SAP Tabellenanalysen und -pflege

Ob Entwickler oder Berater Tabellen- und Datenbankkenntnisse sind einfach eine nötige Grundlage, um wesentliche Zusammenhänge zu verstehen. Diese Seite bietet eine Einführung in die Tabellenanalyse und Tabellenpflegemöglichkeiten. Zudem wird auf die Unterschiede zum neuen S/4HANA-Datenmodell und der HANA-Datenbank eingegangen.

Überblick zur Website

  • Tabellensuche; insofern Sie zu einem Feld innerhalb einer Transaktion bzw. eines Programms die zugehörige Tabelle ermitteln möchten.
  • Via Tabelle/View Customizingzusammenhänge identifizieren; für ein schnelles Auffinden möglicher Quellen zur Tabellenänderung via SPRO und Identifizierung von Zusammenhängen.
  • Änderungen auf Tabellenebene; Risiken und Vorgehensweisen.
  • Tabellenbrowserüberblick; SE16, SE16N, SE16H, S416N, S416H sind abhängig vom System (ERP vs. SCM) und der Datenbank (HANA) verfügbar/nicht verfügbar.
  • SE16H Tabellenbrowser; Ausgabe über mehrere Tabellen, Gruppierung nach Feldern, Datenaggregationsmöglichkeiten (Durchschnitt, Minimum und Maximum) usw.
  • Datenbankviews; anzeigen, pflegen, anlegen bis hin zum systemübergreifenden Viewabgleich z. B. zur Aufdeckung von Customingdifferenzen. Views sind ferner eine Alternative zur Queryerstellung und ermöglichen in S/4HANA eine gewisse Abwärtskompatibilität.
  • HANA-Datenbank und S/4HANA-Datenmodell; Erläuterung der wesentlichen Unterschiede, Vor- und Nachteile.
  • Tabellenübersichten; für einen schnellen Einstieg in ein neues Fachgebiet und die Bereitstellung von weiterführenden Informationen. So z.B. strukturierte Modulübersichten (MM, WM, PP, SD usw.) sowie themenspezifische Übersichten (EDI Idoc, Unternehmensstrukturtabellen etc.).

Tabellensuche 

  • F1-Hilfe „Technische Info“–> Tabelle vorhanden
  • F1-Hilfe „Technische Info“–> Struktur, dann einfach via Doppelklick auf das Datenelement in die Detailansicht navigieren. Dort kann man dann via „Verwendungsnachweis Datenelement“ und Aktivierung „nur Tabellenfelder“ eine Liste an Tabellen mit dem Datenelement anzeigen lassen. Als versierter MM-Berater, kann man sich dann meist denken, welches die richtige Tabelle ist.
  • Tabellenermittlung via SQL-TraceModus 1: ST05 mit SQL-Trace; Stack-Trace/Fortschrittsanzeige AUS
    • Modus 2: Beispieltransaktion MASS
    • Modus 1: ST05 [Trace einschalten]
    • Modus 2: MASS Eingabehilfe zum Feld Objekttyp öffnen
    • Modus 1: ST05 [Trace ausschalten], [Trace anzeigen] und [F8]. Hier sieht man die Tabellen (Spalte Objektname), SQL-Anweisungen und via Doppelklick in ein Feld der Spalte Anweisung navigiert man in die Detailansicht.

Via Tabelle/View Customizingzusammenhänge identifizieren

Während Änderungen auf Tabellenebene kritisch sind, kann über diesen Weg eine elegante Vorgehensweise gewählt werden. Manchmal bekommet man auch merkwürdige Fehlermeldungen und findet keinen passenden Customizingpunkt.

So könnte z.B. eine Fehlermeldung lauten: Zum Lagerort kann kein Kreditor ermittelt werden. Findet man dann einfach keinen Customizingpunkt, bei dem man diese Zuordnung pflegen kann, so hilft die Kenntnis der Lagerorttabelle ggf. schon weiter.

Vorgehensweise

  • SM30 mit der Tabelle aufrufen; z.B. T001L
  • [Customizing]-Button auswählen
  • Et voilà: Popup-Fenster mit zugehörigen IMG Aktivitäten

Wie sie die entsprechende Tabelle für Ihren konkreten Fall finden, wird hier ebenso beschrieben. Ferner finden Sie auf S4-Experts verschiedene Tabellenübersichten, die sich leicht mit Hilfe der Tastenkombination [STRG] [F] durchsuchen lassen. Die Tabellenübersichten zu den Modulen stellen eine Auswahl der relevantesten Tabellen dar und sind zudem für das Schnelle Auffinden strukturiert worden.

