe SAP S/4HANA Procurement Lieferplan Scheduling Agreement Einkauf Beschaffung P2P PTP S&P MM

Die Grafik veranschaulicht inwiefern der Disponent in den Prozess eingreifen muss bzw. kann (blau). Später kann fast alles im Hintergrund laufen (grau) und der Disponent muss sich nur noch um Ausnahmen kümmern. Die vier orangen Prozessschritte werden im Folgenden näher erläutert:

Einerseits können via ME38 manuell Einteilungen angelegt oder automatisch über die Fiori-App „MRP Live“ bzw. Transaktion MD01N angelegt werden. Der Bedarfsplanungslauf kann später via Job erfolgen, sodass Einteilungen automatisch erzeugt werden. Die Transaktion MD04 wurde in SAP S/4HANA um eine Fiori-App „Bedarfs-/Bestandsliste überwachen“ ergänzt. Mit deren Hilfe können die Einteilungen nicht nur überwacht, sondern auch direkt geändert werden.

Die direkte Übermittlung der Einteilungen an den Lieferanten ist eher unüblich, aber möglich. Es werden meist zusätzlich Lieferplanabrufe angelegt; manuell z. B. via ME84 oder via Fiori-App „Lieferplanabruf anlegen“. Die Ergänzung um stundengenaue Feinabrufe wäre auch noch möglich, soll hier aber nicht weiter betrachtet werden. Die automatische Erzeugung von Lieferplanabrufen kann später über einen Job (RM06EFLB) eingeplant werden. Die Einteilungen bleiben im vorgestellten Szenario also interne Belege und zur externen Kommunikation werden Lieferabrufe eingesetzt.

Für diese Lieferabrufe kann dann zusätzlich ein „Stopping“ implementiert werden (SM30: V_T163P). So kann bei großen Mengenabweichungen zu anderen Lieferplanabrufen, bei geändertem Revisionsstand des Materials oder Gültigwerden eines Nachfolgematerials ein sogenanntes „Stopping“ ausgelöst werden. Der Disponent muss dann über die Transaktion ME89 explizit eine Entscheidung (Freigabe) treffen. Dies ist der einzige Schritt, der später zwingend manuell durchgeführt werden muss.

Denn auch das Versenden des Lieferabrufs kann über einen Job (RM06ENDR_ALV) erfolgen. Manuell kann dies über die Fiori-App „Lieferplanabrufe drucken“ oder über die Transaktion ME9E veranlasst werden. 

Lernen Sie bei uns den SAP Solution Manager bzgl. Testmanagement kennen!

SAP Testmanagement via Focused Build Add-On im SAP Solution Manager

Der Solution Manager bietet Fiori-Apps zur Testplanung, -durchführung, -überwachung und -dokumentation sowie zur automatischen Durchführung von Regressionstests, Einbindung von weiteren Testsystemen, für das Testdatenmanagement, Analysen, Auswertungen etc. Focused Build ergänzt diesen Funktionsumfang dahingehend, dass aus den Anforderungen bzw. Arbeitspaketen Testpläne abgeleitet werden können und die Apps „My Test Execution“ und das erweiterte „Test Suite Dashboard“ zur Verfügung stehen.

SAP Fiori-Apps zum Testmanagement

  • Change & Release Management
  • Solution Administration
  • Test Plan Management
  • Test Suite Dashboard
  • Test Step Designer
  • My Test Execution
  • Administration
  • Assign Testers
  • Check Report
  • My Defects
  • Test Suite

SAP Testmanagementabwicklung im Solution Manager

In Focused Build können Projekte mit Ihren Anforderungen angelegt und dokumentiert (App Solution Documentation) sowie in Arbeitspaketen zusammengeführt werden. Den Prozessschritten und damit auch Arbeitspaketen ordnet man Testfälle zu. Üblicherweise bildet man pro Arbeitspaket ein Testpaket. Aus Arbeitspaketen, die bereit für Tests sind (gem. Statussetzung), können dann wiederum die Testpläne abgeleitet werden. Mit der Zuordnung der Tester kann die Testplanung schließlich abgeschlossen werden. Aufgrund dieser Zuordnung findet jeder Tester seine Testfälle im Arbeitsvorrat (App My Test Execution), führt die Tests manuell oder automatisch aus, dokumentiert die Ergebnisse (inkl. Statussetzung) und erfasst ggf. Fehler (App My Defects). Im Rahmen von Korrekturen und Nachtests findet eine Weiterbearbeitung so lange statt, bis ein positiver Teststatus für den Testfall gesetzt werden kann. Die Solution Manager Fiori-Apps zur Testplanauswertung wurden um das übersichtliche Test Suite Dashboard ergänzt. Dort sieht man insbesondere den Testfortschritt/Status des Testplans, der Testpakete, Testfälle und erfassten Fehler.

Einordnung der Testarten in den agilen Kontext von SAP Activate

Einzeltests bzgl. der Work Items (Unit Test) erfolgen bereits während einzelner Sprints, während zum Sprintende Funktionstests bzgl. der Work Packages eingeplant werden. Mehrere Sprints werden wiederum zu Waves zusammengefasst und diese werden mit einem User Acceptance Test (UAT) mit Bezug zu den Anforderungen und optional zusätzlich einem Integrationstest abgeschlossen. Während vorgelagerte Tests ggf. ohne Vorbereitung und Planung durchgeführt werden, ist der AT von besonderer Bedeutung und wird daher vorbereitet und geplant. Hier werden nämlich die Endanwender einbezogen und via Statussetzung eine Entscheidung getroffen, welche Anforderungen (Transporte) später produktiv gesetzt werden. Mehrere Waves können wiederum zu einem Release zusammengefasst werden. Dies ist ein Projektumfang, der produktiv gesetzt werden soll. In größeren Projekten kann die Produktivsetzung des Zielsystems nämlich in mehrere Einzelschritte unterteilt werden. Während zuvor die Testumgebung üblicherweise ein Q-System ist, werden im Sinne von SAP Activate die Integrations- und Regressionstests auf einem vorproduktiven System durchgeführt. Im Integrationstest werden komplette Wertschöpfungsketten (E2E) getestet und im Rahmen von Regressionstests erneut bereits produktive Prozesse und Funktionen überprüft. So kann man Seiteneffekte (Fehler) durch die neu hinzugekommenen Umfänge ausschließen. Beim Go-live kann ein kurzer Test in der produktiven Umgebung zusätzlich eingeplant werden. Dieser dient als Entscheidungsgrundlage, um ggf. eine Fallbackstrategie einleiten zu können. Im Cutoverplan bereitet man bei einer System-Conversion (Brownfield-Ansatz) eine Rückkehr zu einer Systemkopie vor und berücksichtigt die Zeit, die dafür benötigt wird (Point-of-no-Return).

SAP S/4 HANA Integrationstests, Regressionstests User Acceptance Tests Smoke Tests

Zugriff auf den SAP Solution Manager inkl. Focused Build

Auf dieser Seite können Sie sich einen Benutzer inkl. Passwort aussuchen, um auf dem kostenlosen Testsystem Erfahrungen sammeln zu können. Oder Sie nutzen die Simulation, um sich von einem digitalen Guide durch die verschiedenen Aktivitäten leiten zu lassen:

Solution Manager Focused Build SAP S/4 HANA Integrationstests, Regressionstests User Acceptance Tests Smoke Tests

Customer-Vendor-Integration (CVI) und SAP S/4HANA-Geschäftspartner

Geschäftspartnerstämme gab es bereits im ERP-System. Diese wurden für spezifische Anwendungen (z. B. FSCM) und Industrien verwendet. Für die Brownfield-Einführung des SAP S/4HANA-Systems müssen in SAP ERP alle Kunden und Lieferanten mit Geschäftspartnerstammsätzen verbunden werden. Im Rahmen des SAP Readiness Checks wird geprüft, wie viele Kunden und Lieferanten noch nicht synchronisiert wurden. Dies ist eine der Voraussetzungen, bevor man SAP ERP in ein SAP S/4HANA-System konvertieren kann.

Hilfreiche Reports

  • Konsistenzprüfung (entspricht Readiness Check) z. B. bzgl. Bankdaten, PLZ, Steuerdaten usw. (CVI_MIGRATION_PRECHK)
  • Zusammenstellung der wichtigsten SAP Notes via SAP TCI-Note 2820678
  • Vollständigkeitsprüfung (CVI_COMPL_CHK)
  • Überprüfung der CVI-Links und des Customizings insbesondere nach der Massenpflege oder kurz vor der Konvertierung (CVI_UPGRADE_CHECK_RESOLVE bzw. PB_CVI_IMG_CHK)
  • CVI-Massensynchronisation (MDS_LOAD_COCKPIT)
  • Die Vorprüfungen wurden von SAP im Cockpit zusammengeführt (CVI_Cockpit)
SAP Customer-Vendor-Integration (CVI) und S/4HANA-Geschäftspartner

Wie kann man die grafische Benutzeroberfläche in SAP S/4HANA anpassen?

Die grafische Benutzeroberfläche nennt man in SAP Terminologie auch Graphical User Interface (GUI) und dessen Oberflächengestaltung (Theme). Die Theme-Auswahl wird an einem Beispiel veranschaulicht.

Wenn Sie das SAP Logon öffnen, können Sie über Optionen das SAP-Theme im „Visuelles Design“-Abschnitt  ändern. Von der klassischen Darstellung bis hin zu Themes, die den Fiori-Apps etwas ähnlicher sind, stehen verschiedene Alternativen zur Auswahl. Daneben können Sie auch Ton-, Schrift- und Farbeinstellungen und vieles mehr konfigurieren. Diese acht Themes stehen im Standard zur Verfügung:

  • SAP Signature Theme High Contrast Black
  • Belize High Contrast White
  • Belize High Contrast Black
  • SAP Signature Theme
  • Blue Crystal Theme
  • Classic Theme
  • Belize Theme
  • Corbu Theme

Wählen Sie das Belize Theme, so finden Sie zum Beispiel innerhalb der Transaktion ML33 zur Konditionspflege ein paar neue Schaltflächen. Diese standen in SAP ERP noch nicht zur Verfügung.  Außerdem ist die grafische Darstellung den Fiori-Apps ähnlicher.