Änderungen auf Tabellenebene

Direkte Änderungen auf Tabellenebene sind aus verschiedenen Gründen kritisch: Im produktiven System können die Bücher des Unternehmens manipuliert werden. Somit verletzt man ggf. nicht nur interne Compliance-Vorgaben, sondern macht sich sogar strafbar. Während beim Customizing immer die Datenkonsistenz sichergestellt wird, Abhängigkeiten berücksichtigt werden und/oder Prüfungen im Hintergrund Schiefstände und Fehler vermeiden, hebelt man dies auf Tabellenebene aus. Änderungen sollten selbst auf dem Testsystem die Ausnahme bleiben. Es gibt aber Notfälle, wo genau dieses Know-how nötig ist und daher sollen hier die Möglichkeiten aufgezeigt werden.

SE16N Änderungen

  • SE16N mit der zu ändernden Tabelle aufrufen
  • Im Eingabefeld „&SAP_EDIT“ eintragen und [Enter] klicken
  • Optional zusätzlich ins Eingabefeld „SAP_no_check“ eingeben und via [Enter] sogar die Werteprüfungen ausschalten.
  • Zu ändernde Datensätze markieren und via [Ausführen] die ALV-Liste aufrufen
  • Daten editieren und speichern

Exkurs SE16N-Editiermögichkeit ggf. auf andere Weise aktivieren

  • SE16N mit einer Tabelle (z.B. MARA) aufrufen; ggf. Selektionsbedingungen (z.B. Artikelnummer) eingeben
  • Debugger aktivieren; ins Transaktionsfeld /h eingeben und [ausführen]
  • Die beiden Variablen GD-SAPEDIT und GD-EDIT aufrufen, via Shift auf ändern wechseln und den Wert auf (großes) X setzen.
  • Jetzt noch via [F8] den Debugger durchlaufen lassen und danach sind die Daten in der Anzeige editierbar.  

Änderungsprotokoll

Übrigens werden diese Änderungen protokolliert. Somit erkennt man über die Protokolltabellen SE16N_CD_DATA und SE16N_CD_KEY, wann welche Daten von welchem User geändert wurden.  Während die Tabellenänderungen über diese beiden Protokolltabellen nachvollziehbar sind, kann man Änderungen via SE16 nur umständlich über die Systemlogs ermitteln. Außerdem beschränken sich Änderungen über die SE16 auf einen Datensatz. Es spricht also nicht viel für die Verwendung der SE16; aber manchmal fehlen schlicht die Berechtigungen für die SE16N-Änderungen oder diese ist nicht vorhanden (SCM-System). Auch mit Hilfe der SE38 und dem Report RKSE16N_CD_DISPLAY bzw. in älteren Systemen RKSE16N_CD, kann man Änderungen nachvollziehen.

 SE16 Änderungen

  • SE16 mit der zu ändernden Tabelle aufrufen
  • Datensatz markieren und Anzeigen-Icon [STRG][F7] wählen
  • In den Debuggermodus wechseln; dazu /h ins Transaktionsfeld eingeben und danach via Maus in ein beliebiges Feld klicken
  • Wertänderung der Variable CODE von Code auf Edit; via Doppelklick auf die Variable und Stift-Icon (Großes X)
  • Ausführung [STRG][F8]; Wertänderung durchführen und speichern [STRG][S]

Tabellenbrowserüberblick

  • SE16 der klassische Tabellenbrowser ist in allen Systemen verfügbar
  • SE16N ist der erweiterte Tabellenbrowser, welcher im SCM-System nicht verfügbar ist.
  • S416N ist die SE16N-Alternative, welche mit HANA im SCM-System verfügbar ist.
  • SE16H ist der relativ neue erweiterte Tabellenbrowser, welcher im SCM-System ebenso nicht verfügbar ist.
  • S416H ist die SE16H-Alternative, welche mit HANA im SCM-System verfügbar ist.