SAP GUI Grafical User Interface

Apropos: Sie können in SAP S/4HANA über [Betrag ändern] eine prozentuale Anpassung von 3 % vornehmen und es wird der Betrag der markierten Leistung entsprechend angepasst. Es können sogar mehrere Leistungen gleichzeitig markiert und bearbeitet werden. Die direkte Eingabe im Feld ist natürlich weiterhin möglich. Sie können via  [Währung ändern] die Währung ändern und dazu direkt den Kurstyp auswählen (zum Beispiel zum Stichtagskurs oder einem Durchschnittskurs). Oder SAP S/4HANA via [Gültigkeit prüfen] Ihre Einträge auf ungültige Überlappungen prüfen lassen.

SAPs User Experience am Beispiel Beschaffungsübersicht veranschaulicht!

Fiori-App: Beschaffungsübersicht

Anhand einer Fiori-App soll SAPs User Experience veranschaulicht werden. Die Fiori-App zur Beschaffungsübersicht bietet einen High-Level-Überblick zu allen Einkaufs-KPIs. Sie bekommen sowohl analytische als auch operative Informationen. SAP S/4HANA hilft dem Einkäufer den Blick auf das aktuell Relevante zu lenken und gleichzeitig einen Überblick zu bewahren.  Im Beispiel beschränken wir uns auf die Warengruppe „Dienstleistungen“. Der Filter kann natürlich individuell via „Filter anpassen“ angepasst werden und man kann so ganz andere Betrachtungswinkel selektieren.

SAP S/4HANA Beschaffungsübersicht

Nachdem Sie die Auswahl getroffen haben, bekommen Sie folgenden Überblick.

SAP S/4HANA Procurement Overview

So erkennen Sie z. B. auf einen Blick:

  • Kritische Dienstleistungskontrakte (Gültigkeit oder Zielwert/-menge)
  • Laufende Ausschreibungsprozesse (Anfragen und Angebote)
  • Offene Bestellanforderungs- und Bestellpositionen
  • Eingegangene Lieferantenbestätigungen
  • Lieferantenbewertungen/-leistungen
  • Offene Aktivitäten
  • Bestellausgaben

Via Klick auf eine Kachel gelangen Sie jeweils in die Detailansicht. Teilweise können Sie sogar die Gesamtübersicht (oranges Feld 1) oder Einzelübersicht (oranges Feld 2) wählen.

SAP S/4HANA Sourcing and Procurement

Klicken Sie z.B. in das Feld 1, so bekommen Sie diese Übersicht angezeigt:

SAP S/4HANA Bestellungen Kontrakte S&P PtP P2P MM

Via Drilldown (Lieferant, Werk usw.) und Anzeigeeinstellungen (Kategorien, Achse 1 und Achse 2), können Sie die Anzeige und betrachteten Details ändern. Zudem kann die Sortierung und grafische Ausgabe (z. B. Balken-, Säulen- oder Kreisdiagramm) konfiguriert werden. Auch der Export in Excel oder das Öffnen einer Tabellenansicht innerhalb der Fiori-App ist möglich. Sie können sogar Benachrichtigungen abonnieren, Mini-Diagramme einblenden, auf die Säulen klicken und so in Detailansichten navigieren usw.

Wechseln Sie wieder zurück in die Cockpitübersicht, so können Sie via Klick auf das Feld 2 in die Einzelansicht zum Lieferanten (hier S4-Experts) navigieren.

SAP S/4 HANA Procurement Bestellungen

Klicken Sie z.B. auf „Ausgaben außerhalb des Kontrakts“, so können Sie die aktuelle Auswahl ändern:

SAP S/4 HANA Einkauf Beschafffung Procurement

Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr umfangreich, aber dank dieser intuitiven Konfigurationsmöglichkeiten dennoch einfach zu verstehen und anzuwenden. In einer anderen Kachel werden Ihnen z. B. Bestellanforderungspositionen ohne Bezugsquellenzuordnung angezeigt. Via Klick auf diese, können Sie in die Bestellanforderungsverwaltung navigieren und zum Beispiel einen Lieferanten zuordnen. In der Kontraktübersicht wird Ihnen zum Beispiel angezeigt, inwiefern ein Rahmenvertrag aufgebucht wurde (Wert-/Mengengrenze). So können Sie bereits vor Erreichung einer Wert- oder Mengengrenze die Nachverhandlung mit dem Lieferanten einleiten. Um solch ein Meeting mit einem Lieferanten vorzubereiten, reicht es diesen oben einzugeben:

SAP S/4HANA Sourcing and Procurement Insight

So erhalten Sie alle Informationen zum Lieferanten auf einen Blick. Kontrakte, Ausgaben, offene Belege (hier unbeantwortete Anfragen) etc. Wäre zum Beispiel eine Lieferantenbewertung vorhanden, könnte man Erkenntnisse daraus auch in die Verhandlungen mit einbeziehen. So könnte man zum Beispiel zusätzlich die zuverlässigere Einhaltung von Lieferterminzusagen via Service Level Agreements anstreben.  Für den betrachteten Lieferanten gibt es noch keine Lieferantenbewertung. Eine mögliche Übersicht bzgl. Preis, Menge, Termintreue und Qualität würde zum Beispiel folgendermaßen aussehen. Auch hier kann man die Darstellung konfigurieren.

SAP S/4HANA Sourcing und Procurement Diagramme

SAPs „User Experience“ ist also kein leeres Versprechen geblieben. Hier hat sich das System weiterentwickelt und ist benutzerfreundlicher geworden. Diese App ist gleichzeitig ein sehr umfassendes Werkzeug und dennoch gut zu bedienen.

SAP S/4HANA KANBAN zur Produktions- und Nachschubsteuerung

KANBAN ist ein Planungssystem das sich am Materialfluss orientiert und so die Produktions- und Nachschubsteuerung übernimmt. Wird am Bereitstellungs- und Verbrauchsort (PSA) Material verbraucht, so kann dies zum Beispiel bei Unterschreitung einer bestimmten Menge den Nachschubprozess auslösen. Dies ist eine einfache und dennoch flexible Lösung den Nachschub zu organisieren und gleichzeitig Bestände und Kosten zu reduzieren. Eine Vorplanung durch eine zentrale Stelle ist nicht erforderlich und zusätzlich reagiert die Lösung direkt auf geänderte Bedarfssituationen. 

KANBAN-Karten enthalten alle relevanten Daten für den Transport und die Produktion oder den Einkauf. Alternativ können auch KANBAN-Behälter diese Rolle übernehmen und alle Infos direkt enthalten. KANBAN-Regelkreise verbinden die Produktionsversorgungsbereiche (PSAs) mit den Materialquellen (Produktion, Lager, Lieferant oder Verantwortlicher).

Voraussetzungen für SAP KANBAN

SAP KANBAN

Voraussetzungen für KANBAN sind kleine Losgrößen und dennoch geringe Rüstzeiten & -kosten für einen regelmäßigen Nachschub. Eine Großserienproduktion mit optimierter Losgröße sollte dadurch also nicht gerade angestoßen werden. Eine glatte/kontinuierliche Produktion und geringere Schwankungen beim Materialverbrauch sollten ebenso gegeben sein. Schwankungen in einem angemessenen Rahmen können durch eine schnellere Zirkulation der Behälter ausgeglichen werden. Auch ist hinreichend Platz und ein relativ hoher Standardisierungsgrad der Materialien erforderlich. Sehr viele Varianten, wovon jede nur gelegentlich zum Einsatz kommt, sind also nicht gut geeignet. Den Nachschub von Schrauben, die immer verbaut werden (konstanter Verbrauch und geringer Platzbedarf), könnte man beispielsweise via KANBAN steuern.

Übliche Kanban-Verfahren in SAP

  • Klassisches KANBAN: Menge pro Kanban und Kanbananzahl sind fest. Der Mengenpuffer ist am PVB.
  • Ereignisgesteuertes KANBAN: Kanbananzahl und Menge pro Kanban orientieren sich am tatsächlichen Bedarf. Keine Bereitstellung am PVB, sondern explizit auf Anforderung. Es soll einfach nur der vereinfachte Ablauf genutzt werden. Leersetzen des Kanbans bewirkt dessen Löschung.
  • Kanban mit Mengenimpuls: Entnommene Mengen werden manuell oder automatisch via BDE erfasst und der Statuswechsel „Leer“ erfolgt sobald die Kanbanmenge (Unterschwelle) erreicht ist.

SAP Kanban Stammdaten

  • Produktionsversorgungsbereiche (PK05/PK05S)
  • Produktionsverantwortliche (Disponenten), die für mehrere PVBs zuständig sind (SM30 V_T024D)
  • Regelkreise (PKMC); bestimmen die Nachschubstrategie (Umlagerung, Eigenfertigung oder Fremdbeschaffung), automatische/manuelle Bestimmung der Kanbananzahl und die Menge pro Behälter.
  • Kanban-Tafeln bzgl. Verbrauchersicht (PK13N), Quellensicht (PK12N) und Status (PK10)

SAP Kanban Auswertungen

  • Werksübersicht (PK11)
  • Regelkreis-/Kanbananzeige (PK18)
  • Fehler (PK50)
  • Kanbananalyse (MCQ.)
SAP KANBAN

SAP IBP? Was soll das denn sein? Integrated Business Planning!

Integrated Business Planning ist der “Sales and Operations Planning”-Nachfolger (S&OP) aus der Cloud. Die SAP HANA-basierte Lösung kombiniert klassische Planungs- und Prognosefunktionen mit modernen Machine-Learning-Heuristiken. Bei der integrierten Businessplanung (SAP IBP) werden operative und taktische mit den strategischen und finanziellen Absatz- und Produktionsplanungsprozessen verbunden. Modernste Methoden und Prozesse für die Nachfrage-, Distributions-, Produktions- und Beschaffungsplanung sind Schlüsselfaktoren für profitables Wachstum und eine robuste Wertschöpfungskette. SAP IBP soll dabei helfen, eine faktenbasierte Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Finanzkennzahlen zu ermöglichen. Mittlerweile ist es weit mehr als ein einfaches Supply-Chain-Planungstool.

SAP IBP bietet Unterstützung, strategische Ziele der Unternehmensplanung zu managen, verbessert die Transparenz für langfristige Geschäftsaussichten, Chancen und Risiken und bietet Überwachungsfunktionen für definierte Kennzahlen. Vorteile der SAP IBP-Nutzung sind zum Beispiel eine genauere Verkaufsplanung, zuverlässigere Prognosen, eine höhere Produktprofitabilität und ein optimierter Produktmix.

SAP IBP Komponenten

  • Supply Chain Tower: Wertschöpfungskettenüberwachung und -analyse
  • Demand Planning: Nachfragetransparenz mit kurz-, mittel- und langfristigen Prognosen dank „Machine Learning“
  • Inventory Optimization: Optimierte Bestände hinsichtlich Gewinnmaximierung, Nachfrageabdeckung und Kostenreduzierung
  • Response and Supply Planning: Ressourceneinsatzoptimierung durch Bedarfspriorisierung und Kontingentierung. So können diese Informationen bei kurzfristigen Änderungen in der Wertschöpfungskette (zum Beispiel neue Kundenaufträge) oder bei „Was-wäre-wenn“-Analysen einfließen.  
  • Sales & Operations Planning (S&OP): Vertriebs- und Produktionsplan, der Bestand, Service Level und Rentabilität berücksichtigt (Unternehmensstrategie: Wachstum in den profitablen Feldern).
SAP IBP

So funktioniert der SAP S/4HANA Szenarioaufbau zur Produktions- und Feinplanung (PP/DS)!

SAP S/4HANA beinhaltet mittlerweile die aus SAP SCM APO bekannte PP/DS-Komponente für die Produktions- und Feinplanung. Wer sich neu in das Thema einarbeiten möchte, stößt auf viele neue Begrifflichkeiten und Transaktionen. Während in vorherigen Artikeln bereits ein Überblick über die Lösung selbst, dessen Vorteile, Stammdaten, Schnittstelle zwischen SAP S/4HANA und PP/DS-Add-on, Modelle und Planversionen geboten wurde, soll jetzt eine Übersicht über einen möglichen Szenarioaufbau gegeben werden. D2D MFG bzw. PP-Kenntnisse werden vorausgesetzt, um die Beschreibung übersichtlich zu halten.

  • Das CIF-Integrationsmodell ist für die Übertragung der Lokationsstammdaten (Werke, Kunden, Lieferanten etc.) und Fremdbeschaffungsbeziehungen (Infosätze, Kontrakte, Lieferplaneinteilungen usw.) erforderlich. Außerdem werden über CIF die Transportbeziehungen angelegt; z.B. für den Produktaustausch zwischen zwei Werken. Mit Hilfe der Transaktion CFM1 erzeugen Sie ein Integrationsmodell und mit Hilfe der Transaktion CFM2 können Sie dieses freigeben.
  • Zunächst muss für einige Fertigerzeugnisse in der Materialstammsicht „Erweiterte Planung“ das gleichnamige KZ gesetzt werden. Öffnen Sie anschließend die Produktsicht /N/SAPAPO/RRP3, um das Ergebnis zu prüfen.
  • Schauen Sie sich danach deren Arbeitspläne an und entscheiden Sie welche Arbeitsplätze als Engpassressourcen innerhalb der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden sollen. In den Arbeitsplatzstammdaten müssen Sie dazu das Kennzeichen zur „erweiterten Planung“ setzen.
  • Prüfen Sie die Fertigungsversionen und übertragen Sie diese mit Hilfe der Transaktion CURTOADV_Create an PP/DS. Bei der Planversion ist 000 einzutragen und die absolute Übertragung auszuwählen; ansonsten gibt man logischerweise Werk, Materialien und Fertigungsversionen an. Später können Sie die erzeugten Produktionsdatenstrukturen (PDS) via /n/SAPAPO/CURTO_SIMU anzeigen lassen.
  • Um die in SAP S/4HANA vorhandenen Transaktionsdaten an PP/DS zu übertragen führen Sie das Programm /SAPAPO/PPDS_DELTA_ORD_TRANS aus. Ggf. muss vorab ein entsprechendes Szenario aufgebaut werden.
  • Die interaktive Produktionsplanung kann über die Produktsicht /N/SAPAPO/RRP3 angestoßen werden. Als Propagierungsbereich SAPALL und Planversion 000 wählen sowie natürlich auch Produkte und das Werk eintragen. Das Anlegen neuer Planaufträge erfolgt via Produktheuristik, sodass Sie zum Beispiel mehrere Planaufträge gleichzeitig einplanen können. Über den Auftragskontext können Sie in die Feinplantafel navigieren und sich deren Ressourcenüberlastung anzeigen lassen. Kehren Sie zurück in die Produktsicht und sichern Sie diesen Plan.
  • In die Feinplantafel gelangt man via /N/SAPAPO/CDPS0. Dort können Sie die kritischen Ressourcen im Arbeitsbereich aufrufen, die DS-Planungsstrategie [F7] ändern und die Vorgänge neu einplanen [F5]. Änderungen, die für SAP S/4HANA relevant sind, müssen danach in der Planversion 000 gesichert werden [F6].
  • Den PP/DS-Lauf können Sie via /N/SAPAPO/RRP3 kontrollieren.
SAP S/4HANA Produktions- und Feinplanung (PP/DS) Procution Planning and Detailed Scheduling S4-Experts

Das Supply-Chain Modell der erweiterten Produktions- und Feinplanung (SAP PP/DS)

Dieses Modell stellt die Stammdaten von den Lieferanten, über die Produktion, bis zu den Kunden dar. Die Stammdaten aus dem S/4HANA-System werden automatisch dem aktiven Modell zugeordnet, welches die aktuell verwendeten Logistikketten darstellt. Daneben gibt es ggf. noch andere Simulationsmodelle mit eigenen Planversionen.  In PP/DS manuell angelegte Daten müssen daher immer einem Modell zugeordnet werden. Die Planversionen zu den Modellen verwalten die Bewegungsdaten zu den Stammdaten des Modells. Allerdings kann nur die Planversion zum aktiven Modell die Bewegungsdaten mit dem ausführenden System austauschen. In den Planversionen eines nicht aktiven Modells kann man zum Beispiel Planprimärbedarfe erhöhen und dann in dieser simulierten Umgebung eine Produktionsplanung durchführen.

Das Supply-Chain Modell der erweiterten Produktions- und Feinplanung (SAP PP/DS)

Wie funktioniert der Stamm- und Bewegungsdatenaustausch der Produktions- und Feinplanungslösung PP/DS mit dem SAP S/4HANA-System?

Anhand der Stammdaten merkt man immer noch, dass PP/DS früher nicht im ERP-System integriert war. Die SAP S/4HANA-Stammdatenobjekte werden auf PP/DS-Planungsstammdatenobjekte abgebildet.

SAP S/4HANA Stammdaten und SCM APO PP/DS Stammdaten

SAP S/4HANAPP/DS
Werke, Kunden und LieferantenLokationen
MaterialienProdukte
Arbeitsplätze mit KapazitätsartenRessourcen
FertigungsversionenProduktionsdatenstrukturen
Transportbeziehungen

Core Interface (SAP CIF)

Das ermöglicht den Datenaustausch. Das CIF-Integrationsmodell ist für die Übertragung der Lokationsstammdaten (Werke, Kunden, Lieferanten etc.) und Fremdbeschaffungsbeziehungen (Infosätze, Kontrakte, Lieferplaneinteilungen usw.) erforderlich. Außerdem werden über CIF die Transportbeziehungen angelegt; zum Beispiel für den Produktaustausch zwischen zwei Werken. Das Anlegen der Produkte und Ressourcen wird über Flagsetzung „erweiterte Planung“ in den entsprechenden ERP-Stammdaten ausgesteuert. Im Materialstamm gibt es sogar einen gleichnamigen Reiter mit vielen Feldern. Ist die erweiterte Planung aktiviert, führt MRP Live automatisch die gepflegte Heuristik in PP/DS aus. In PP/DS wird übrigens aus jeder Arbeitsplatzkapazität eine Ressource, das heißt ein Arbeitsplatz mit den Kapazitätsarten Maschinen und Personen, wird in zwei Ressourcen aufgeteilt. Die Produktionsdatenstrukturen (PDS), das heißt die Stücklisten und Arbeitspläne inkl. Arbeitsplätze, Fertigungshilfsmittel und Komponentenallokation, werden über die Transaktion CURTOADV_Create an das PP/DS-Add-on übertragen.

Die Bewegungsdaten werden nur zum aktiven Modell und dessen aktiver Planversion mit dem ausführenden SAP S/4HANA-System ausgetauscht. PP/DS-Planaufträge werden ohne Vorgangstermine an SAP S/4HANA übertragen. Stattdessen enthalten sie die grundlegenden Daten für die Produktion inkl. der Sekundärbedarfe für die PP/DS- und Non-PP/DS-Komponenten. Die Auftragsumsetzung kann auch in SAP PP/DS erfolgen. Dazu setzt man die Planaufträge in Fertigungsaufträge um (Umsetzungskennzeichen) und erhält damit SAP S/4HANA Fertigungsaufträge (inkl. Fertigungstermine).

SAP S/4HANA Manufacturing & SAP ERP PP Produktionslogistik

Was ist eigentlich die erweiterte Produktions- und Feinplanung (PP/DS) in SAP S/4HANA?

Die Produktions- und Feinplanung (PP/DS) wurde von SCM APO übernommen und in das SAP S/4HANA-System integriert, erfordert aber nach wie vor eine Aktivierung und Lizenzierung. Üblicherweise plant man über PP/DS die Produkte auf Engpassressourcen; während zum Beispiel verbrauchsgesteuerte Einkaufsmaterialien mit der infiniten Beschaffungsplanung „MRP Live“ bestens abgedeckt sind. Vorab bestimmt man die Engpassressourcen und lässt dann alle Produkte dazu über PP/DS planen. Man stellt also sicher, dass alle Produkte, die über diese Arbeitsplätze laufen, in der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden.