SE16H der neue DB-Browser

Diese Transaktion steht nicht nur im S/4HANA-System, sondern auch in aktuelleren ERP-Systemen zur Verfügung und bietet unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Ausgabe mehrere Tabellen via Outer-Join-Tabellenverküpfung
  • Datenaggregation Durchschnitt, Min- bzw. Maximum
  • Feldgruppierungen und SET-Auswertungen

Damit ist sie z.B. eine attraktive Alternative zu SQVI-Queries und Excelauswertungen. Weitere Details finden Sie im OSS-Hinweis 163416.  

Ausgabe über mehrere Tabellen

Die Einbeziehung zusätzlicher Daten aus anderen Tabellen via Outer-Joins, kann manch eine Query ersetzen. So können z.B. Bestellkopfdaten (EKKO), um Bestellpositionsdaten (EKPO) ergänzt werden. Um dies an einem weiteren Beispiel ausführlich zu erläutern:

  • SE16H mit z.B. der Tabelle LIKP aufrufen
  • Für die Felder Lieferung, Angelegt am und Versandstelle die Ausgabe festlegen
  • Die Outer-Join über das Ketten-Icon wählen
  • Im Popup-Fenster zunächst einen Namen und eine Bezeichnung eingeben
  • Über das Blatt-Icon [Anlegen] die Definition der Sekundärtabelle vornehmen: Dazu die Tabelle LIPS eintragen und auf das Pfeil-Icon innerhalb der Spalte Ausgabe klicken
  • Eine Feldauswahl treffen; z.B. POSNR, MATNR und WERKS [Enter][Speichern]
  • Doppelklick auf die Sekundärtabelle (LIPS), damit innerhalb der Zugriffsdefinition über das Blatt-Icon die Join-Bedingung festgelegt werden kann. So wären hier z.B. folgende Einträge möglich:
    • Tabellenfeld VBLEN
    • Methode Referenzfeld
    • Referenzfeld/Konstante VBLEN
    • Aus Tabelle LIKP
  • Die Vertriebsbelegnummer (VBLEN) ist ein eindeutiger Schlüssel, welcher in beiden Tabellen (LIPS und LIKP) vorhanden ist und damit eine saubere Zuordnung ermöglicht.
  • Nachdem speichern gelangt man wieder in den ursprünglichen SE16H-Selektionsbidschirm und kann über [Ausführen] die Ausgabe zu beiden Tabellen (hier 2 x 3 Felder) aufrufen.

Outer-Join Exkurs: Der Outer-Join liest auch dann Daten der linken Datentabelle, wenn es innerhalb der Sekundärtabelle keine Entsprechung gibt. Im Gegensatz zum Inner-Join, dort erfolgt nur eine Ausgabe, wenn es innerhalb beider Tabellen einen passenden Eintrag gibt. Anhand der folgenden Grafik sollen die Typen veranschaulicht werden; mit der orangen Farbe wird jeweils die Ausgabe symbolisierst.

Datenaggregation

Für numerische Werte stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung: Maximum, Minimum und Durchschnitt. So kann man über die EKKO z.B. für einen Lieferanten und Zeitraum den durchschnittlichen Bestellwert ermitteln oder herausfinden, welche Bestellung (Belegnummer) den höchsten Bestellwert bei dem Lieferanten hatte.

Gruppierung der Ausgabe

Während man in der SE16N nur eine Selektion auf die relevanten Felder und Werte vornehmen kann, wurde die SE16H z.B. um die Spalte Gruppieren erweitert. Über Flagsetzung kann daher festgelegt werden, nach welchen Feldern eine Gruppierung erfolgen soll.

So können Sie z.B. wie gewohnt alle Auslieferungen über die Tabelle LIKP (LI Lieferungen und KP Kopfdaten) und das Feld Angelegt-am auf den Zeitraum 2019 eingrenzen. Zusätzlich kann z.B. beim Feld Versandstelle die Gruppierung festgelegt werden, was zuvor nur über eine Weiterbearbeitung via Excel (Inplace) möglich war.  

SET-Auswertungen: So können z.B. auch alle Innenaufträge zu einer Kostenstellengruppe ausgewertet werden. Einfach in der Tabelle AUFK (CO Innenaufträge) und dessen Feld KOSTV (verantwortliche Kostenstelle) über die Spalte Gruppe auf die vorhandenen SETs zugreifen.