Argumente für SAP PP/DS

PP/DS plant minutengenau und zwar auch für Sekundärbedarfe, wodurch eine Bestandsreduzierung bei gleichzeitig besserer Liefertreue erreicht werden kann. Die Optimierung der Auftragsreihenfolge verkürzt Durchlaufzeiten und weitere Optimierungsverfahren helfen Rüstzeiten/-kosten zu optimieren. Zudem ist eine mehrstufige Sicht der Material- und Kapazitätsplanung (Pegging) verfügbar. Es gibt verschiedene Planungsheuristiken und dynamische Ausnahmemeldungen (Alerts).  Bei der bidirektionalen Planung in PP/DS können z. B. Abhängigkeiten berücksichtigt werden. So wird im Rahmen der Bottom-up-Heuristik sichergestellt, dass der Planauftrag für das Enderzeugnis nicht vor der Komponentenfertigstellung beginnt. Über die Wahl der Planungsstrategie kann festgelegt werden, ob eine finite oder infinite Planung durchgeführt wird. Bei der finiten Planung (Kapazität gilt als begrenzt), wird eine simultane Mengen- und Kapazitätsplanung auf Planauftragsebene durchgeführt. MRP geht hingegen immer von unbeschränkten (infiniten) Kapazitäten aus und erst im Nachgang erfolgt ggf. die Kapazitätsplanung.

Außerdem gibt es den Alert-Monitor; eine Überwachungskomponente in PP/DS. Jede Situation, die in der Planung angepasst werden muss, wird als Alert ausgegeben (optional sogar via E-Mail). Es gibt unterschiedliche Prioritätsstufen (Information, Warnung und Fehler) und man kann über die Standard-Alert-Typen hinaus auch eigene definieren. Das schafft Transparenz und eine zentrale Anlaufstelle, um schnell zu identifizieren welche Maßnahmen prioritär sind.

Weitere Informationen bzgl. PP/DS

  • SAP-Hinweis: 2372590
Produktions- und Feinplanung (PP/DS) in SAP S/4HANA

Grundfunktionen des SAP Embedded Extended Warehouse Managements in S/4HANA

Diverse Funktionen aus den klassischen Satellitensystemen, wie den SAP-Systemen Supplier Relationship Management (SRM) und Supply Chain Management (SCM), wurden in das SAP S/4HANA-System überführt. In diesem Artikel soll die Integration des Extended Warehouse Managements (EWM) aus dem SCM-System vorgestellt werden. Diese Lagerverwaltungssoftware dient der Steuerung komplexer Lager und gilt als Nachfolger des ERP WM-Moduls. Ziel von EWM war es Prozesse steuerbar zu machen. So ist es z.B. möglich Prozesse und Bewegungen in ihren Einzelschritten dem Lagerlayout und genutzten Ressourcen anzupassen. Im Artikel soll ein Überblick für versierte WM bzw. EWM-Berater geboten werden. Es wird das nötige Fachwissen vorausgesetzt und der Fokus liegt auf den Besonderheiten.

SAP Stamm- und Bewegungsdaten

Für das in S/4HANA integrierte EWM (Embedded EWM), ist eine Bewegungsdaten- und Stammdatenübertragung über das Core Interface (CIF) nicht erforderlich. Materialstammdaten findet man nun nicht nur in den Tabellen MARA, MARC und MARD, sondern auch bereits in der Tabelle für den Produktstamm /SAPAPO/MATKEY. Produkte sind in EWM das Äquivalent zu den Materialien. Über die Fiori Apps „Produkt pflegen“ und „Produkte pflegen Lagerdaten“ können Sie die vom Materialstamm übernommenen Daten, um Lagerdaten ergänzen. In diese Fiori Gruppe gehören z.B. auch Stammdatenpflege Apps hinsichtlich Packspezifikationen, Lagerplätze, Fixlagerplätze, Ressourcen etc.

SAP EWM Wareneingang mit Anlieferung

Beim „Embedded EWM“ ist der Datenaustausch schlanker. Es wird nicht mehr eine Anlieferungsbenachrichtigung erzeugt und die Replication der Anlieferung erfolgt automatisch über die qRFC-Schnittstelle (queue Remote Function Call). Weniger Belege und mehr Transparenz sind die Folge. Zudem stehen für die LKW-Entladung, Wareneingangsbuchung und Einlagerung sogenannte „Radio Frequency Framework Funktionen“ zur Verfügung (kurz RF). RF ermöglicht den Einsatz mobiler Scanner und die Verwendung von Barcodes (EAN 128).

SAP Prozessskizze

  • App „Bestellung anlegen“ inkl. Bestätigungssteuerung „Anlieferung“
  • App „Anlieferung anlegen“; mit Bezug zum erhaltenen Lieferavis und über die Zeile Handling Unit (HU) anlegen erstellen Sie selbiges. Nach der Dateneingabe (Menge, Packmittel, HU Typ und Anzahl) markieren Sie die Zeile und wählen Lieferung anlegen. Neuerdings wird jetzt sofort eine ERP und eine EWM-Anlieferung erzeugt.
  • App „Anlieferung pflegen“; nacheinander Anlieferungsnummer eingeben, Belegzeile markieren und jeweils den Button [Entladen + Sichern], [Wareneingang + Sichern], [Lageraufgabe anlegen] und [Lageraufgabe quittieren] wählen. Nun befindet sich die Waren in der Bereitstellungszone.
  • Inspektionsergebnisse erfassen. Insofern die Qualitätssicherung vorgesehen war, wurde im Hintergrund automatisch zusätzlich ein Prüflos erzeugt. Sie können dann über die Transaktion QA35 die Prüfergebnisse erfassen und eine Verwendungsentscheidung treffen. Dies bewirkt eine Änderung der Bestandsart z.B. in den frei-verwendbaren Bestand, gesperrten Bestand usw. Abschließend muss diese Lageraufgabe quittiert werden.
  • App „Lageraufgabe anlegen Handling-Units“. Nach Eingabe der Lagerprozessart und dem Nachlagerplatz (insofern keine automatische Einlagerungsstrategie implementiert wurde) zzgl. [Anlegen + Sichern], erfolgt die Einlagerung auf den finalen Lagerplatz. Die physische Einlagerung muss danach über die App „Lageraufgabe bestätigen“ noch quittiert werden [Anlegen + Sichern].
  • In der Bestellübersicht (ME23N) finden Sie jetzt einen Materialbeleg zum Wareneingang, in der Bestandsübersicht (MMBE) sehen Sie die Bestandsänderung und in der App Warehouse Management Monitor können Sie die Bestandsänderung auf Lagerplatzebene nachvollziehen.  

SAP EWM Warenausgang mit Auslieferung

Ausgehend von einem Kundenauftrag durchläuft man z.B. die folgenden Prozessschritte.

  • App „Kundenauftrag anlegen“ (VA01)
  • App „Auslieferung anlegen“ (VL01N); alternativ auch „Auslieferung anlegen ohne Auftragsbezug“.
  • Via App „Lagermonitor“ kann die Auslieferung in EWM geöffnet und es können dazu die Lageraufträge und Lageraufgaben erzeugt werden. Dazu gehören die Kommissionierung sowie die Verpackung zu Handling Units. Danach können die Verladung der HUs in Transporteinheiten (LKW, Trailer etc.) sowie der Warenausgang durchgeführt werden.
  • Folgeprozesse, wie die Faktura, schließlich den Prozess ab.

SAP EWM Lagerinterne Prozesse

Über einen Lagerungsprozess können verschiedene Prozessschritte abgebildet werden. So z.B. Entladung, Qualitätsprüfung, Zählung, Dekonsolidierung, Kitting, logistische Zusatzleistungen usw.

Retouren

Einerseits gibt es die Lieferantenretoure, bei z.B. einem negativen Ergebnis in der Qualitätsprüfung, bei der die erhaltene Ware via Retourenumlagerung oder Retourenbestellung an den Lieferanten zurückgeführt wird. Und andererseits die Kundenretoure, bei der die Ware vom Kunden zurückgeliefert wurde und diese ggf. zunächst in die Qualitätssicherung und Nacharbeit muss. Im Online-Handel sind Retouren übliches Tagesgeschäft, weshalb Retouren zu den Kernprozessen gehören. Start der Kundenretoure ist ein Retourenauftrag, welcher für den Kunden mit der Gutschrift abgeschlossen werden muss.

Inventur

Mindestens einmal jährlich muss in Deutschland eine Inventur durchgeführt werden, um Abweichungen im tatsächlichen Bestand gegenüber den systemseitig verfügbaren Informationen auszugleichen. Es kann zwischen der lagerplatzbezogenen (Erhebung aller Produkte bzw. HUs für den Lagerplatzinventurbeleg) und der produktbezogenen Inventur (Inventurbeleg für bestimmtes Produkt, welches lagerplatzübergreifend gezählt wird) unterschieden werden. SAP S/4HANA EWM unterstützt z.B. die folgenden Inventurverfahren: Ad-hoc-Inventur, Cycle-Counting, Einlagerungsinventur, Nullkontrolle, Stichtagsinventur, Lagerplatzprüfung und Niederbestandsinventur. Es können unterschiedliche Inventurbereiche definiert sowie diesen jeweils sogar mehrere Inventurverfahren zugeordnet werden.

Inventurdurchführung

  • App „Inventur anlegen“, um einen Inventurbeleg zu generieren, diesen (ggf. nach Deselektion von Produkten bzw. Lagerplätzen) zu aktiveren und ein Inventurverfahren auszuwählen.
  • App „Zählung Inventur“ zur Erfassung der Zählergebnisse.
  • App „Differenzen Analysieren“ und ggf. Buchung der Inventurdifferenzen, wodurch der Materialbeleg mit dem Buchhaltungs- und Kostenrechnungsbeleg erzeugt wird. Vorab können aber auch Nachzählungen veranlasst werden.

Werkzeuge für das operative Reporting

  • App „Lagermonitor“ (/SCWM/MON); z.B. Überblick über Eingänge, Ausgänge, Inventur, Belege, Bestand, Lagerplätze, Ressourcen, Produkte usw.
  • App „Lagercockpit“; Lagerkennzeichen z.B. zum Füllgrad, offenen Lageraufgaben usw. grafisch aufbereitete anzeigen lassen.
  • App „grafisches Lagerlayout“; stellt Lager inkl. Bestand, Lagerplätzen, Ressourcen usw. als zweidimensionale Grafik dar.
SAP S/4HANA Sourcing and Procurement & SAP ERP MM

Gegenüberstellung S/4HANA EWM und ERP WM

Diese beiden Module sind sich im Grundsatz sehr ähnlich. Beide ermöglichen eine detaillierte Erfassung der Bestände. Allerdings bietet „Extended Warehouse Management“ einige Funktionen, die über die Möglichkeiten des ERP WM hinaus gehen. 

Mehr Flexibilität

Während WM meist einem statischen Prozess folgt, kann in EWM flexibel in Abläufe eingegriffen werden. So können Aufgaben verbunden, geteilt oder gleichzeitig durchgeführt werden. 

Implementierung

Die Implementierungsmethodik SAP Activate ermöglicht eine strukturierte EWM Implementierung basierend auf einem bereits vorkonfigurierten System, welches i.d.R. einen überschaubaren Anpassungsaufwand erfordert.

Unterschiedliche Bereitstellung des EWM-Systems

Große und komplexe Lager können auch weiterhin in einem eigenständigen S/4HANA EWM-System mit hoher Performance betrieben werden. Ein dezentrales Warehouse Management-System kann den Ansprüchen lückenloser Verfügbarkeit und einem niedrigen Ausfallrisiko besser gerecht werden. Nur das dezentrale System benötigt das Core Interface (CIF). Die embedded EWM-Lösung im S/4HANA-System ermöglicht dieses gemeinsam mit den anderen Modulen zu betreiben, was sich gerade für kleine und weniger komplexe Lager anbietet. Hier werden Eingangs- und Ausgangslieferungen direkt im EWM-System erzeugt; die Erzeugung von Kopien wie beim dezentralen System ist also nicht erforderlich. Auch die Erfassung und das Monitoring von Seriennummern, erweiterte Suchvorgänge (> Lagertypen, Abteilen und Lagereinheiten) oder die erweiterte Lagerplatzzuordnung (z.B. mehrere Fächer pro Produkt), gehören zu den erweiterten Funktionalitäten des embedded EWM.

Benutzerfreundlichkeit

Intuitive Benutzeroberflächen, transparente Prozesse und ein Echtzeit-Überblick via KPI Cockpits zeichnen SAP EWM aus. Die Zusammenarbeit verteilter Abteilungen wird u. a. durch die prozessorientierte Lagersteuerung erleichtert. Kommissionierer sehen z.B. Anweisungen des Vertriebsmitarbeiters auf dem Scanner; die umständliche Kommunikation über das Telefon kann damit entfallen.

Einhaltung von Compliance, Regularien und Gesetzen

EWM ist transparent und ermöglicht die Einhaltung interner, regionaler, europäischer und nationaler Anforderungen. So z.B. beim Umgang mit Gefahrstoffen oder der Einhaltung von Regularien der Food and Drug Administration (FDA).

Integration externer Prozesse

So könne z.B. die Verpackung oder Bereitstellung zum Transport ausgelagert sein (Lohnverpackung), was in EWM besser abgebildet wird. Auch die Einbindung in ein Materialflusssystem (MFS) wird besser unterstützt.

Gute Integration von EWM in S/4HANA

Umbuchungs- und Lieferanforderungen, sind nicht mehr nötig. Genauso ist der erwartete Wareneingang nicht mehr vorgeschrieben, sondern es können direkt die Bestellungen, Fertigungsaufträge usw. verwendet werden. Es ist nur noch ein einziger Prüflosbeleg erforderlich und der Auslieferbeleg wird automatisch zum EWM-Auslieferauftrag angelegt. Die Replizierung ist nicht mehr nötig, sondern die Belege können direkt in EWM verwendet werden. Auch das Mapping der Stammdaten erfolgt unkompliziert (Material -> Produkt, Werk/Kunde/Lieferant/Versandstelle –> Ort/Geschäftspartner usw.).

Vergleich der EWM und WM-Funktionen

Während alle aufgeführten Funktionen von EWM vollständig abgedeckt werden, bietet WM maximal eine Abdeckung in Teilbereichen.

Funktionen im EWMWM-Abdeckung:
Interner ArbeitsplanFehlt
EinlagerungsstrategienNur teilweise
AuslagerungsstrategienNur teilweise
WellenmanagementNur teilweise
NachschubNur teilweise
Handling Unit ManagementNur teilweise
Yard ManagementNur teilweise
RF-TechnikNur teilweise
RessourcenmanagementNur teilweise
Erwarteter WareneingangFehlt
Zusatzdienstleistungen/KittingNur teilweise
Cross-DockingNur teilweise
Dynamisches Cycle CountingNur teilweise
Entladen von TransporteinheitenFehlt
DekonsolidierungFehlt
Lagerdisposition/LagerreorganisationFehlt
ArbeitsmanagementFehlt
Dezentrales QualitätsprüfungFehlt
Multi-Client-WarehousingNur teilweise
Flexible ProzessmodellierungNur teilweise
Layout ModellierungNur teilweise
Lagerautomatisierung (MFS)Fehlt
SAP Inventory Management S/4HANA Bestandsführung EWM Extended Warehouse Management

Fragenkataloge für SAP Zertifikate

Per Klick auf den Button gelangen Sie auf eine Übersicht mit verschiedenen Fragenkatalogen zur Vorbereitung auf SAP Zertifikatsprüfungen. Derzeit sind die ERP Module aufgeführt, aber SAP S/4HANA, SAP Ariba, SAP Fieldglass und Co. folgen später ebenso. Falls Ihnen andere Fragenkataloge bzw. ein weiteres SAP Quiz bekannt ist, wären wir über einen Hinweis dankbar. So können wir die besten Angebote zusammenführen.

SAP Quiz und Zertifikatsfragen

Wie konfiguriert man die klassische SAP Verfügbarkeitsprüfung?

In diesem Artikel wird zunächst die klassische Verfügbarkeitsprüfung vorgestellt, um später die Neuerungen innerhalb von SAP S/4HANA vorstellen zu können. Die Verfügbarkeitsprüfung kann innerhalb verschiedener Geschäftsbereiche ausgeführt werden. Innerhalb der Produktion dient sie z. B. dazu sicherzustellen, dass alle für die Produktion benötigten Komponenten verfügbar sind. Anhand der Stückliste wird die Verfügbarkeit der Komponenten geprüft und ggf. eine Fehlteilliste für den Disponenten ausgegeben. Dieser kann geeignete Maßnahmen, wie die interne Produktion der Komponente oder der Baugruppe bzw. deren externe Beschaffung, wählen. Nachdem die Materialverfügbarkeitsprüfung für einen Produktionsauftrag durchgeführt wurde, ändert sich dessen Status von NMVP auf MABS (Material bestätigt) oder FMAT (fehlendes Material).

SAP Auswertung der Fehlteilsituation

Beim Status FMAT kann man sich einen Überblick über das Verfügbarkeitsprotokoll (Warnungen bzgl. Fehlteilen), die Fehlteilliste (fehlende Materialien inkl. Fehlmenge und ggf. verspäteten Bestätigungstermin), die Fehlteilübersicht und das Fehlteilinfosystem verschaffen. Letzteres wird via CO24 aufgerufen, wenn die Verfügbarkeitsprüfung im Hintergrund erfolgte bzw. z. B. eine Sammelverfügbarkeitsprüfung (COMAC) für viele Fertigungsaufträge durchgeführt wurde. Ansonsten bekommt man beim Ausführen der Verfügbarkeitsprüfung ein Popup-Fenster und kann zwischen den anderen drei genannten Auswertungsmöglichkeiten wählen. Die Fehlteilübersicht bietet dabei zusätzlich zur Fehlteilliste die Möglichkeit, detaillierte Informationen zum Produktionsauftrag, zur Verfügbarkeitssituation der Materialien und deren Bedarfsmengen zu erlangen.  

Konfiguration der SAP Materialverfügbarkeitsprüfung

Materialverfügbarkeitsprüfung ERP ATP Avialability to Promise

Bis auf die Einstellungen innerhalb des Materialstamms, erfolgt die Konfiguration im Customizing-Leitfaden:  