Datenbankviews

Im Berateralltag müssen oftmals zwei Tabellen gleichzeitig ausgewertet werden, um Fragestellungen beantworten zu können. Selbst erfahrene Berater erstellen dann vielfach eine Query. SAP bietet dazu allerdings viele Views, deren Joins zwei oder sogar mehrere Tabellen verbinden. So z.B. das Datenview VBRKUK aus der Tabellenverknüpfung VBRK und VBUK. Diese Views können in denselben Tabellenbrowsern angezeigt werden, wie auch einzelne Tabellen. Unter SAP S/4HANA nimmt die Anzahl der verfügbaren Views übrigens erheblich zu. Viele Tabellen, die aufgrund der „Simplification“ abgelöst bzw. in einer großen Tabelle zusammengeführt wurden, werden im S/4HANA-System als Tabellenview angeboten. Damit stellt SAP eine eingeschränkte Abwärtskompatibilität sicher. Views dienen allerdings vorrangig dem lesenden Zugriff und Viewänderungen ergeben sich eher indirekt aus Änderungen der zugehörigen Tabellen.

Pflege-Views anzeigen

Die Viewsuche kann zum Beispiel über die Wertehilfe in der SM11 erfolgen. Eine Zusammenstellung besonders relevanter Views folgt auf S4-Experts, damit zukünftig auch die Suche via Google und Tastenkombination [Strg][Alt][F] alternativ bereitsteht. SAP bietet im ERP-System bereits über 12000 Views, da kann eine Auswahl sehr hilfreich sein. Für eine gezielte Suche im System sollen die Zusammenhänge veranschaulicht werden. Über die Analyse einiger Systemtabellen, können Sie sich einen Überblick verschaffen.

  • DD02L enthält alle Datenbankviews des SAP-Systems. Innerhalb des Tabellenbrowsers einfach als Tabellenart View und Viewtyp D wählen.
  • DD28S Diese Tabelle enthält Informationen, welche Tabellen wie verknüpft wurden. Die Spalte „Identifikation einer Selektionsbedingung“ enthält den Namen des Datenbankviews. Sezen Sie z.B. einen Filter auf diesen Viewnamen, so lässt sich leicht ablesen welche Tabellen und Schlüsselfelder für die eindeutige Verknüpfung (Join) gewählt wurden.
  • DD27S bietet eine Übersicht zu den gewählten Anzeigefeldern des Views. Dazu die Anzeige auf den Viewnamen einschränken und eine Sortierung nach der Basistabelle einstellen. So bekommen Sie in den Spalten Basistabelle und Basisfeld einen Überblick über die im View angezeigten Felder.

Aufruf und Änderungen von Pflegeviews (Customizing)

Insbesondere im Customizing finden Sie nämlich Pflegeviews, sodass sie in der SM30 Systemkonfigurationen auf Tabellenebene vornehmen können. Allerdings sind einige Tabellen derart umfangreich, dass man entweder viel Geduld mitbringen muss oder eine Auswahl trifft.

Rufen Sie dazu die SM30 mit der Pflegeview auf, wählen Sie [Anzeigen], im folgendem Fenster im Menü unter Auswahl „Nach Inhalten..“ und dann können Sie eine Auswahl treffen. Alternativ kann auch im Startbildschirm der Radiobutton auf Bedienung gesetzt werden, um vorab Selektionsbedingungen einzugeben. In diesem Zusammenhang soll auch auf die zur Verfügung stehenden Vergleichsoperatoren hingewiesen werden.

  • < – kleiner
  • <= – kleiner oder gleich
  • <> – ungleich
  • = – gleich
  • =< – kleiner oder gleich
  • => – größer oder gleich
  • > – größer
  • >< – ungleich
  • >= – größer oder gleich
  • CA – enthält mind. ein Zeichen aus
  • CN – enthält nicht nur Zeichen
  • CO – enthält nur Zeichen
  • CP – enthält Muster
  • CS – enthält Zeichenfolge
  • NA – enthält kein Zeichen aus
  • NP – enthält Muster nicht
  • NS – enthält Zeichenfolge nicht

Pflege-Views anlegen

Das Anlegen von Views bleibt meist den ABAP-Entwicklern vorbehalten. Auch wenn die Erläuterung sehr technisch aussieht, ist die Umsetzung trivial. Pflege-Views bieten nicht nur Anzeigemöglichkeiten, sondern auch Pflegemöglichkeiten. Insbesondere das Customizing basiert auf solchen Pflegeviews, weshalb alternativ die Systemkonfiguration auf Tabellenebene (via SM30) vorgenommen werden kann. Die Verknüpfung einer SAP Tabelle und einer kundeneigenen Z-Tabelle, wird übrigens im Berater-Wiki beschrieben.  Neben den Pflegeviews gibt es noch Datenbank-, Projektions- oder Help-Views.