  • Auftragsart: So z. B. die Fertigungsauftragsart PP01
  • Verfügbarkeitsvorgang: Eröffnung oder Freigabe von Fertigungsaufträgen
  • Prüfungssteuerung (OPJK): Die Auftragsart und der Verfügbarkeitsvorgang bestimmt pro Werk die Prüfungssteuerung. Diese bestimmt, ob und wie die Verfügbarkeitsprüfung erfolgt und zwar jeweils für die Verfügbarkeitsprüfung von Material (z. B. Prüfregel PP und Sammelumsetzung 2), Fertigungshilfsmitteln (z. B. Prüfregel 01 und Sammelumsetzung 2) und Kapazitäten (z. B. Gesamtprofil SAPSFCG013 und Sammelumsetzung 2).  Die Sammelumsetzung definiert, ob bei Nichtverfügbarkeit dennoch eine Eröffnung erfolgt, keine Eröffnung erfolgt oder dies jeweils vom Anwender entschieden werden kann. Wählt man bei der Prüfungssteuerung den Vorgang „Prüfung für freigegebenen Auftrag“, so gibt es zusätzlich das Feld Statusprüfung. Setzt man dort einen Flag, so wird zunächst geprüft ob vorher bereits eine erfolgreiche Prüfung durchgeführt wurde und daher nicht erneut geprüft werden muss.  
  • Prüfregel: Legt (ggf. gemeinsam mit der Art der Komponentenprüfung) fest, wie die Materialverfügbarkeitsprüfung erfolgt. Die sogenannte ATP-Prüfung kann gegen Bestände (ggf. inkl. Zu-/Abgänge) oder gegen die Vorplanung erfolgen. Details siehe ATP-Prüfung. Da die Verfügbarkeitsprüfung nicht nur in Fertigungsaufträgen, sondern auch im Vertrieb oder der Materialwirtschaft erfolgt, können über Prüfregeln unterschiedliche Umfänge definiert werden.
  • Materialstamm (MM02): Hier hinterlegt man im Reiter MRP3 und Feld Verfügbarkeitsprüfung eine Prüfgruppe.
  • Prüfgruppe (OVZ2): Legt fest, ob Einzel- oder Sammelbedarfe geprüft werden, ob während der Prüfung das Material gesperrt ist, ob keine Materialverfügbarkeitsprüfung erfolgt und ob gegen die Vorplanung geprüft wird. Diese wird in MM02 MRP3 Feld Verfügbarkeitsprüfung zugeordnet.
  • Prüfumfang (OPJJ): Der Prüfumfang ergibt sich aus der Prüfgruppe, die im Materialstamm eingetragen ist, und der Prüfregel, welche in der Prüfungssteuerung eingetragen ist. Hier wird definiert, welche Bestandsarten und Zugänge bzw. Abgänge einbezogen werden. So kann man z. B. festlegen, ob bereits die Termine und Zugangsmengen einer Bestellanforderung als hinreichend zuverlässig angesehen werden oder nicht. Oder ob der Sicherheitsbestand, Qualitätsprüfbestand usw. als Bestände berücksichtigt werden sollen oder nicht.  

SAP ATP-Prüfung

Die aktuellen Bestände und geplanten Zugänge bilden die ATP-Menge, welche bei hinreichender Verfügbarkeit um die jeweilige Menge reduziert wird. So ist bei der nächsten ATP-Prüfung nur noch die verringerte Menge verfügbar. Etwas einfacher ist die Prüfung gegen die Vorplanung. Hier wird die benötigte Menge nicht mit dem aktuellen Bestand und Zugängen abgeglichen, sondern nur mit den in der Vorplanung ermittelten Planprimärbedarfsmengen. Diese schnelle Variante bietet sich an, wenn die Vorplanung fast immer genauso realisiert wird. Auch hier ist bei der nächsten Prüfung nur noch die verringerte Menge verfügbar.

Was hat sich in SAP S/4HANA Sourcing and Procurement gegenüber SAP ERP MM geändert?

Die wesentlichen Änderungen im Sourcing and Procurement: 

  • Funktionen aus dem Supplier Relationship Management System (SRM) wurden und werden teilweise in das SAP S/4HANA-System überführt.
  • Funktionen aus dem Supplier Lifecycle Management (SLC) werden und wurden unter dem Namen Lieferanten- und Kategoriemanagement in das SAP S/4HANA-System überführt. Statt der bekannten SLC-Hauptkategorien werden Warengruppen in Einkaufskategorien bereitgestellt. 
  • Die Außenhandelslösung aus dem MM- und SD-Modul wird auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, sodass es nur noch eine und zwar die bessere Lösung gibt. Die Intrastat-Funktionen gibt es aber immer noch im SAP S/4HANA-System.
  • Tabellenanzahlreduzierung und das neue Datenmodell in der Bestandsführung. Die Tabelle MATDOC ersetzt nun viele Aggregationen, Indizetabellen und enthält alle Kopf- und Positionsdaten (statt MKPF & MSEG) sowie weitere Attribute. Damit ermöglicht sie ad-hoc Bestandsauswertungen (Aggregationstabellen daher unnötig), verringert Sperrkonflikte und ermöglicht eine einfache Berichterstattung, da in ihr fast alle Informationen gespeichert sind. Für die Abwärtskompatibilität gibt es übrigens Views (Core-Data-Services-Views), welche eine ad-hoc Aggregation ermöglichen und von Kundeneigenentwicklungen, wie die alten Tabellen aufgerufen werden können. Weitere Details zum IM-Datenmodell finden Sie im Artikel inkl. Video. Und falls Sie tiefer in die Thematik SAP HANA Datenbank und das neue Datenmodell einsteigen möchten, finden Sie dazu ebenso ein Whitepaper von Herrn Götte.
  • Das jetzt obligatorische Material-Ledger ermöglicht als Nebenbuch die Materialbewertung in mehreren Währungen sowie die parallele Rechnungslegung. Außerdem ist es die grundlegende Voraussetzung für die optionale Istkalkulation, mit jener die Materialbestände, Ware in Arbeit und Selbstkosten mit gewichteten durchschnittlichen Kosten bewertet werden. Die empfohlene Deaktivierung des statistischen gleitenden Durchschnittspreises trägt ebenso erheblich dazu bei, den Durchsatz an Transaktionsdaten bei Warenbewegungen zu optimieren (Sperrkonflikte zu verringern). Nebeneffekt ist eine bessere Skalierbarkeit der Geschäftsprozesse sowie eine geringere Nutzung der Systemressourcen.
  • Wegfall von Transaktionen: Die MIGO-Transaktion ersetzt die vielen obsoleten MB-Transaktionen (MB01, MB1A, MBST usw.). Auch die vielen Vorgängertransaktionen (ME21-ME27, ME53-ME54, ME59, MR01, MR1M) die bereits im ERP-System Nachfolgertransaktionen hatten (ME22N, ME52N etc.), wurden aus dem Support genommen. Eine lange Liste mit Transaktionen für den MM Außenhandel wurde ebenso obsolet; bis auf ein paar Ausnahmen. Neben den Nachfolgertransaktionen wurden und werden zudem Fiori-Apps und virtuelle Datenmodelle (VDM) bereitgestellt. Details via SAP Notes: Veraltete TCs zur Bestandsführung (2210569), 144081 veraltete Rechnungsprüfungstransaktion MR1M ersetzt MR01; 1803189 Support-Ende für ME21, ME51 usw.
  • Wegfall von BAPIs: Genauso wie die Transaktionen (ME22, ME49, ME52 etc.) wurden nun auch die zugehörigen BAPIs für die Business-Objekte Bestellanforderung, Bestellung und Lieferantenrechnung obsolet. Details via SAP Note: 1803189
  • Weitere Bewertungen z. B. zum Auftragsbestand, Projekteinzelbestand, Lieferantensonderbestand usw. wurden bereitgestellt.
  • Weniger Datenbanksperren: Zum Beispiel, weil es weniger Bestandsführungstabellen gibt, Tabellenänderungen nur noch als neuer Eintrag vorgenommen werden (Datensätze werden nicht mehr gelöscht oder geändert), man den statistischen gleitenden Durchschnittspreis deaktivieren kann usw. Bei Warenbewegungen (z. B. morgens, wenn viele Lieferungen eintrafen) gab es z. B. bei Kunden zuvor regelmäßig Sperrkonflikte und Verzögerungen.
  • Materialpreise in mehreren Währungen: Dank des obligatorischen Material-Ledgers wird die Materialbewertung in mehreren Währungen ermöglicht; d. h. in MM02 und MR21 können daher in mehreren Währungen Materialpreise eingegeben werden. Da in SAP S/4HANA Finance die Salden der Bestandskonten für jede Währung einzeln berechnet werden, wird eine konsistente Bewertung sichergestellt.
  • Stammdaten: Geschäftspartnerstammsätze statt Lieferanten- und Kundenstammsätze, Materialnummern können von 18 auf 40 Stellen via SPRO erweitert werden, Fiori-Apps zur Massenpflege/Monitoring von Kontrakten, Infosätzen usw. 
  • Ariba-Integration: Zugriff auf viele Lieferanten/Kataloge, Ausschreibungsprozesse, Guided Buying usw. Der große Funktionsumfang kann hier nur angedeutet werden. Was SAP S/4HANA auszeichnet, ist die einfache Integration dieser und ähnlicher Cloud-Lösungen sowie die nahtlose grafische Bereitstellung, über die der Anwender überhaupt nicht mehr merkt, auf welchem System er gerade arbeitet.
  • Die neue Benutzeroberfläche Fiori bietet mit vielen KPIs, Analysen und rollenbasierten, auf jedes Gerät anpassbaren Oberflächen einen systemübergreifenden und attraktiven Zugang für die Anwender.
  • Ausgabemanagement und Nachrichtensteuerung: Statt der aus MM und SD bekannten Nachrichtenfindung NAST setzt SAP zukünftig auf das Business Rule Framework (BRF+).  Details zur BRF+-Konfiguration finden Sie im SAP Note 2228611. Als Drucktechnologien werden Smart Forms und Adobe Forms (m/o Fragmenten) unterstützt. Im SAP Script Repository (SO10 und SE78) können Kunden auch weiterhin Texte und Logos zentral pflegen.  
  • Central Procurement, zentralisierter Bestellanforderungs-Hub, Kontraktverwaltungs-Hub usw.
  • Predictive Contracts mit Hilfe von Machine Learning bezüglich Kontraktinanspruchnahme
  • Workflows z. B. für den Genehmigungsprozess und viele weitere Prozesse, helfen dabei Prozesse zu beschleunigen und zu automatisieren.
  • Preisfindung und Konditionstechnik: Nur die Tabelle KONV wurde durch PRCD_Elements ersetzt, um Preisinfos persistent zu speichern. Bezüglich Eigenentwicklungen können die SAP Notes 2220005 und 2189301 weiterhelfen; ansonsten ändert sich nicht viel.
  • Sehr viele Auswertungsmöglichkeiten, vorbereitete Fact Sheets, KPIs, grafische Übersichten sowie leicht zu erstellende Auswertungen. So bekommt man z. B. einen Überblick, was noch freizugeben ist, welche Bestellanforderungen zu bearbeiten sind oder inwiefern ein Mengenkontrakt bereits ausgeschöpft wurde.

Die Liste ist bereits lang und übersteigt langsam den Umfang eines Artikels. In einem weiteren Artikel werden noch einmal die wesentlichen Änderungen, die in der Simplification List beschrieben werden, zusammengefasst. Ganz allgemein gilt, dass sich die ERP-Prozesse nicht wesentlich geändert haben. Aber es gibt neue Markttrends, wie die Benutzererfahrung, mobile Geräte, mehr Daten als Auswertungsgrundlage (Big Data, IoT, Sensoren etc.), eine Verlagerung der Aufgaben, Individualisierung via Standardlösungen usw., denen SAP mit all den neuen Produkten (SAP S/4HANA, SCP, SAP Leonardo, SAP Ariba, SAP Fieldglass usw.) Rechnung trägt.  

SAP S/4HANA Sourcing and Procurement

Wie lässt sich der Schulungsbedarf in SAP S/4HANA-Projekten konkretisieren?

Ein nicht zu unterschätzendes Thema im Rahmen der digitalen Transformation und im Speziellen der Einführung der neuen SAP S/4HANA-Systemgeneration sind die erforderlichen Schulungen und Trainings. Als Teil der Projektplanung und im Speziellen des Change-Managements sollte auch dies hinreichende Berücksichtigung finden. Dabei besteht mitunter ein hoher individueller Bedarf, damit die Mitarbeiter gezielt in die für Sie relevanten Inhalte eingewiesen werden können. Reine SAP S/4HANA Anwenderschulungen von Bildungsträgern können eine Ergänzung, aber nicht die einzige Lösung sein. Eine Mischung aus verschiedenen Schulungsmaßnahmen und Medien, gewährleistet erfahrungsgemäß das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Bei Ihrer individuellen Erstellung des Schulungskonzepts, kann die folgende Vorgehensweise gewählt werden.

  1. Bedarfsermittlung: In welchen Themen, Modulen bzw. Geschäftsbereichen besteht der Schulungsbedarf? Inwiefern können Mitarbeiter dazu gemeinsam ausgebildet werden?
  2. Zielgruppeanalysen: Insofern Gruppen von Mitarbeitern mit ähnlichem Schulungsbedarf gebildet wurden, muss deren Vorbildung und Vorerfahrung berücksichtigt werden.
  3. Lernziele definieren: Ein übergeordnetes konkretes Entwicklungsziel definieren und weitere Teilziele ableiten. So muss z. B. der Lagermitarbeiter die neuen Bestandsführungsprozesse mit Hilfe der mobilen Geräte sowie direkt am SAP S/4HANA-System selbständig durchführen und überwachen können. Daraus ergeben sich Teilziele, wie z. B. die Materialbeistellliste oder eine Kommissionierliste drucken können, den Wareneingang am Scanner und S/4HANA-System bestätigen können usw.
  4. Qualifizierungskonzept entwickeln: Stehen die übergeordneten Ziele fest, kann darauf basierend ein Feinkonzept entwickelt werden. Es ist darauf zu achten, sich auf das wesentliche zu beschränken und insbesondere die Zielgruppe im Blick zu behalten. Der Lagermitarbeiter benötigt nicht viel mehr als eine Einweisung zu den vorzunehmenden „Klicks“ sowie ein Handout, dass er auch im Lager dabeihaben kann. Andere Mitarbeiter wiederum benötigen viel mehr ein Training, welches Ihnen die nötigen Grundlagen vermittelt eigenständig tiefer in bestimmte Teilbereiche einzusteigen. Die Wahl der Medien ist dabei nicht nur abhängig von der jeweiligen Zielgruppe, sondern auch von der Anzahl der zu schulenden Mitarbeiter sowie dem verfügbaren Budget.
  5. Lernmedien und Lernunterlagen entwickeln: Eine Mischung verschiedener Medien und Vorgehensweisen ist üblich und Herr Götte kennt z. B. die folgenden Alternativen aus seiner Berufspraxis:
    • Vorkonfigurierte Szenarien, Stamm- und Bewegungsdaten im SAP S/4HANA-System für die Durchführung von Übungen direkt am SAP System.
    • Kontextbasierte Lernmethoden, wie SAP Enable Now
    • Web-Based Trainings und SAP S/4HANA Simulationen
    • Präsenzschulungen mit Systemvorführungen
    • Klickanweisungen (Handouts)
    • PowerPoint-Präsentationen
    • Benutzerhandbücher
    • Videos u.v.m.
  6. Konzepte erproben: Fragebögen, persönliche Rückmeldungen bzw. bei einem größeren „Rollout“ der Schulungslösung ggf. sogar Schulungsgruppe zur Probe, können sinnvoll sein. So kann die jeweilige Schulungsmaßnahme weiterentwickelt und verbessert werden bzw. vor der Veröffentlichung optimiert werden.
  7. Maßnahmen durchführen und Erfolg kontrollieren: Es muss dabei nicht immer eine Zertifizierungsprüfung sein, sondern oft reichen auch Befragungen, Feldbeobachtungen usw. Auch dies ermöglicht ggf. die nötige Weiterentwicklung der Schulungsmaßnahme sowie Korrekturmöglichkeiten bei zukünftigen Maßnahmen.
  8. Budget schonen: Bei all den Möglichkeiten muss immer auch die Kosten-Nutzen-Analyse im Blick behalten werden. Was ist wirklich notwendig und was ist „Nice-to-have“? Welche Kosten entstehen bei der jeweiligen Maßnahme und welche bei einer günstigen Alternative? Gibt es bereits vorhandene Inhalte die man (abgewandelt) nutzen kann? Dies sind nur einige Fragen, die bei einem Schulungskonzept ebenso Berücksichtigung finden müssen.
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SAP S/4HANA Simplification-Liste

Über die Simplification-Liste (Simplification List 2022) bekommen Sie einen Überblick über die Änderungen und Neuerungen, die sich durch die Umstellung von SAP ERP auf SAP S/4HANA ergeben. Damit ist es eines der wichtigsten Dokumente zur Vorbereitung der SAP S/4HANA-Umstellung. Man kann sie als eine Art Nachschlagewerk verstehen, um zu prüfen, ob Transaktionen, Modifikationen, Custom Code usw. noch (genauso) funktionieren. Sie bietet Input für die Projektplanung, Aufwandsschätzung und einen Überblick für die SAP S/4HANA-Anwenderunternehmen, was für sie mit der Systemkonvertierung einhergeht. Mit dem Tool „Readiness Check“ können die „Simplification Items“ automatisch mit dem SAP-Kundensystem abgeglichen werden, um nötige Anpassungsbedarfe direkt als Liste zu bekommen.

Struktur und Aufbau der SAP S/4HANA Simplification-Liste

Die Liste (Simplification List) wurde in Module, Stammdaten, Übergreifendes, länderspezifische Informationen und Industrielösungen derart untergliedert, sodass sich die Speziallisten auf ihren Zuständigkeitsbereich beschränken können. Betrachtet man wiederum einen dieser Teilbereiche, wie z. B. das Modul Procurement oder die Branche Automotive, so wird dieser erneut in Abschnitte untergliedert:

  • neue Funktionen, Fiori Apps, Workflows, Templates etc.
  • weggefallene Transaktionen, Funktionen usw. oder
  • Änderungen hinsichtlich Funktionen, Rollen usw.

Die Abschnitte sind vielfach ähnlich aufgebaut; unterscheiden sich allerdings natürlich auch je nach Anforderung. Man findet dort folgende Informationen:

  • Beschreibung der neuen Funktion, der Änderungen bzw. was genau obsolet geworden ist.
  • Technische Details bieten einen Überblick, ob es sich um eine neue bzw. geänderte Funktion handelt, für welche Länder diese verfügbar ist, zu welchem Modul und welcher Komponente dieser Änderung gehört usw.
  • Symptome: Mal steht einfach eine neue Funktion zur Verfügung, die z. B. einen weiteren Einblick (Cockpit, KPI, Fact Sheet etc.) gewährt oder bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen hilft. Mal finden Sie hier aber auch eine lange Auflistung von Transaktionen, die zukünftig obsolet sind. So wurde z. B. die Modullösung aus MM und SD zum Außenhandel auf Global Trade Services (GTS) vereinfacht, weshalb viele Transaktionen wegfallen. Auch viele der ME-Transaktionen, wie ME21, ME53, ME43 usw., welche teilweise bereits unter SAP ERP durch neue Transaktionen (ME21N, ME53N usw.) bzw. jetzt durch Fiori-Apps ersetzt wurden, findet man in solch einer Liste. Und natürlich ebenso die vielen Transaktionen zum Lieferanten und Kunden, welche alle nun auf die Transaktion BP (Business Partner) umleiten. Ein anderes Mal finden Sie eine Auflistung von Berechtigungsobjekten usw.
  • Gründe: Manchmal begründet SAP auch warum, diese Vereinfachung nötig war.
  • Vorbedingungen und Lösungen: Mal sind z. B. Customizing- oder Stammdateneinstellungen erforderlich, dann findet man wieder SAP Notes für Conversion Pre-Checks, erforderliche Rollenänderungen oder Hinweise auf die Lösungen, die eine obsolete Lösung ablöst. Oft sind es auch Erweiterungen; z. B. die Erweiterung von OData APIs für die Integration externer Anwendungen. Eine detaillierte Beschreibung, wie die Konfigurationen etc. vorgenommen werden müssen, finden Sie hier allerdings nicht.
  • Weiterführende Informationen: Um das ohnehin sehr umfangreiche Dokument nicht noch weiter aufzublähen, finden Sie oftmals Links z. B. zu SAP Help, SAP Notes usw., um sich tiefer in das jeweilige Thema einarbeiten zu können.