Exkurs: Pflegeviewerstellung

  • Transaktion SM30: Radiobutton auf View, eine Bezeichnung vergeben und [Anlegen] wählen. Als Bezeichnung empfiehlt der Autor die Bestandteile Z (Eigenentwicklung), V (View) und Tabellennamen zu wählen; wie z.B. ZV_MARA_MARC.
  • Radiobutton auf z.B. Pflege-View setze sowie danach [Übernehmen] und [Anlegen] wählen.
  • Auf dem Reiter Tabellen/Joinbedingung kann die führende und abhängige Tabelle ausgewählt werden.
  • Als Join-Bedingung wird eine Feldkombination gewählt, die einerseits in beiden Tabellen vorkommt und anderseits einen eindeutigen Schlüssel darstellt. Teilweise reicht dort ein Schlüsselfeld, wie die Belegnummer, um eine eindeutige Zuordnung der Tabellenzeilen zueinander sicherzustellen.
  • Feldauswahl auf dem Reiter Viewfelder, welche über die Button [Tabellenfelder] &[Auswählen] eingeleitet und je Tabelle im Popup-Fenstern der Reihe nach via Flagsetzung und [Übernehmen] durchgeführt werden kann.
  • Den Tabellengenerator findet man danach im Menü Hilfsmittel.
  • Dort können Sie einige Einstellungen vornehmen. Also Orientierungshilfe werden einige Beispieleinträge aufgeführt.
    • Berechtigungsgruppe (&NC& ohne Berechtigungsgruppe),
    • Funktionsgruppe (ZREBTOOLS),
    • Pflegetyp (zweistufig),
    • Pflegebilder (Übersichtsbild 3 und Einzelbild 4) sowie
    • Aufzeichnungsroutine (keine oder individuelle Aufzeichnungsroutine).
  • Danach können Sie die Tabellenpflegebilder via Button [Anlegen] erzeugen.

Viewvergleich zur Aufdeckung von Customizingdifferenzen

Der Autor Timo Götte stand einmal vor der Herausforderung, dass zwei ERP-Systeme zusammengeführt werden mussten. Als Teilprojekt ergab sich ein Abgleich und Angleich der SAP Systeme. Die SM30 kann dabei ein hilfreiches Tool sein. Mit der Option „Vergleich“ im Menü „Hilfsmittel“, kann ein systemübergreifender Vergleich durchgeführt werden. So spürt man Unterschiede im Customizing auf und kann dieses-ggf. nach Absprach mit den Stakeholder- angleichen. Erst nachdem die SAP Systeme angeglichen wurden, sind weitere Schritte wie z.B. die Migrationen von Stamm- und Bewegungsdaten sowie die darauf basierenden Tests sinnvoll.

Die HANA Datenbank und das S/4HANA Datenmodell

Die wesentlichen Änderungen seitens der Datenbank (DB) und des Datenmodells, werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.  

      1. Spaltenorientierung
      2. Redundanzreduzierung
      3. das neue Datenmodell
      4. In-Memory-Technologie  
      5. Insert-Only-Datenbank
      6. und der Code-Pushdown

1. Tatsächlich wird ein Hybrid aus der spaltenorientierten Arbeitsweise und der zeilenorientierten Datenbanktechnologie eingesetzt.  Es müssen unter HANA nicht mehr alle Datensätze abgefragt werden, um diese nach dem Attribut zu durchsuchen. Die Abfrage kann gezielt zum Attribut erfolgen und ist daher i.d.R. performanter. Allerdings ist das Einfügen, Pflegen und Anzeigen vollständiger Datensäte bei einer spaltenorientierten Datenbank weniger performant. SAP hat daher eine Kombination der Spalten- und Zeilenorientierung realisiert. Wer dies anhand von Beispielen nachvollziehen möchte, kann die Ausführungen wahlweise von Isa Bodur oder Denis Reis lesen.

2. Aufgrund der spaltenorientierten Speicherung wurde eine erhebliche Redundanzvermeidung ermöglicht. Wiederholende Daten werden zusammengefasst. Wenn innerhalb einer Zeile ein Wert mehrmals vorkommt, wird die Anzahl der Wiederholungen abgebildet. Außerdem werden die Daten codiert, um weiteren Platz zu sparen. Die Datenbank konnte teilweise um mehr als das 10-fach reduziert werden. Erfahrungsgemäß hat ein durchschnittliches SAP ERP-System ca. 600 – 800 GB Speicherbedarf und kann z.B. auf 40-70 GB reduziert werden. Ein weiteres Potential zur Speicherbedarfsreduzierung bietet die Auslagerung historischer Daten. 

3. Aufgrund der neuen Datenverwaltung und Performance müssen Daten nicht mehr in Aggregationstabellen verdichtet werden, weshalb viele Tabellen unnötig wurden. Das neue Datenmodell ersetzt zudem viele kleine Tabellen mit Redundanz durch eine große Tabelle. In ECC gab es z.B. für die Bestandsführung noch 26 Aggregationstabellen, zwei Stammdatentabellen und zwei Bewegungsdatentabellen. Diese 30 Tabellen wurden unter S/4HANA auf zwei Stammdatentabellen (MARC und MARD) sowie eine neue und umfangreiche Bewegungsdatentabelle (MATDOC) reduziert. Für die vielen Aggregationstabellen gibt es übrigens Views, um eine Abwärtskompatibilität zumindest hinsichtlich der lesenden Zugriffe anzubieten. 

4. Größe und Preis des Arbeitsspeichers ermöglichen, dass die gesamte Datenbank im Arbeitsspeicher laufen kann. Da alle Daten im Arbeitsspeicher gehalten werden, ist nicht nur eine sehr performante Analyse von großen Datenmengen möglich, sondern es können auch transaktionale und analytisch Prozeduren im selben System ausgeführt werden. Darüber hinaus wurde mit SAP HANA auch eine Partitionierung realisiert, sodass mehrere CPUs parallel arbeiten können und der Cache besser genutzt wird.

5. Die HANA-Datenbank ist eine Insert-Only-Datenbank, d. h. Änderungen bzw. das Löschen von Datensätzen gibt es nicht. Daten werden nicht aktualisiert, sondern Änderungen finden durch das Einfügen neuer Daten sowie das setzen von logischen Markern statt. Ein performanter Ansatz mit besserer Nachvollziehbarkeit (Compliance, SOX, GxP etc.). Da historische Daten per Definition nicht geändert werden, ist dessen Verwaltung zudem deutlich einfacher. 

6. Der sogenannte „Code Pushdown“, d.h. die Verlagerung rechenintensiver Prozesse von der Anwendungsebene auf die Datenbankebene, dient ebenso dem Performancezugewinn. Die Entwicklungsumgebung wird als HANA Studio bezeichnet und ist vielen Entwicklern als Eclipse bekannt.   

Ausschöpfung der neuen HANA-Potentiale via S/4HANA

SAP liefert den Kern für die „digitale Transformation“. Es können ad hoc KPIs erzeugt werden, die zuvor nur über Nachtjobs und separate Systeme rückwirkend berechnet werden konnten. Das neue Datenmodell ermöglichen es mit den zukünftig immer weiter steigenden Datenmengen (BigData) umgehen zu können. SAP versteht es dabei die neuen Möglichkeiten auszuschöpfen und dem Anwender nicht nur eine ansprechende Benutzeroberfläche (Fiori) bereitzustellen, sondern die neu gewonnen technischen Möglichkeiten der Datenanalyse sinnvoll umzusetzen. So wird der Anwender durch z.B. viele ansprechend aufbereitete Grafiken, Übersichten und KPIs nicht nur proaktiv auf nötige Aktivitäten hingewiesen, sondern es werden oftmals auch Lösungsvorschläge bereitgestellt. 

Tabellenübersichten

Diverse Übersichten sollen das Auffinden via Suchfunktion bzw. Tastenkombination erleichtern. Außerdem wurden eine themenspezifische Auswahl und Strukturierung vorgenommen, um zum Fachgebiet einen effizienten Einstieg zu ermöglichen. Die fortwährende Ergänzung um Hyperlinks und weiteren Informationen, wird Schritt für Schritt den Mehrwert dieser Übersichten verbessern. S4-Experts dient als Hub, um Informationen aus dem Internet leichter aufzufinden.

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Das S/4HANA Datenmodell am Beispiel Bestandsführung

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