Umfang der SAP S/4HANA Simplification-Liste

Die Simplification List umfasst z. B. 1482 Seiten (Simplification List 2025). Als MM-Berater sollte man sich einen Überblick über die Einführung, anwendungsübergreifenden Themen und Stammdaten verschaffen (ca. 124 Seiten), danach kann man sich z. B. auf die Bestandsführung (MM-IM 43 Seiten), den Einkauf (MM-PUR 33 Seiten) und seine Branche (Automotive 24 Seiten) beschränken. Damit wird es übersichtlicher. Mit jedem Update, das Ihr Kunde im Lauf der Projekteinführung ebenso übernehmen möchte, müssen Sie auf eine aktuellere Liste zurückgreifen und sich ggf. erneut einen Überblick verschaffen. Wie gesagt, man kann diese Listen als Nachschlagewerk auffassen und relativ gut „überfliegen“. Der Aufbau und Umfang variiert etwas und es werden übrigens nicht grundsätzlich Englischkenntnisse vorausgesetzt, da es ebenso deutsche Versionen gibt. Manchmal ist auch ein Blick in die Vorgängerversionen der Simplification List interessant. Die aktuelle Liste können Sie über das Stichwort „Simplification“ (SNote 2313884) direkt bei SAP abrufen:

SAP S/4HANA Simplification Liste

Hub und Buch zum SAP S/4HANA Projektmanagement

SAP S/4HANA Projektmanagement, Projektleitung, Projektmanager, Projektleiter, SAP Activate, Scrum, Focused Build, Enable Now, Change Management, digitale Transformation

Als Projektleiter oder SAP Projektmanager finden Sie im Hub weitere Artikel zur SAP Projektleitung. Zusätzlich gibt es ein Buch von Timo Götte zum agilen SAP S/4HANA-Projektmanagement. Dieses wird übrigens zusätzlich als Word-Version ausgeliefert. So können Sie direkt vorhandene Templates, SAP Software, Demos und weiterführende Literatur via Hyperlink aufrufen und sich detailliert einarbeiten. Lernen Sie die in den S/4HANA-Projekten üblichen Methoden, Tools und Inhalte kennen; Scrum, SAP Activate, SAP Solution Manager Focused Build, SAP Enable Now, SAP Migrationscockpit, die vielen kostenlosen SAP Projektbeschleuniger (SAP S/4HANA Accelerators) und Community-Lösungen. Dank seiner langjährigen Erfahrung weiß Herr Götte genau, was für Sie wichtig ist. 

SAP Certified S/4HANA Consultant

Am Freitag (11.10.2019) hatte ich die Prüfung seitens der SAP SE in Hamburg. Ab sofort stehe ich zur Verfügung und SAP S/4HANA-Projektangebote sind ideal. Mein PDF-Profil finden Sie übrigens hier. Mittlerweile habe ich einerseits den nötigen Gesamtüberblick über S/4HANA und die zusätzlichen SAP Produkte, den man als Manager und auch als guter Berater benötigt. Und andererseits eine Spezialisierung auf SAP S/4HANA Sourcing und Manufacturing. Vorzeigbare Ergebnisse sind unter anderem das SAP Beraterzertifikat (modulübergreifender Gesamtüberblick), Publikationen und dieses SAP S/4HANA-Magazin. Zudem kommt mir entgegen, dass ich viele Lösungen bereits vorab kannte. So kenne ich z. B. seit mehr als 10 Jahren PP/DS (Zertifikat) und gATP, die beide von APO in SAP S/4HANA überführt wurden (gATP nur teilweise als aATP). 2013 hatte ich mich bereits mit der SAP HANA-Datenbank auseinandergesetzt (Zertifikat) und 2018-2019 zudem diverse SAP Kurse zur Migration und dem Einkauf belegt. Parallel arbeite ich an einem SAP S/4HANA-Buch mit dem Schwerpunkt „Sourcing and Procurement“.

Implementierungserfahrungen: Aufbau aller Module, Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten, um deren Neuerungen und Integration zu verstehen. SAP S/4HANA Enterprise Management inkl. Fiori bzgl. Sourcing and Procurement, Manufacturing, Sales and Distribution, Financial Accounting, Management Accounting, Inventory Management, EWM, Project System, Enterprise Asset Management und HCM. Als Senior SAP Berater, wollte ich nicht noch eine Fachberaterzertifizierung absolvieren. Daher fiel meine Wahl auf den Lehrgang TS410, welcher nicht nur praktische SAP S/4HANA-Erfahrungen ermöglicht, sondern auch den Aufbau des modulübergreifenden Systemverständnisses. Das SAP S/4HANA IDES-System von SAP war/ist dafür ideal, da man immer genau dort ansetzen kann, wo der größte Lerneffekt eintritt. Parallel dazu verfüge ich über Zugänge zur Ariba-Cloud und Fieldglass.

Am besten vorbereitet bin ich im Bereich SAP S/4HANA Sourcing and Procurement. Außerdem habe ich einen umfassenden Gesamtüberblick aufgebaut, was mich für übergreifende Themen qualifiziert. Den Bereich SAP S/4HANA Manufacturing decke ich eigentlich auch ganz gut ab. Aber die letzten 2 Jahre war ich überwiegend im Bereich Einkauf und Bestandsführung zuzüglich angrenzender Module beauftragt.

SAP S/4HANA Business Process Integration Timo Götte S4-Experts Application Consultant

Ist eine SAP S/4HANA-Beraterausbildung als Senior Consultant sinnvoll?

Diesmal wähle ich den Blog-Stil und möchte mit Euch/Ihnen einen Erfahrungsbericht zu meiner aktuell laufenden SAP S/4HANA-Ausbildung und meinen Beweggründen teilen. Man fühlt sich etwas an die alten Zeiten als Schüler und Student zurückversetzt. Ich lerne neue Leute kennen und es bildet sich über die Zeit hinweg eine richtig gute Gemeinschaft. Ich erinnere mich noch an meine erste SAP Beraterzertifizierung im Jahr 2008. Mit einigen hatte ich auch Jahre später noch gelegentlich Kontakt. Andere traf ich erneut auf weiteren SAP Schulungen usw. Die SAP Welt ist klein und daher sind SAP Schulungen immer auch Networking-Veranstaltungen. Gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, macht einfach Spaß und verbindet. Neben den Übungsaufgaben am SAP S/4HANA-System setzen wir sogar ein eigenständiges Projekt um.

So eine SAP S/4HANA-Ausbildung ist einfach perfekt, um schnell Wissen aufzubauen. SAP stellt dafür ein SAP S/4HANA-System namens IDES zur Verfügung. Dort sind die Konfigurationen, Stammdaten und Prozesse immer genauso vorbereitet, dass man dort loslegen kann, wo der größte Lerneffekt erzielt wird. So lerne ich im September und Oktober vermutlich mehr als während eines einjährigen SAP S/4HANA-Projekts. Die Kombination aus Praxiserfahrung und Schulungen hat sich für mich bewährt. Die Praxis benötige ich, um zu wissen welches Wissen besonders wertvoll ist und die Theorie hilft dabei Wissen abzurunden. Im Arbeitsalltag muss man Anforderungen effizient umsetzen. Dabei kommt dann der Blick über den Tellerrand auch mal zu kurz. Genau dieser ist aber erforderlich, um ein erstklassiger Berater zu werden.

Gute Berater kennen nicht nur einen Weg, sondern das von SAP bereitgestellte „Lösungsportfolio“. Sie wissen nicht nur wie etwas funktioniert, sondern auch warum. Sie kennen sehr individuell entwickelte SAP-Systeme von Großkonzernen, genauso wie den SAP Standard und Best Practices. Gerade mit den SAP S/4HANA-Projekten geht in vielen Unternehmen auch ein Überdenken der Geschäftsprozesse und Systemkonfigurationen einher. Was früher nur über Eigenentwicklungen realisiert werden konnte, ist ggf. mittlerweile im Standard verfügbar. Man muss allerdings wissen, dass SAP dafür im Standard eine Lösung bereitstellt! Das Produktportfolio von SAP ist in den letzten Jahren sehr groß geworden. Und es gibt sehr viele Zusatzprodukte, wie z. B. Ariba, Fieldglass, Leonardo usw. Die Annäherung an den Standard kann also einerseits über die neuen Möglichkeiten des SAP S/4HANA-Systems aber andererseits auch durch standardisierte SAP Zusatzprodukte erreicht werden. Ich verschaffe mir mittlerweile seit fast zwei Jahren mit Begeisterung einen Überblick. Vermutlich werden all die neuen SAP-Produkte mich nahezu bis zur Rente begleiten. Die Einführung des Nachfolgesystems von SAP S/4HANA verfolge ich vermutlich nur noch aus einer Managementposition, ohne selbst konkrete Erfahrungen zu sammeln. SAP S/4HANA ist also das System, welches ganz wesentlich mein Berufsleben begleiten wird.  

Meine erste Beraterzertifizierung lag übrigens bei fast 15.000 Euro; für die SAP Akademie, Hotels, Reisen usw. Glücklicherweise wurde damals noch Siemens zur Kasse gebeten. Mittlerweile bekomme ich aber kein reguläres Gehalt mehr und muss daher die entgangenen Einnahmen und erforderlichen Ausgaben im Blick behalten. Wem es ähnlich geht, dem kann ich gute Ratschläge geben. Die Kosten für solch einen Lehrgang lassen sich nämlich auf verschiedene Art und Weise erheblich reduzieren.

Zur aktuellen Ausbildung: In SAP S/4HANA wurde und wird ein Überblick für z. B. Berater, Manager und Architekten vermittelt. Aufgabe war/ist es alle Module, Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten im System aufzubauen, um deren Neuerungen und Integration zu verstehen. Inhalt waren SAP S/4HANA Enterprise Management inkl. Fiori bzgl. Sourcing and Procurement, Manufacturing, Sales and Distribution, Financial Accounting, Management Accounting, Inventory Management, Warehouse Management, Project System, Enterprise Asset Management und Human Capital Management. Die praktische Umsetzung am System wurde durch ein Zertifikat belegt und um eine SAP S/4HANA Beraterzertifizierung seitens der SAP SE ergänzt. Vorab und im Anschluss erfolgte/erfolgt die Vertiefung im SAP S/4HANA Procurement und Manufacturing.

S/4HANA-Beraterausbildung als SAP Senior Consultant Timo Götte S4-Experts

Nach Abschluss dieser Schulung stehe ich zur Verfügung und freue mich über SAP S/4HANA-Projektangebote. Da es sich um eine Präsenzschulung handelt, bin ich derzeit nur abends und via E-Mail erreichbar. PDF-Profil von Timo Götte.